Van Museum

Eastern Anatolia Region

75/10090 min

Das Van Museum, auch als Urartu Museum bekannt, liegt in der Stadt Van im östlichen Teil der Türkei und erstreckt sich über 13.000 Quadratmeter. Es präsentiert ein umfangreiches archäologisches und ethnografisches Spektrum vom Steinzeitalter bis in die moderne Zeit – mit besonderem Schwerpunkt auf die urartäische Epoche, die 2800–2600 Jahre zurückreicht. Die Sammlung umfasst uralte Obsidian- und Knochengeräte aus dem Paläolithikum bis zur Chalkolithikum-Zeit, Funde aus der Nekropole von Karagündüz sowie eine große Auswahl urartäischer Objekte wie Waffen, Alltagsgegenstände, Steinin-schriften und Keilschrifttafeln. Außerdem decken die Ausstellungen die römische, byzantinische, seldschukische, Aq Qoyunlu-, Qara Qoyunlu- und osmanische Zeit ab und zeigen bemerkenswerte seldschukische Grabmäler in Form von Widdern und Schafen. Berühmt ist das Museum für die Hakkari-Kurgan-Stelen: eine Gruppe aus dreizehn Kalkstein-Stelen mit Darstellungen bewaffneter Krieger und Frauen, die die nomadische Kultur der Region zwischen dem 15. und 11. Jahrhundert v. Chr. widerspiegeln. Der ethnografische Bereich stellt lokale Webtraditionen mit Kilims und Teppichen in den Mittelpunkt, erwähnt jedoch nicht ausdrücklich kurdische Handwerkskunst. Das heutige Museumsgebäude, das 2019 nahe der Van-Festung eröffnet wurde, wurde errichtet, nachdem das frühere Gebäude bei Erdbeben im Jahr 2011 beschädigt worden war. Es beherbergt 23 Ausstellungsräume und bietet eindrucksvolle Präsentationen über Lebensweise und Kriegsführung der Zivilisationen, die einst die Van-Region bewohnten.

Planen Sie Ihre Reise nach Türkei mit KI

Erstellen Sie in wenigen Minuten einen detaillierten Reiseplan. KI schlägt die besten Orte, Restaurants und eine optimierte Route vor.

Tipp: Besuchen Sie das Museum im Frühling oder im Herbst: Dann ist das Wetter angenehm und es sind meist weniger Besucher vor Ort. Es empfiehlt sich, die Öffnungszeiten im Voraus zu prüfen und Tickets vor Ort in Erwägung zu ziehen, da Online-Optionen möglicherweise nicht verfügbar sind. Gegebenenfalls gibt es ermäßigten Eintritt für Studierende, Senioren oder Gruppen. Geführte Touren können das Verständnis für die umfangreiche urartäische und regionale Geschichte vertiefen. Durch die Nähe zur Van-Festung lässt sich ein Besuch besonders gut kombinieren.

Interessante Fakten

  • Das Van Museum gilt als das reichste Museum der Welt für urartäische Artefakte.
  • Das Museum beherbergt 13 Hakkari-Kurgan-Stelen aus dem 15. bis 11. Jahrhundert v. Chr., die bewaffnete Krieger und Frauen darstellen.
  • Zu den urartäischen Funden zählt eine seltene bronzene Pferdebrustpanzerung mit einer Kampfszene aus dem 8. Jahrhundert v. Chr.
  • Eine einzigartige urartäische Siegeldarstellung im Museum zeigt Gilgamesch, eine mesopotamische Heldenfigur aus dem Epos – das ist in der urartäischen Kunst eher ungewöhnlich.
  • Die Sammlung umfasst 39 osmanische Siegel, die aus verschiedenen Metallen gefertigt sind, darunter Messing, Kupfer, Silber und Bronze.

Geschichte

1932

Die Ursprünge des Van Museums reichen bis ins Jahr 1932 zurück, als in Van ein Depot eingerichtet wurde, um bewegliche Kulturgüter zu schützen.

1945

Daraus entwickelte sich 1945 eine Museumsverwaltung und später 1972 eine Museumsdirektion.

2011

Das ursprüngliche Museumsgebäude wurde bei den Erdbeben in Van im Jahr 2011 beschädigt, was den Bau eines neuen, modernen einstöckigen Gebäudes nahe der Van-Festung zwischen 2012 und 2015 erforderlich machte.

Planer war der Architekt Bahadır Kul.

2019

Nach umfangreichen Ausstellungsarbeiten wurde das neue Museum im August 2019 für die Öffentlichkeit eröffnet – mit einer umfassenden Präsentation von Artefakten vom Steinzeitalter bis zu verschiedenen historischen Epochen, darunter die urartäische, römische, byzantinische, seldschukische und osmanische Zeit.

Ortsführer

1
Hakkari Kurgan Stelen15th-11th centuries BCE

Dreizehn Kalkstein-Stelen, die zwischen dem 15. und 11. Jahrhundert v. Chr. gemeißelt wurden, zeigen bewaffnete Krieger-Männer und Frauen und spiegeln die nomadische Kultur des alten Hakkari wider. Detaillierte Reliefs beinhalten unter anderem Waffen, Trinkgefäße und Jurten.

2
Urartian Artifacts Hall9th-6th centuries BCE

Zu den Exponaten zählen Waffen, Alltagsgegenstände, Steinin-schriften, Keilschrifttafeln sowie eine besonders hervorzuhebende bronzene Pferdebrustpanzerung mit einer Kampfszene aus dem 8. Jahrhundert v. Chr. – ein Beispiel für die fortgeschrittene Metallverarbeitung und die Kunstfertigkeit der urartäischen Zivilisation.

3
Seljuk Tombs Section12th-14th centuries

Hier sind kunstvoll geschnitzte Grabsteine zu sehen, die aus der Seldschukischen Zeit stammen und in Form von Widdern und Schafen gestaltet sind. Das macht die funeräre Kunst und Symbolik im mittelalterlichen Anatolien besonders anschaulich.

4
Ethnographic Collection

Gezeigt wird eine Vielzahl von Kilims und Teppichen aus den Regionen Van und Hakkari. So werden traditionelle Webtechniken und regionale textile Kunstwerke sichtbar – allerdings wird die kurdische Webtradition nicht ausdrücklich hervorgehoben.

Kontakt