Große Moschee von Sousse

Große Moschee von Sousse

Sousse

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Die Große Moschee von Sousse, in der Küstenstadt Sousse in Tunesien gelegen, ist ein bedeutendes Monument der frühen islamischen Architektur aus dem Jahr 851 n. Chr. In Auftrag gegeben vom Aghlabiden-Herrscher Abu al-‘Abbas Muhammad al-Aghlabi, spiegelt sie die architektonischen und kulturellen Errungenschaften der Aghlabiden-Dynastie unter dem Abbasid-Kalifat wider. Die Moschee wirkt wie eine Festung, beeinflusst von dem benachbarten Ribat von Sousse: Zinnenmauern und Ecktürme unterstreichen ihren defensiven Charakter. Der rechteckige Grundriss umfasst einen geräumigen Innenhof mit einer langen Kufi-Inschrift aus Qur'an-Versen und einen Gebetssaal mit dreizehn Seitenschiffen, die durch Hufeisenbögen getrennt sind. Ursprünglich war der Gebetssaal kleiner, wurde jedoch im 9. Jahrhundert nach Süden erweitert. Dabei entstanden charakteristische Gewölbe aus Bruchstein sowie vor dem Mihrab ein Kuppelpavillon, verziert mit floralen Motiven und kufischer Schrift. Außerdem besitzt die Moschee einen Arkadengang aus dem 11. Jahrhundert sowie einen zylindrischen Bastionsturm mit Kuppelpavillon, der historisch für den Gebetsruf genutzt wurde. Im Laufe der Jahrhunderte erhielt die Moschee Restaurierungen und dekorative Ergänzungen, besonders in der Ziriiden-Dynastie und später im 18. Jahrhundert. Heute gehört sie zum UNESCO-Welterbe, das die Medina von Sousse umfasst, und steht damit sinnbildlich für Tunesiens reiches islamisches Erbe sowie für die architektonische Innovationskraft.

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Tipp: Besucher sollten die Moschee in den kühleren Morgenstunden erkunden, um der Mittagshitze zu entgehen. Wer Tickets kauft oder geführte Touren im Voraus bucht, kann das Erlebnis verbessern – besonders in den Zeiten mit dem höchsten Touristenandrang. Angemessene, schlichte Kleidung wird empfohlen, da die Moschee weiterhin ein Ort des Gebets ist. Der Eintritt kann kostenlos sein oder eine geringe Gebühr kosten; Ermäßigungen gibt es häufig für Studierende und Seniorinnen und Senioren. Vor dem Besuch sollte man die Öffnungszeiten prüfen, da sie je nach Saison oder während religiöser Feiertage variieren können.

Interessante Fakten

  • Der kuppelige Pavillon an der nordöstlichen Ecke diente als Sawma'a – eine Vorform des Minaretts –, von der aus der Gebetsruf erging.
  • Der Gebetssaal bietet eine der wenigen Kuppeln, die in der Zeit der Umayyaden und Abbasiden vor einem Mihrab errichtet wurden – ähnlich wie in der Al-Aqsa-Moschee und der Umayyaden-Moschee in Damaskus.
  • Die lange kufische Inschrift rund um den Innenhof enthält Qur'an-Auszüge und ist ein bemerkenswertes Beispiel früher islamischer Kalligraphie.
  • Das wehrhafte Moschee-Design mit Zinnenmauern und Türmen spiegelt die Nähe zum defensiven Ribat von Sousse wider.

Geschichte

851

Die Große Moschee von Sousse wurde 851 n.

Chr.

während der Herrschaft der Aghlabiden-Dynastie errichtet, die von Ibrahim ibn al-Aghlab unter der Oberherrschaft der Abbasiden gegründet wurde.

Sie wurde gebaut, um der wachsenden Bevölkerung von Sousse Platz zu bieten und die ältere Moschee innerhalb des Ribat von Sousse zu ergänzen.

Der Gebetssaal der Moschee wurde später im 9.

Jahrhundert erweitert, und bedeutende architektonische Ergänzungen wie der südliche Arkadenportikus und der kuppelige nordöstliche Eckturm kamen im 11.

Jahrhundert unter der Ziriiden-Dynastie hinzu.

1785

Eine weitere Restaurierung erfolgte 1785.

1988

Seit 1988 gehört die Moschee zum UNESCO-Welterbe der Medina von Sousse und bewahrt ihre historische und kulturelle Bedeutung.

Ortsführer

1
Innenhof (Sahn)9.-11. Jahrhundert

Ein großer rechteckiger Innenhof mit etwa 41 × 22,25 Metern, der entlang der oberen Kanten seiner Mauern mit einer durchgehenden kufisch-arabischen Inschrift versehen ist, die Qur'anverse enthält. Im Süden wird der Innenhof von einem Arkadengang aus dem 11. Jahrhundert begrenzt, der in der Ziriiden-Zeit ergänzt wurde. In der nordöstlichen Ecke befindet sich eine zylindrische Bastion, gekrönt von einem kuppelige, achteckigen Pavillon aus dem 11. Jahrhundert. Historisch wurde er vom Muezzin für den Gebetsruf genutzt.

2
Gebetssaal9.-11. Jahrhundert

Der Gebetssaal umfasst dreizehn Seitenschiffe, die durch Reihen von Hufeisenbögen voneinander getrennt sind. Ursprünglich reichte er über drei Joch-Tiefen, wurde jedoch im 9. Jahrhundert um drei zusätzliche Joch nach Süden erweitert. Der Saal ist mit Gewölben aus Bruchstein gedeckt – im ursprünglichen Abschnitt als Tonnengewölbe und in der Erweiterung als Kreuzgratgewölbe. Besonders hervorzuheben ist die Kuppel vor dem Mihrab mit achteckigem Tambour, gezackten Zwickeln (Scallops), kufischen Inschriften und geschnitzten floralen Verzierungen. Das zeigt architektonische Einflüsse der Umayyaden und Abbasiden.