
Mevlana-Museum
Mediterranean Region
Das Mevlana-Museum, ursprünglich die Derwischloge des Mevlevi-Ordens, beherbergt das Grabmal von Jalal ad-Din Muhammad Rumi, einem renommierten persischen sufistischen Mystiker. In Konya, Türkei gelegen, begann der Komplex im 13. Jahrhundert als Begräbnisstätte: Damals schenkte Sultan 'Ala' al-Din Kayqubad seinen Rosengarten für das Grab des Vaters von Rumi. Nach Rumis Tod im Jahr 1273 ließ der Architekt Badr al-Din Tabrizi ein Mausoleum errichten, das mit einer markanten Kuppel aus türkisfarbenen Kacheln an die Stadt erinnert. Über die Jahrhunderte wurden weitere Bereiche wie die Ritualhalle ergänzt, in der die berühmten Zeremonien der wirbelnden Derwische stattfanden. Das Museum bewahrt unschätzbare Exponate – darunter Musikinstrumente, die bei dem Sema-Ritual gespielt wurden, seltene Manuskripte von Rumis Dichtung sowie exquisite Holzschnitzereien aus der Zeit der Seldschuken. Die Grabkammer ist reich verziert mit besticktem Brokat und durch ein silbernes Gitter aus dem 16. Jahrhundert geschützt. Die angrenzende Moschee zeigt illuminierte Koranhandschriften und Gebetsteppiche; außerdem wird eine ehrwürdige Reliquie verehrt, von der man glaubt, dass sie die Heilige B�rte Muhammads (Holy Beard) enthält. Seit 1927 dient der Ort – nach dem Erlass von Atatürk – als Museum, das das spirituelle und kulturelle Erbe des Mevlevi-Ordens sowie Rumis bis heute nachwirkendes Vermächtnis bewahrt.
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Tipp: Besucher sollten ihren Besuch nach Möglichkeit unter der Woche planen und außerhalb der Hauptreisezeiten gehen, um Menschenmengen zu vermeiden. Es wird empfohlen, die Tickets im Voraus zu kaufen, besonders während kultureller Festivals in Konya. Das Museum bietet Einblicke in das Sema-Ritual – wer in Konya eine Live-Performance der wirbelnden Derwische besucht, kann das Erlebnis zusätzlich bereichern. Aus Respekt für die spirituelle Bedeutung des Ortes wird angemessene, eher schlichte Kleidung empfohlen. Geführte Touren sind verfügbar und können das Verständnis für die Exponate und die Geschichte vertiefen.
Interessante Fakten
- •Die türkisfarbene Kuppel des Mausoleums ist ein Wahrzeichen der Stadt Konya.
- •Das Museum beherbergt Musikinstrumente, die einst von Rumi selbst bei dem Sema-Ritual gespielt wurden.
- •Das silberne Gitter, das die Sarkophage voneinander trennt, wurde 1579 von einem Kunsthandwerker namens Ilyas gefertigt.
- •Im Museum befinden sich einige der ältesten erhaltenen Manuskripte von Rumis Dichtung – darunter ein Divan-i-Kebir aus dem Jahr 1366.
- •Die angrenzende kleine Moschee zeigt eine Box, von der man glaubt, dass sie die Heilige B�rte Muhammads (Sakal-i Ṣerif) enthält.
Geschichte
Das Mevlana-Museum entstand im 13.
Jahrhundert als Derwischloge und Grabmal, kurz nach Rumis Tod im Jahr 1273 errichtet.
Es wurde vom Nachfolger Rumis in Auftrag gegeben und durch bedeutende Mäzene aus dem Seldschukenreich finanziert.
Das Mausoleum mit seiner türkisfarbenen Kuppel und seldschukischen Gestaltungselementen prägte das Bauwerk.
In den folgenden Jahrhunderten wuchs der Komplex um Anbauten wie die Ritualhalle während der Regierungszeit von Sultan Süleyman dem Prächtigen sowie weitere Bauten bis Mitte des 19.
Jahrhunderts.
1926 ordnete Mustafa Kemal Atatürk die Umwandlung der Loge und des Grabes in ein Museum an; offiziell eröffnet wurde es 1927.
1954 erhielt es den Namen Mevlana-Museum – und bewahrt seither das spirituelle Erbe Rumis und des Mevlevi-Ordens.
Ortsführer
Haupttor (Devisan Kapısı)13th century onwards
Der mit Marmor gepflasterte Eingangsinnenhof zeigt die Küche der Derwische und das Grab von Hurrem Pasha. Links befinden sich 17 Kuppelzellen für die Derwische – ein Spiegel des täglichen Lebens der spirituellen Gemeinschaft.
Ritualhalle (Semahane)16th century
Diese Halle wurde in der Regierungszeit von Sultan Süleyman dem Prächtigen errichtet und beherbergte die Zeremonien der wirbelnden Derwische – begleitet von traditionellen Instrumenten wie der Ney-Flöte und der Kemence-Geige. Einige davon sind hier ausgestellt.
Mausoleum und Sarkophage1274 (mausoleum), 12th century (wooden sarcophagus)
Unter der ikonischen türkisfarbenen Kuppel liegt Rumis Sarkophag, bedeckt mit goldbesticktem Brokat – daneben die Sarkophage seines Vaters und seines Sohnes. Der hölzerne Sarkophag ist eine Meisterleistung seldschukischer Holzschnitzkunst und durch ein silbernes Gitter aus dem 16. Jahrhundert getrennt.
Grabtor (Türbe Kapisi) und Tilavet-Raum1492 (gate inscriptions), 16th century (silver door)
Das verzierte Tor führt zum Mausoleum und zu einer kleinen Moschee. Türen mit seldschukischen Motiven und persischen Inschriften führen hinein. Der Tilavet-Raum zeigt seltene osmanische Kalligraphie, bei der der Koran fortlaufend rezitiert wurde.
Angrenzende kleine Moschee
Heute beherbergt die Moschee eine Sammlung illuminierter Korane und Gebetsteppiche. Außerdem enthält sie eine mit Perlmutt verzierte Box, von der man glaubt, dass sie die Heilige B�rte Muhammads enthält – eine verehrte islamische Reliquie.
Kontakt
Telefon: (0332) 351 12 15