
Derinkuyu-Untergrundstadt
Central Anatolia Region
Die Derinkuyu-Untergrundstadt ist eine außergewöhnliche unterirdische Anlage in der Region Kappadokien in der Türkei, die sich bis zu einer Tiefe von etwa 85 Metern erstreckt. Sie ist die größte ausgegrabene Untergrundstadt in der Türkei und konnte bis zu 20.000 Menschen aufnehmen – gemeinsam mit ihrem Vieh und Vorräten. Die Stadt umfasst zahlreiche Ebenen, die über Tunnel miteinander verbunden sind. Zu den Einrichtungen gehören unter anderem Ställe, Keller, Speisesäle, Kapellen sowie besondere Bereiche wie eine religiöse Schule mit einem gewölbten Deckenabschluss. Ein bemerkenswerter 55 Meter tiefer Belüftungsschacht lieferte frische Luft und bot zugleich Zugang zu Wasser – entscheidend für die Bewohner in Zeiten von Belagerungen oder wenn sie sich verstecken mussten. Von innen konnte die Stadt mit massiven, rollenden Steintoren verschlossen werden, und jede Ebene ließ sich unabhängig voneinander schließen. Historisch wurde Derinkuyu von verschiedenen Zivilisationen genutzt – darunter die Phryger, Römer, Byzantiner sowie lokale christliche Gemeinschaften, die Zuflucht vor Überfällen und Verfolgungen suchten. Im 20. Jahrhundert wiederentdeckt, ist sie heute ein beliebter Touristenort und zeigt die Erfindungsgabe und Widerstandskraft der Menschen der Antike, sichere und bewohnbare Untergrundräume zu schaffen.
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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch der Derinkuyu-Untergrundstadt ist morgens kurz nach der Eröffnung, um Menschenmengen zu vermeiden. Tickets können vor Ort gekauft werden, und Museum Cards werden für türkische Staatsbürger akzeptiert – das ermöglicht einen unkomplizierten Zugang. Tragen Sie bequeme Schuhe, da das Gelände Treppen und Tunnel umfasst. Geführte Touren vertiefen das Verständnis für Geschichte und Architektur der Anlage. Die Sehenswürdigkeit ist täglich von 8:00 bis 17:00 Uhr geöffnet, wobei die Kasse um 16:15 Uhr schließt. Da nur begrenzte Bereiche barrierefrei zugänglich sind, sollten Sie für die Erkundung etwa 1 bis 1,5 Stunden einplanen. In den Hauptsaisonzeiten wird empfohlen, geführte Touren im Voraus zu buchen, um das Erlebnis zu bereichern.
Interessante Fakten
- •Derinkuyu konnte bis zu 20.000 Menschen gemeinsam mit ihrem Vieh und ihren Vorräten aufnehmen.
- •Die Untergrundstadt verfügt über einen 55 Meter tiefen Belüftungsschacht, der zugleich als Wasserbrunnen diente.
- •Große rollende Steintore konnten die Stadt von innen aus zu Schutzzwecken abschließen.
- •Die Anlage umfasst eine religiöse Schule mit einer Tonnengewölbedecke im zweiten Stock.
- •Derinkuyu ist über Tunnel mit der nahegelegenen Untergrundstadt Kaymakli verbunden und erstreckt sich über 8–9 km.
- •Die Stadt diente im 14. Jahrhundert als Zufluchtsort bei mongolischen Überfällen und später auch Christen, die in der Zeit des Osmanischen Reiches der Verfolgung entkommen wollten.
- •Aktuell sind nur etwa 10% der Stadt für Besucher geöffnet.
Geschichte
Die Ursprünge der Derinkuyu-Untergrundstadt reichen zurück in das 8.–7.
Jahrhundert v.
Chr.; möglicherweise wurde sie von den Phrygern erbaut, die in den weichen vulkanischen Tuff von Kappadokien hineingearbeitet haben.
Während der römischen Zeit wuchs die Stadt unter griechischem Einfluss weiter – unter anderem mit Kapellen und Inschriften.
In der byzantinischen Epoche erreichte sie ihre volle Ausbaustufe und diente als Zufluchtsort vor Überfällen, vor allem im 14.
Jahrhundert vor den Mongolen.
Die Stadt blieb auch in der Zeit des Osmanischen Reiches in Nutzung und bot den einheimischen christlichen Bevölkerungsgruppen Schutz während der Verfolgungen.
Nach dem Bevölkerungsaustausch zwischen Griechenland und der Türkei im Jahr 1923 wurden die Tunnel aufgegeben, bis sie 1963 wiederentdeckt wurden.
Seit 1969 für die Öffentlichkeit geöffnet ist Derinkuyu ein bedeutender kultureller und historischer Ort.
Ortsführer
Eingang und Ställe
Die Eingangsebene, die überwiegend als Stall genutzt wurde, war auf eine leichte Erreichbarkeit für Tiere und auf die anfängliche Verteidigung ausgelegt. Sie markiert den Beginn der weitläufigen unterirdischen Tunnellabyrinthe.
Raum der religiösen SchuleByzantinische Zeit
Ein geräumiger Raum mit Tonnengewölbedecke im zweiten Stock, der vermutlich als religiöse Schule genutzt wurde – mit angrenzenden Studierzimmern.
Belüftungsschacht und Brunnen
Ein 55 Meter tiefer Schacht, der für Belüftung und Wasserversorgung sorgt – entscheidend, um die Bewohner über lange Zeiträume unter Tage am Leben zu halten.
Kapelle und Kirche auf der niedrigsten EbeneByzantinische Zeit
Die Kapelle und die Kirche befinden sich auf der fünften und niedrigsten Ebene. Sie deckten die spirituellen Bedürfnisse der unterirdischen Gemeinschaft ab und waren über Treppen von den oberen Ebenen erreichbar.
Kontakt
Telefon: (0384) 381 31 94