
Amphitheater von El Jem
Kasserine
Das Amphitheater von El Jem in der Stadt El Djem in Tunesien zählt zu den größten und am besten erhaltenen römischen Steinamphitheatern der Welt. Es wurde im frühen 3. Jahrhundert n. Chr. unter dem römischen Prokonsul Gordian errichtet und konnte etwa 35.000 Zuschauer aufnehmen – damit ist es nach dem Colosseum in Rom das zweitgrößte in der Größe. Das Amphitheater wurde vor allem für Gladiatorenkämpfe und kleinere Wagenrennen genutzt und spiegelt damit das gesellschaftliche und kulturelle Leben im römischen Nordafrika wider. Über die Jahrhunderte blieb die Anlage weitgehend unversehrt, bis im 17. Jahrhundert Steine für lokale Bauprojekte abgetragen wurden, darunter auch für die Great Mosque in Kairouan. Trotz allem sind die beeindruckende Größe und die architektonische Raffinesse bis heute sichtbar: So lassen sich unterirdische Gänge und Arkadengänge (Porticos) noch erkennen. Als UNESCO-Welterbestätte wurde das Amphitheater 1979 ausgezeichnet. Außerdem dient es als Veranstaltungsort für das jährliche El Djem International Symphony Festival – eine gelungene Verbindung aus antiker Geschichte und moderner Kultur. Die umliegende Region, einst die römische Stadt Thysdrus, war ein wohlhabendes Zentrum für die Produktion von Olivenöl und für Handwerksbetriebe. Das unterstreicht die Rolle des Amphitheaters in einem blühenden städtischen Umfeld.
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Tipp: Besuchen Sie das Amphitheater am besten im Frühling oder im Herbst, um der drückenden Hitze der tunesischen Sommermonate zu entgehen. Empfehlenswert ist, Tickets im Voraus zu kaufen – besonders während des El Djem International Symphony Festival. Geführte Touren liefern wertvollen historischen Kontext. Ermäßigungen gibt es möglicherweise für Studierende und Seniorinnen bzw. Senioren. Das Gelände ist sowohl über die Autobahn A1 als auch per Zug auf der Linie Tunis–Gabès erreichbar.
Interessante Fakten
- •Das Amphitheater von El Jem konnte etwa 35.000 Zuschauer aufnehmen – damit ist es das drittgrößte römische Amphitheater nach dem Colosseum und dem Theater von Capua.
- •Das Amphitheater wurde hauptsächlich für Gladiatorenvorstellungen und kleinere Wagenrennen genutzt.
- •Im 17. Jahrhundert wurden Steine aus dem Amphitheater verwendet, um das nahegelegene Dorf El Djem und die Great Mosque in Kairouan zu errichten.
- •Das Amphitheater ist Gastgeber des jährlichen El Djem International Symphony Festival und verbindet antike Architektur mit moderner Kultur.
Geschichte
Das Amphitheater wurde im frühen 3.
Jahrhundert n.
Chr.
in der römischen Zeit erbaut, als Thysdrus eine wohlhabende Stadt war, die Carthage und Hadrumetum an Rivalität fast übertraf.
Es wurde unter dem Prokonsul Gordian in Auftrag gegeben, der 238 n.
Chr.
für kurze Zeit Kaiser wurde.
Die Stadt wurde nach einem gescheiterten Aufstand von römischen Truppen geplündert, die dem Kaiser Maximinus Thrax loyal waren.
Trotz dieser Ereignisse blieb das Amphitheater über Jahrhunderte weitgehend intakt und verlor seine Steine erst ab dem 17.
Jahrhundert für nahe Bauvorhaben.
1979 wurde die Anlage als UNESCO-Welterbestätte anerkannt, was ihre historische und architektonische Bedeutung hervorhebt.
Ortsführer
Arena und Zuschauerrängeearly 3rd century AD
Die zentrale Arena, in der Gladiatorenkämpfe und Wagenrennen stattfanden, wird von terrassierten Zuschauerrängen umrahmt, die für bis zu 35.000 Zuschauer ausgelegt waren. So zeigt sich hier die technische Meisterschaft der Römer.
Unterirdische Gänge und Arkadengängeearly 3rd century AD
Diese baulichen Elemente unterhalb und rund um die Arena erleichterten die Wege von Gladiatoren, Tieren und Bühnentechnik. Sie zeigen fortschrittliche römische Architekturtechniken.
Eingang und Fassadeearly 3rd century AD
Der beeindruckende Eingang des Amphitheaters und die Außenwände sind ein eindrucksvoller Beleg für die Monumentalarchitektur der Römer. Zu sehen sind eine robuste Steinbauweise sowie Arkaden.
Kontakt
Telefon: 73 630 093