
Burg von Bodrum
Aegean Region
Die Burg von Bodrum, auch bekannt als Burg des St. Peter, ist eine monumentale Befestigungsanlage, die ab 1402 von den Johannitern in der Hafenstadt Bodrum in der Türkei errichtet wurde. Besonders hervorzuheben sind ihre vier unterschiedlichen Türme, die nach den Nationen benannt sind, die für ihren Bau verantwortlich waren: Englisch, Französisch, Deutsch und Italienisch. Die Burg wurde mit lokalem vulkanischem Gestein sowie mit Materialien aus dem nahegelegenen Mausoleum von Halikarnassos gebaut; ihre Architektur spiegelt eine fortgeschrittene defensive Bauweise des Mittelalters wider – unter anderem mit verwinkelten Passagen und mehreren Toren, um Angreifer abzuwehren. Ursprünglich war sie eine christliche Festung, wurde jedoch 1523 vom Osmanischen Reich erobert. Anschließend wurde ihre Kapelle in eine Moschee umgewandelt und um einen zusätzlichen Minarett erweitert. Heute beherbergt die Burg das Bodrum Museum für Unterwasserarchäologie, das eine umfangreiche Sammlung unter Wasser gefundener Artefakte zeigt – von 16. Jahrhundert v. Chr. bis ins 16. Jahrhundert n. Chr. –, darunter auch bedeutende Schiffswracks wie das Uluburun Shipwreck. Die historische Bedeutung der Anlage, ihre einzigartige Architektur und die kulturellen Ausstellungen machen sie zu einem spannenden Ziel für Besucher, die sich für die Geschichte des Mittelalters und für maritime Archäologie interessieren.
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Tipp: Besuchen Sie die Burg früh am Morgen, um Menschenmengen zu vermeiden und angenehmere Temperaturen zu genießen. Kaufen Sie Tickets im Voraus oder nutzen Sie den Museum Pass (MüzeKart), der für türkische Staatsbürger gilt, um Zeit und Geld zu sparen. Audioguides sind verfügbar und machen den Besuch noch abwechslungsreicher. Das Museum und die Burg sind täglich von 8:30 bis 19:00 Uhr geöffnet; der Ticketverkauf endet um 18:30 Uhr.
Interessante Fakten
- •Die vier Türme der Burg sind nach den Nationalitäten der Ritter benannt, die sie errichteten: Englisch, Französisch, Deutsch und Italienisch.
- •Zu den Baumaterialien gehören Steine und Marmorreliefs, die vom nahegelegenen Mausoleum von Halikarnassos stammen – einem der Sieben Weltwunder der Antike.
- •In der Burg befinden sich 249 bemalte Wappen sowie geschnitzte Reliefs, die Großmeister, Kommandeure, Länder und religiöse Persönlichkeiten darstellen.
- •Die Ausstellung zum Uluburun Shipwreck im Museum zählt zu den bedeutendsten unterwasserarchäologischen Funden und stammt aus dem 14. Jahrhundert v. Chr.
- •Unter der Burg wurden vierzehn Zisternen ausgegraben, um Regenwasser zu sammeln – ein beeindruckendes Beispiel für die fortschrittliche Technik im Mittelalter.
Geschichte
Die Burg von Bodrum wurde ab 1402 von den Johannitern als Festlandfestung errichtet – gegenüber ihrer Basis auf Rhodos.
Sie entstand auf einem Gelände mit langer Vorgeschichte, darunter eine dorische Befestigung und eine seldschukische Burg.
Die Burg wurde im Laufe des 15.
Jahrhunderts in Etappen fertiggestellt; zentrale Elemente wie die Kapelle waren bereits bis 1407 vollendet.
Sie diente als wichtiger Zufluchtsort für Christen in Kleinasien und wurde im 15.
Jahrhundert gegen Angriffe der Osmanen befestigt.
1523 eroberten die Osmanen die Burg und wandelten Teile davon für den islamischen Gebrauch um.
Fast 400 Jahre blieb die Burg unter osmanischer Kontrolle, bevor sie in den 1960er-Jahren als Museum genutzt wurde.
2016 wurde sie in der UNESCO-Vorläufigen Liste des Welterbes der Türkei aufgenommen.
Ortsführer
Englischer Turm (Löwenturm)1413
Ein dreistöckiger Turm, der 1413 fertiggestellt wurde. Besonders auffällig ist das antike Löwenrelief an der Westfassade sowie das Wappen von König Heinrich IV. von England. Er war nur über eine Zugbrücke erreichbar und diente als starkes defensives Bollwerk.
Kapelle (Burgmoschee)1407
Ursprünglich um etwa 1407 als Kapelle errichtet, wurde sie 1519–1520 im gotischen Stil von den Spanischen Rittern neu aufgebaut. Nach der Eroberung durch die Osmanen wurde sie in eine Moschee umgewandelt und um ein zusätzliches Minarett ergänzt – eine Mischung aus christlichen und islamischen architektonischen Elementen.
Bodrum Museum für Unterwasserarchäologie1964 (Museumsgründung)
Im Inneren der Burg gelegen, ist dieses Museum in der Türkei einzigartig und gehört weltweit zu den wenigen Einrichtungen, die sich ausschließlich der Unterwasserarchäologie widmen. Es zeigt Funde aus Schiffswracks, die vom 16. Jahrhundert v. Chr. bis zum 16. Jahrhundert n. Chr. datieren – darunter auch das weltberühmte Uluburun Shipwreck – und verfügt über Säle, die verschiedenen Schiffswracks sowie Sammlungen von Amphoren gewidmet sind.
Burgmauern und Verteidigungsanlagen1404-1437 (Bauzeit)
Die Burgmauern waren auf die neuesten Verteidigungstechniken des 15. Jahrhunderts ausgelegt. Dazu gehören verdickte Mauern auf der Seite zum Festland, um Beschuss durch Kanonen abzuwehren, sowie verwinkelte Passagen, damit Angreifer keinen Unterschlupf finden. Sieben Tore ermöglichten einen kontrollierten Zugang zum Inneren der Festung.
Kontakt
Telefon: (0252) 316 25 16