
Altstadt von Mardin
Southeastern Anatolia Region
Die Altstadt von Mardin im Südosten der Türkei ist vor allem wegen ihrer markanten Architektur der Artuqiden und ihrer strategisch günstigen Lage berühmt: Sie liegt mit Blick auf den Tigris. Die Bauten der Stadt spiegeln eine Mischung aus islamischen, syrisch-christlichen und armenischen Einflüssen wider. Viele historische Moscheen, Medresen und Klöster reichen bis in die mittelalterliche Zeit zurück. Mardin war über Jahrhunderte ein kultureller Knotenpunkt für Kurden, Araber, Assyrer und Armenier – und prägte so das vielfältige gesellschaftliche Gefüge der Stadt. Die steinernen Häuser der Altstadt ziehen sich die Hanglage hinab wie terrassierte Stufen; so entsteht ein Labyrinth aus engen Gassen, das jahrhundertealte Geschichte bewahrt. Zwischen dem 12. und dem 15. Jahrhundert war Mardin ein bedeutendes Zentrum der Artuqiden-Dynastie. Deren Herrscher ließen viele der heute ikonischen Gebäude der Stadt errichten. 2000 wurde die Kulturlandschaft von Mardin auf die Tentative List der UNESCO für den Status als Weltkulturerbe aufgenommen – ein Hinweis auf ihre architektonische und historische Bedeutung. Besucher können religiöse Stätten entdecken, die verschiedene Glaubensrichtungen repräsentieren, darunter syrisch-orthodoxe und armenische Kirchen – ein Spiegel der religiösen Vielfalt der Stadt. Das anhaltende kulturelle Erbe und die weiten Panoramablicke machen Mardin zu einem besonderen Reiseziel für alle, die sich für Geschichte, Architektur und das Miteinander verschiedener Kulturen interessieren.
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Tipp: Die beste Zeit, um die Altstadt von Mardin zu besuchen, ist im Frühling und im Herbst, wenn das Wetter mild und angenehm ist. Es empfiehlt sich, geführte Touren im Voraus zu buchen, um die reiche Geschichte und Architektur der Stadt gründlich zu erkunden. Wer mehrere historische Sehenswürdigkeiten miteinander kombinieren will, sollte über Kombitickets nachdenken – oft gibt es dabei Rabatte. Aufgrund der hügeligen und gepflasterten Straßen werden bequeme Wanderschuhe empfohlen. Am frühen Morgen oder am späten Nachmittag gibt es das beste Licht für Fotos und eine ruhigere Atmosphäre. Lokale Guides können das Erlebnis bereichern, indem sie die vielfältige kulturelle Herkunft und die architektonischen Details erklären.
Interessante Fakten
- •Die Architektur der Altstadt von Mardin ist ein herausragendes Beispiel für den Artuqid-Stil und verbindet islamische und lokale Einflüsse.
- •Die Stadt war ein entscheidendes religiöses Zentrum für verschiedene christliche Konfessionen, darunter die syrisch-orthodoxen und die armenisch-apostolischen Kirchen.
- •Mardin und seine Kulturlandschaft wurden 2000 auf die Tentative List der UNESCO für das Weltkulturerbe in der Türkei aufgenommen.
- •Ein venezianischer Händler bemerkte 1507, dass in Mardin zu dieser Zeit Christen und Juden mehr waren als Muslime.
- •Die strategische Lage der Stadt auf einem Hügel hat sie über Jahrhunderte zu einem umkämpften Ort unter vielen Reichen und Dynastien gemacht.
Geschichte
Die Geschichte von Mardin reicht bis in die Antike zurück, mit Hinweisen auf eine Siedlung namens Mardiānê in der neuassyrischen Zeit.
Im Laufe ihrer Geschichte gehörte die Stadt zum Reich von Osroene und war zur römischen Zeit als Marida bekannt – ein Wort, das „Festung“ bedeutet.
Im Mittelalter wechselte die Kontrolle über die Stadt häufig, unter anderem zwischen byzantinischer, muslimischer, Artuqid-, mongolischer und timuridischer Herrschaft.
Ab dem 12.
Jahrhundert machte die Artuqiden-Dynastie Mardin zu ihrer Hauptstadt und ließ viele ihrer bedeutenden islamischen architektonischen Monumente errichten.
Später stand die Stadt unter der Kontrolle der Turkmenen-Konföderationen Qara Qoyunlu und Aq Qoyunlu und wurde von den Safawiden- und Osmanischen Truppen umkämpft.
Über viele Jahrhunderte blieb Mardin ein multikulturelles Zentrum: Bedeutende syrisch-christliche und armenische Bevölkerungen lebten hier neben muslimischen Gemeinschaften.
Ortsführer
Historische Moscheen und Medresen12.-15. Jahrhundert
Diese Bauten stehen exemplarisch für das architektonische Erbe der Artuqiden-Dynastie. Sie zeichnen sich durch kunstvolle Steinmetzarbeiten und traditionelle islamische Gestaltungselemente aus.
Syrisch-orthodoxe KirchenFrühes Mittelalter bis heute
Mardin war ein bedeutendes Zentrum der Syrisch-Orthodoxen Kirche. Mehrere historische Kirchen sowie das nahe gelegene Saffron Monastery dienten bis 1924 als patriarcale Sitzstätte.
Gassen der Altstadt und Steinhäuser
Die verwinkelten Straßen, gesäumt von traditionellen Steinhäusern, ziehen sich den felsigen Hügel hinab und bewahren so das städtebauliche Erbe vieler Jahrhunderte. Gleichzeitig bieten sich Panoramablicke.