
Rumkale
Southeastern Anatolia Region
Rumkale, was „Römische Burg“ bedeutet, ist eine verfallene Festung, die auf einer Klippe über dem Euphrat in der Provinz Gaziantep im Südosten der Türkei thront. Ihre Fundamente reichen bis in byzantinische Zeit zurück und dienten als wichtige Verteidigung an der Grenze sowie als Sitz einer syrisch-orthodoxen Bischofsstelle. Im 11. Jahrhundert entwickelte sich die Anlage zu einer Stadt mit wachsender armenischer Bevölkerung. Die Festung wechselte mehrmals den Besitzer – unter anderem unter der Kontrolle des byzantinischen Generals Philaretos Brachamios, der Kreuzfahrerstaaten und später der Armenischen Apostolischen Kirche, die sie zu einem religiösen Zentrum machte. Sie gehörte bis zu ihrer Eroberung durch das Mamluken-Sultanat im Jahr 1292 zum Armenischen Königreich von Kilikien. Danach wurde Rumkale zu einem strategischen Vorposten an der Grenze zum Ilkhanat. Die Osmanen übernahmen 1516 die Kontrolle, ohne Belagerung. Im 19. Jahrhundert wurde Rumkale nach der Niederschlagung eines lokalen Aufstands durch die Osmanen entvölkert und während des Ägyptisch-Osmanischen Krieges beschossen. Der spektakuläre Standort an der Felswand und die geschichtliche Schichtung machen Rumkale zu einem einzigartigen Ort, der byzantinische, armenische, kreuzfahrerische, mamlukische und osmanische Einflüsse widerspiegelt.
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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch von Rumkale ist im Frühling und im Herbst, wenn das Wetter mild ist. Aufgrund der abgelegenen Lage wird Besuchern empfohlen, den Transport im Voraus zu organisieren. In den Hauptreisezeiten ist es ratsam, Tickets vorher zu kaufen. Für Schüler/Studierende und Gruppen sind möglicherweise bescheidene Ermäßigungen verfügbar. Für die Erkundung des zerklüfteten Geländes rund um die Festung sind feste Schuhe empfehlenswert.
Interessante Fakten
- •Rumkale war vom 5. Jahrhundert an Sitz einer syrisch-orthodoxen Bischofsstelle.
- •Im 12. Jahrhundert diente die Festung als Hauptquartier der Armenischen Apostolischen Kirche.
- •Sie wurde 1292 vom Mamluken-Sultanat erobert und in Qal'at al-Muslimin umbenannt.
- •Der Ort könnte mit dem im Altertum genannten Shitamrat zusammenhängen, der 855 v. Chr. vom assyrischen König Shalmaneser III. in Besitz genommen wurde.
- •Traditionell heißt es, dass der Apostel Johannes zur Zeit der Römer in Rumkale gelebt habe.
Geschichte
Die strategische Lage von Rumkale wurde schon früh erkannt – möglicherweise im Assyrischen Reich, wo es möglicherweise mit Shitamrat in Verbindung gebracht wurde, der 855 v.
Chr.
erobert wurde.
Die Fundamente der Festung reichen bis in die byzantinische Herrschaft zurück und dienten seit dem 5.
Jahrhundert als Grenzbefestigung und religiöses Zentrum.
Im 11.
Jahrhundert erweiterten armenische Siedler die Anlage zu einer Stadt.
Anfang des 12.
Jahrhunderts geriet sie unter Kontrolle der Kreuzfahrer und wurde dann Mitte des 12.
Jahrhunderts zum Hauptsitz der Armenischen Apostolischen Kirche.
1292 wurde die Festung von den Mamluken erobert und fiel später im Jahr 1516 an die Osmanen.
Die Festung wurde 1831 nach einem osmanischen Vorgehen gegen Widerstand entvölkert und erlitt 1832 während des Ägyptisch-Osmanischen Krieges Beschuss.
Ortsführer
Die Festungsmauern und die Lage an der FelskanteByzantinische Zeit (5.–6. Jahrhundert)
Dramatisch thront die Festung auf einer steilen Klippe über dem Euphrat – mit weitläufigen Verteidigungsmauern, die ihre strategische Bedeutung über die Jahrhunderte hinweg sichtbar machen.
Ruinen der syrisch-orthodoxen Bischofsstelle5.–6. Jahrhundert
Überreste religiöser Bauten, die als Sitz einer syrisch-orthodoxen Bischofsstelle dienten – ein Hinweis auf die kirchliche Bedeutung des Ortes.
Hauptsitz der Armenischen Apostolischen Kirche1148–1150
Im 12. Jahrhundert wurde die Festung zum Hauptsitz der Armenischen Apostolischen Kirche – ein anschauliches Beispiel für ihre Rolle als religiöses und administratives Zentrum.