
Amrit Archäologische Stätte
Ţarţūs
Amrit, ursprünglich als Marathus bekannt, ist eine bedeutende archäologische Stätte nahe Tartus im Südwesten Syriens. Gegründet im dritten Jahrtausend v. Chr., war sie eine bedeutende phönizische Hafenstadt und eine wichtige Festlandbasis für die nahe gelegene Inselstadt Arwad. Die Stadt ist vor allem wegen ihrer bemerkenswert gut erhaltenen Ruinen bekannt: darunter ein großer phönizischer Tempel, der dem Gott Melqart und Eshmun gewidmet ist. Er besitzt einen in den Fels gehauenen Innenhof und eine würfelförmige Cella. Außerdem kamen bei Ausgrabungen ein einzigartiges, nach U-Form gestaltetes Stadion zutage, das in den Fels gehauen wurde und auf das 4. und 3. Jahrhundert v. Chr. datiert. Man geht davon aus, dass hier heilige Wettkämpfe und Trauerspiele stattfanden – möglicherweise noch vor den Olympischen Spielen. Das Gelände umfasst zwei Flüsse, Nahr Amrit und Nahr al-Kuble, die vermutlich eine Rolle in den religiösen Traditionen spielten. Obwohl Amrit im 2. Jahrhundert v. Chr. geplündert und anschließend weitgehend aufgegeben wurde, sind die Ruinen später kaum durch Um- oder Neubauten verändert worden. So vermitteln sie einen wertvollen Einblick in das städtische und religiöse Leben der Phönizier. Die Ausgrabungen begannen im 19. Jahrhundert und wurden im 20. Jahrhundert fortgesetzt. Dabei wurden der antike Hafen und die Nekropole freigelegt – ein Hinweis auf den historischen Reichtum und die kulturelle Bedeutung von Amrit.
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Tipp: Besuchen Sie die Amrit Archäologische Stätte in den kühleren Monaten, um der drückenden Sommerhitze zu entgehen. Ziehen Sie in Betracht, eine geführte Tour zu buchen, die Ihnen einen detaillierten historischen Kontext vermittelt. Auch wenn das Gelände zum Erkunden offen ist, helfen Tickets im Voraus oder die Kontaktaufnahme mit den lokalen Behörden, den Zugang sicherzustellen. Aufgrund unebenem Terrain sollten Besucher bequeme Schuhe tragen und Wasser mitbringen, da die Einrichtungen möglicherweise eingeschränkt sind. Prüfen Sie vorab die lokalen Öffnungszeiten, damit Sie Ihre Reise effizient planen können.
Interessante Fakten
- •Das Stadion von Amrit ist eines der ältesten bekannten Stadien der Welt – möglicherweise bereits ab 1500 v. Chr. und damit noch vor den antiken Olympischen Spielen.
- •Der phönizische Tempel in Amrit hat eine gut erhaltene würfelförmige Cella in einem großen, in den Fels gehauenen Innenhof, der von einer Säulenhalle (Portikus) umgeben ist.
- •Die Stadt lag strategisch zwischen zwei Flüssen, Nahr Amrit und Nahr al-Kuble, die möglicherweise die religiösen Praktiken beeinflussten.
- •Der Geograph Strabon beschrieb Amrit im 1. Jahrhundert v. Chr. als Ruine – ein Hinweis darauf, dass die Stadt zu diesem Zeitpunkt bereits im Niedergang war.
- •Die Ausmaße des Stadions ähneln dem antiken Stadion von Olympia in Griechenland: etwa 225 bis 230 Meter Länge und 30 bis 40 Meter Breite.
Geschichte
Amrit, in der Antike als Marathus bekannt, wurde im dritten Jahrtausend v.
Chr.
als phönizische Stadt und Hafen gegründet.
Die Stadt war die nördlichste bedeutende Stadt Phöniziens und eng mit der Inselstadt Arwad verbunden.
333 v.
Chr.
ergab sich Amrit Alexander dem Großen und erlangte später 219 v.
Chr.
die Unabhängigkeit von Arwad.
Doch 148 v.
Chr.
wurde die Stadt von Kräften aus Arwad geplündert, was zum Niedergang und schließlich zur Aufgabe führte.
Zur Zeit des Strabon im 1.
Jahrhundert v.
Chr.
wurden die Ruinen von Amrit bereits beschrieben.
Ausgrabungen, die im 19.
Jahrhundert begannen, haben viel über den Stadtgrundriss und die religiösen Anlagen zutage gefördert und bewahren Amrits Vermächtnis als bedeutende phönizische Stätte.
Ortsführer
Phönizischer Tempel (Ma'abed)3. Jahrtausend v. Chr. - hellenistische Zeit
Ein großer, säulengestützter Tempel, der den Göttern Melqart und Eshmun gewidmet ist. Er umfasst einen 47 mal 49 Meter großen, in den Fels gehauenen Innenhof mit über 3 Metern Tiefe. Umgeben ist er von einer überdachten Portikus, und in der Mitte befindet sich eine würfelförmige Cella.
Phönizisches StadionMöglicherweise 1500 v. Chr. bis 3. Jahrhundert v. Chr.
Ein U-förmiges, in den Fels gehauenes Stadion nordöstlich der Tempel. Es ist etwa 225 bis 230 Meter lang und 30 bis 40 Meter breit. Es verfügt über sieben Reihen teilweise erhaltener Sitzplätze und zwei östliche Eingänge.
Antiker Hafen
Die Überreste des antiken Hafens, den Marathus nutzte. Sie erleichterten die Rolle als bedeutender phönizischer Hafen und Handelszentrum an der Mittelmeerküste.