
Hasankeyf
Southeastern Anatolia Region
Hasankeyf ist eine historische Stadt am Tigris im südöstlichen Teil der Türkei, im Gebiet der Provinz Batman. Sie ist seit Tausenden von Jahren ununterbrochen bewohnt, und archäologische Hinweise deuten auf eine Besiedlung seit der Mittleren Bronzezeit hin. Die strategische Lage direkt am Fluss machte den Ort zu einer wichtigen Festungsanlage in verschiedenen Reichen – darunter die römische, byzantinische und islamische Epoche. Der Name, der so viel bedeutet wie „Felsenfestung“, spiegelt die markante Zitadelle und die Felsformationen wider. Hasankeyf war in römischer Zeit eine bedeutende Grenzstadt und sicherte die Grenze zum Sasanidenreich. Über die Jahrhunderte trug der Ort viele Namen aus unterschiedlichen Kulturen – ein Spiegel seiner vielfältigen Geschichte. Obwohl Hasankeyf 1981 zum Naturschutzgebiet erklärt wurde, wurden die Stadt und ihre archäologischen Stätten 2020 durch das Projekt des Ilısu-Staudamms überflutet, wodurch ein großer Teil des historischen Bestands unterging. Heute ist Hasankeyf ein Symbol für kulturelle Kontinuität – und zugleich für den Verlust, und zieht Besucher an, die sich für Geschichte und Archäologie interessieren.
Planen Sie Ihre Reise nach Türkei mit KI
Erstellen Sie in wenigen Minuten einen detaillierten Reiseplan. KI schlägt die besten Orte, Restaurants und eine optimierte Route vor.
Tipp: Die beste Zeit, um Hasankeyf zu besuchen, war vor der Überflutung durch das Projekt des Ilısu-Staudamms, das bis April 2020 einen Großteil der Stadt unter Wasser setzte. Wer sich für die Region interessiert, sollte sich nach aktualisierten Informationen zu Zugängen und Aussichtspunkten erkundigen, da einige archäologische Stätten möglicherweise noch sichtbar oder in der Nähe erreichbar sind. Es empfiehlt sich, vor Ort nach Unterstützung zu fragen und sich nach verfügbaren Touren oder Ausstellungen zu erkundigen, die das Erbe von Hasankeyf vorstellen. Eine gute Vorausplanung und das Prüfen von Besucherinformationen bei regionalen Behörden können das Erlebnis deutlich verbessern.
Interessante Fakten
- •Hasankeyf ist seit über 12.000 Jahren ununterbrochen bewohnt und gehört damit zu den ältesten Siedlungen der Welt.
- •Der Name der Stadt bedeutet „Felsenfestung“ und verweist auf die dramatischen Kalksteinfelsen und die historische Zitadelle.
- •Hasankeyf war eine wichtige römische Grenzfestung, die die östliche Grenze des Reiches zu Persien sicherte.
- •Das Projekt des Ilısu-Staudamms überflutete Hasankeyf im Jahr 2020 – trotz weit verbreiteter lokaler und internationaler Gegenstimmen.
- •Die türkische Regierung erklärte die Stätte 1981 zum Naturschutzgebiet, um das einzigartige kulturelle und natürliche Erbe zu schützen.
Geschichte
Die Geschichte von Hasankeyf reicht mindestens bis in die Mittlere Bronzezeit zurück; möglicherweise lässt es sich mit der in antiken Texten erwähnten Stadt Ilānṣurā identifizieren (1800–1750 v.
Chr.).
Das Gebiet gehörte zu den Herrschaftsgebieten der Hurriter und wurde später bis zum 14.
Jahrhundert v.
Chr.
in das Reich der Mitanni eingegliedert.
Anschließend stand es unter neuhinassyrischer und medischer Kontrolle.
In römischer Zeit war Hasankeyf, bekannt als Kepha oder Ciphas, eine befestigte Grenzstadt, die die Grenze zum persischen Sasanidenreich sicherte.
Kurzzeitig diente es als Hauptstadt der römischen Provinz Arzanene.
Die strategische Bedeutung des Ortes setzte sich auch in der byzantinischen und in der islamischen Epoche fort.
In der Neuzeit wurde Hasankeyf 1981 zum Naturschutzgebiet erklärt, jedoch 2020 aufgrund des Staudammbaues überflutet – mit weitreichenden Veränderungen von Landschaft und kulturellem Erbe.