
Longshan-Tempel
Northern Taiwan Region
Der Longshan-Tempel im Stadtteil Wanhua von Taipeh (Taiwan) ist einer der bedeutendsten taiwanesischen Volksreligions-Tempel. Er wurde ursprünglich 1738 in der Qing-Zeit von Siedlern aus Fujian erbaut. Der Tempel ist vor allem der Göttin Guanyin gewidmet, ehrt aber außerdem verschiedene chinesische Volksgottheiten wie Mazu und Guan Yu. So spiegelt sich hier eine Mischung aus buddhistischen und volksreligiösen Praktiken wider. Aufgrund von Erdbeben, Bränden und Schäden im Krieg wurde der Tempel mehrfach neu errichtet bzw. wiederhergestellt: Besonders hervorzuheben ist der Wiederaufbau zwischen 1919 und 1924 sowie die Restaurierung nach Bombenschäden durch die Amerikaner im Jahr 1945 während des Zweiten Weltkriegs. Architektonisch fallen vor allem die beiden Gebäude mit ihren Toren ins Auge: das Dragon Gate und das Tiger Gate. Für die Gebetsrituale gibt es eine vorgeschriebene Reihenfolge über mehrere Hallen, die unterschiedlichen Gottheiten gewidmet sind – darunter die Halle des Hua Tuo, der Tempel des Kaisers Wenchang sowie die Halle des Yue Lao, der Gottheit der Liebe und des Matchmakings. Kulturell ist der Tempel bedeutsam als Treffpunkt der chinesischen Siedler und bleibt bis heute sowohl ein beliebter Ort des Gebets als auch eine Attraktion für Touristen. Viele Besucher kommen – darunter auch viele Thai-Touristen –, um sich Segen von Yue Lao zu holen. Der Tempel ist bequem über die Taipei-Metro-Station Longshan Temple Station erreichbar.
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Tipp: Für Besucher ist die beste Zeit, um den Longshan-Tempel zu besuchen, an Wochentagen am Vormittag, um Menschenmengen zu vermeiden. Beim Betreten und Beten sollten Sie die Tempel-Etikette beachten – dazu gehört, nicht über die Schwellen zu treten, und die vorgeschriebene Reihenfolge des Gottesdienstes von der Vorderhalle bis zur Hinterhalle einzuhalten. Am Eingang können Besucher Amulette und rote Fäden (insbesondere am Altar von Yue Lao) kostenlos erhalten; diese sollten anschließend am zentralen Räuchergefäß geweiht werden. Tickets im Voraus sind nicht nötig, da der Tempel für die Öffentlichkeit zugänglich ist, dennoch wird ein respektvolles Verhalten erwartet. Der Tempel ist sehr gut mit der Taipei Metro zu erreichen, weshalb öffentliche Verkehrsmittel die bevorzugte Option sind.
Interessante Fakten
- •Der Name des Tempels stammt von einem alten Lungshan-Tempel in der Provinz Fujian, der bis ins 7. Jahrhundert zurückreicht.
- •Im Longshan-Tempel gibt es Altäre für mehrere Gottheiten, darunter Guanyin, Mazu, Guan Yu und Yue Lao – letzterer ist besonders bekannt für das Matchmaking.
- •Der Tempel wurde 1945 durch amerikanisches Bombardement beschädigt, weil japanische Kräfte dort Berichten zufolge während des Zweiten Weltkriegs Waffen gelagert hatten.
- •Besucher folgen einem festgelegten Ritualweg durch den Tempel, beginnend in der Vorderhalle und endend in der Hinterhalle.
- •Die roten Fäden von Yue Lao, von denen man glaubt, dass sie romantische Wünsche erfüllen, werden kostenlos bereitgestellt und müssen innerhalb des Tempels geweiht werden.
- •Der Eingang und Ausgang des Tempels sind jeweils durch das Dragon Gate und das Tiger Gate gekennzeichnet; es gibt außerdem genaue Regeln zur Etikette, insbesondere darüber, nicht über die Schwellen zu treten.
Geschichte
Der Longshan-Tempel wurde ursprünglich 1738 von Einwanderern aus Fujian errichtet.
Sie benannten ihn nach dem alten Lungshan-Tempel in ihrer Heimatprovinz.
Der Tempel wurde wiederholt durch Naturkatastrophen und Ereignisse im Krieg beschädigt, darunter ein bedeutender Zerstörungsschaden während des Taihoku Air Raid im Jahr 1945.
Im Zeitraum zwischen 1919 und 1924 wurde er während der japanischen Kolonialherrschaft wiederaufgebaut und nach dem Zweiten Weltkrieg restauriert.
Trotz dieser Herausforderungen wurde der Tempel durch die Bewohner von Taipeh stets instand gehalten und renoviert – und seine kulturelle sowie religiöse Bedeutung über Jahrhunderte hinweg bewahrt.
Ortsführer
Dragon Gate
Der Haupteingang zum Longshan-Tempel, der für Glücksverheißung und Schutz steht. Hier betreten Besucher das Tempelgelände – natürlich mit der richtigen Etikette.
Vorderhalle (Sanguandian)
Die erste Gebetshalle, in der die Gläubigen drei buddhistische Bodhisattvas ehren: Avalokiteshvara (Guanyin), Manjushri und Samantabhadra. Hier werden Opfergaben dargebracht und der rituelle Weg beginnt.
Haupthalle (Zhengdian)
Die zentrale Halle, die vor allem Guanyin gewidmet ist, der Bodhisattva der Barmherzigkeit. Hier beten Besucher und wenden sich nach ihrem Gebet zum Himmel – zum Jade-Kaiser – um.
Hinterhalle
Dieser Bereich beherbergt fünf zentrale Bauten, die verschiedenen Gottheiten gewidmet sind – darunter die Halle des Hua Tuo (Medizin), der Tempel des Kaisers Wenchang (Literatur), der Tempel der Tianshang Shengmu, der Tempel des Kaisers Guan Di (Gott des Kriegers) sowie die Halle des Yue Lao (Gottheit der Liebe).
Zentrales Räuchergefäß
Im zentralen Innenhof befindet sich dieses Räuchergefäß. Es wird für die Selbstweihe von Amuletten genutzt, indem man sie dreimal im Uhrzeigersinn über das Gefäß hält – ein Ritual, von dem man glaubt, dass es die Amulette segnet.
Kontakt
Telefon: 02 2302 5162