Großer Basar

Großer Basar

Marmara Region

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Der Große Basar, in der Region auch als Kapalıçarşı bekannt, ist ein weitläufiger überdachter Markt im Stadtteil Fatih von Istanbul. Mit rund 30.700 Quadratmetern Fläche beherbergt er über 4.000 Geschäfte entlang von 61 überdachten Gassen – und zieht täglich hunderte Tausende Besucher an. Der Basar entstand kurz nach der osmanischen Eroberung von Konstantinopel Mitte des 15. Jahrhunderts. Den Anfang bildete der Bau des Cevâhir Bedesten, eines Marktes, der Textilien und Juwelen gewidmet war. Im Laufe der Jahrhunderte wuchs daraus ein labyrinthischer Komplex, der sich als Knotenpunkt für verschiedene Gewerbe etablierte – darunter kostbare Stoffe, Schmuck und Kunsthandwerk – und zwar unter strengen Vorgaben der Zünfte. Die Architektur des Marktes zeigt massive Mauern und eine Reihe von Kuppeln, die seine historischen Wurzeln und den osmanischen Stil widerspiegeln. Heute ist er weiterhin ein lebendiges Zentrum für Handel und Kultur – eine Mischung aus traditionellem Handwerk und modernem Tourismus. Besucher können die unterschiedlichen Gassen erkunden, die historisch jeweils bestimmten Handwerken vorbehalten waren, etwa Juweliere und Goldschmiede, und eine besonders eindrucksvolle Sinnesreise erleben – zwischen Farben, Geräuschen und Düften.

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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch im Großen Basar sind Wochentagmorgen, um die größten Menschenmengen zu vermeiden und entspannter einkaufen zu können. Tickets oder Eintrittsgeld sind nicht nötig, da es sich um einen öffentlichen Markt handelt – dennoch sollten Besucher darauf vorbereitet sein, Preise auszuhandeln, denn Feilschen ist üblich. Manche Geschäfte bieten bei größeren Mengen oder für Touristen Rabatte an, daher lohnt sich eine höfliche Nachfrage. Aufgrund der großen Fläche und möglicher Gehstrecken sind bequeme Schuhe empfehlenswert. Der Basar ist zudem mit der Tram erreichbar, über die Haltestelle Beyazıt-Kapalıçarşı – so kommt man bequem von wichtigen Sehenswürdigkeiten in Istanbul aus hin.

Interessante Fakten

  • Der Große Basar zieht täglich etwa 250.000 bis 400.000 Besucher an und zählt damit zu den meistbesuchten Touristenzielen der Welt.
  • 2014 wurde der Markt weltweit als Nummer 1 der meistbesuchten Touristenattraktionen geführt – mit über 91 Millionen jährlichen Besuchern.
  • Aufgrund seiner enormen Größe und der überdachten Gassen gilt der Markt oft als eines der ersten Shopping Malls der Welt.
  • Ursprünglich gehörten zum Basar fünf Moscheen, eine Schule, sieben Brunnen, zehn Brunnenanlagen, ein öffentlicher Wasserspender, ein Waschbrunnen, 24 Tore und 17 Karawansereien (Inns).
  • Jede Gasse im Basar war historisch einer bestimmten Zunft bzw. einem Handwerkszweig gewidmet – mit strengen Regeln, um Qualität und Preisgestaltung zu sichern.
  • Über dem Osttor des ursprünglichen Bedesten ist eine byzantinische Reliefdarstellung eines Komnenen-Adlers eingelassen. Sie weist auf frühere byzantinische Bauten an dieser Stelle hin.

Geschichte

1455

Der Kern des Großen Basars entstand kurz nach der osmanischen Eroberung von Konstantinopel 1455/56 unter Sultan Mehmed II.

Den Anfang machte dabei das Cevâhir Bedesten.

Diese erste Anlage war luxuriösen Textilien und Juwelen gewidmet.

1545

Später, etwa um 1545, wurde das Sandal Bedesten ergänzt.

Dadurch wurde der Markt erweitert und der Handel mit Textilien dorthin verlagert, während das ursprüngliche Bedesten für Luxuswaren reserviert blieb.

Im Laufe der Zeit wuchs der Basar organisch: Rund um diese Bedestens entwickelten sich immer mehr Läden und Gassen – so entstand ein riesiges Geschäftsviertel.

1894

Bedeutende Ereignisse wie das Erdbeben von Istanbul 1894, das Teile des Marktes beschädigte, überstand er.

Zudem wurden Restaurierungen durchgeführt, um seinen historischen Charakter zu bewahren.

Ortsführer

1
Cevâhir Bedesten (Inneres Bedesten)1455-1461
Vom Sultan Mehmed II in Auftrag gegeben

Der ursprüngliche Kern des Großen Basars, der Mitte des 15. Jahrhunderts errichtet wurde: Dieses überdachte Marktgebäude war dem Handel mit luxuriösen Textilien und Juwelen gewidmet. Es besitzt massive Mauern und Kuppeln, die typisch für die osmanische Architektur sind. Es liegt zwischen den antiken Fora von Konstantin und Theodosius.

2
Sandal Bedesten (Neues Bedesten)Circa 1545
Sultan Suleiman I wird es zugeschrieben

Später erbaut, vermutlich in der Mitte des 16. Jahrhunderts unter Sultan Suleiman I: Dieses Bedesten wurde errichtet, um den Textilhandel aufzunehmen, der aus dem ursprünglichen Bedesten dorthin verlegt wurde. Es ist nach einer Art Garn benannt, das in Bursa gewebt wird. So vergrößerte es die Kapazität des Marktes und machte das kommerzielle Angebot vielfältiger.

3
Gassen für Schmuck und Goldschmiedekunst

Diese Straßen innerhalb des Basars sind berühmt für ihre hohe Dichte an Juwelieren und Goldschmieden. Historisch wurden diese Handwerke durch die Zünfte streng reguliert – so blieb Qualität gesichert und es gab faire Preise. Heute sind es weiterhin beliebte Einkaufsbereiche für Edelmetalle und Steine.

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