
Dead Cities
Idlib
Die Dead Cities sind eine Sammlung von etwa 700 verlassenen Siedlungen im Nordwesten Syriens, zwischen Aleppo und Idlib. Die Dörfer stammen aus dem 1. bis 7. Jahrhundert und wurden größtenteils zwischen dem 8. und 10. Jahrhundert aufgegeben. Sie liegen auf dem Kalksteinmassiv, einem erhöhten Kalksteingebiet mit einer Ausdehnung von ungefähr 20 bis 40 Kilometern Breite und 140 Kilometern Länge. Es umfasst drei Hochlandgruppen: Im Norden Mount Simeon und Mount Kurd, in der Mitte die Harim Mountains und im Süden die Zawiya Mountains. Die Siedlungen geben unschätzbare Einblicke in das ländliche Leben in der Spätantike und in der Zeit des Byzantinischen Reiches. Zu den bemerkenswert gut erhaltenen Überresten zählen Wohnhäuser, heidnische Tempel, Kirchen, Zisternen und Badehäuser. Die Dead Cities zeigen den Übergang von der antiken paganen römischen Welt zum byzantinischen Christentum. Zu den wichtigsten Orten gehören die Church of Saint Simeon Stylites, Serjilla, al Bara und weitere. Diese Dörfer florierten dank eines starken Handels mit Olivenöl und ihrer Lage entlang bedeutender byzantinischer Handelsrouten. Doch nach der arabischen Eroberung verlagerten sich die Handelswege, was zu einem wirtschaftlichen Niedergang und schließlich zur Aufgabe der Siedlungen führte. Die Dead Cities wurden 2011 als UNESCO-Welterbestätte unter dem Namen „Ancient Villages of Northern Syria“ eingetragen. Obwohl der Syrienkrieg in einigen Bereichen Schäden verursacht und Flüchtlingssiedlungen entstehen ließ, sind viele Stätten weiterhin gut erhalten und – mit der richtigen Begleitung – für Forschung und Tourismus zugänglich.
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Tipp: Besucher sollten die Dead Cities in den kühleren Monaten einplanen, um der intensiven Sommerhitze zu entgehen. Aufgrund der anspruchsvollen Geografie und der Abgeschiedenheit mancher Orte wird dringend empfohlen, einen ortskundigen Guide zu engagieren – so sind die Besuche sicherer und informierter. Eine gute Vorbereitung und die Nutzung detaillierter Reiseführer, zum Beispiel von Abdallah Hadjar, können das Erlebnis deutlich verbessern. Tickets und Zugangsregelungen können variieren, daher ist es ratsam, die aktuellen Bedingungen und mögliche Einschränkungen zu prüfen. Einige Stätten bieten möglicherweise Rabatte oder Gruppenpreise – Besucher sollten die Verfügbarkeit jedoch im Voraus klären.
Interessante Fakten
- •Die Dead Cities umfassen etwa 700 aufgegebene Siedlungen und gehören damit zu den größten Konzentrationen antiker Dorfanlagen weltweit.
- •Sie geben einen seltenen Einblick in das ländliche Leben während der Spätantike und der byzantinischen Zeit – anders als bei typischen archäologischen Stadtstätten.
- •Zu den architektonischen Überresten zählen vielfältige Bauwerke wie heidnische Tempel, frühe christliche Kirchen, Zisternen und Badehäuser.
- •Die Dead Cities veranschaulichen den kulturellen Wandel von paganen römischen Traditionen hin zum byzantinischen Christentum.
- •Die Stätte wurde 2011 als UNESCO-Welterbestätte unter dem Namen „Ancient Villages of Northern Syria“ eingetragen.
- •Seit 2013 steht die Stätte auf der UNESCO-Liste gefährdeter Kulturdenkmäler – wegen konfliktbedingter Schäden und weiterer Erhaltungsrisiken.
Geschichte
Die Dead Cities entstanden zwischen dem 1.
und 7.
Jahrhundert als blühende ländliche Siedlungen, die vom Olivenölhandel und den strategisch wichtigen Handelsrouten in den römischen und byzantinischen Epochen profitierten.
Nach der arabischen Eroberung im 7.
Jahrhundert führten sich verändernde Handelsrouten zu einem wirtschaftlichen Rückgang.
Im Zeitraum vom 8.
bis 10.
Jahrhundert wurden die meisten Siedlungen aufgegeben.
Über Jahrhunderte blieben die Orte erstaunlich gut erhalten – vor allem aufgrund ihrer Kalksteinkonstruktion und der abgeschiedenen Lage.
2011 wurden die Dead Cities von der UNESCO als Welterbestätte anerkannt und damit ihre kulturelle und historische Bedeutung hervorgehoben.
Seit 2013 ist die Stätte wegen der Auswirkungen des Syrienkriegs und damit verbundener Bedrohungen für den Erhalt als gefährdet eingestuft.
Ortsführer
Church of Saint Simeon Stylites5th century
Eine ikonische frühbyzantinische Kirche, die etwa im 5. Jahrhundert nahe Mount Simeon errichtet wurde. Sie ist Saint Simeon Stylites gewidmet und berühmt für sein asketisches Leben auf einer Säule. Die Anlage umfasst das Fundament der Säule sowie die umliegenden religiösen Bauwerke und zeigt so frühes christliches Kirchenbauhandwerk sowie die Bedeutung des Ortes für Pilgerreisen.
Serjilla4th to 6th centuries
Einer der am besten erhaltenen Orte unter den Dead Cities: Serjilla zeigt ausgedehnte Ruinen von Häusern, Kirchen und öffentlichen Gebäuden. Hier erhält man besonders eindrucksvolle Einblicke in die Architektur und die Stadtplanung byzantinischer Siedlungen auf dem Land.
Al Bara4th to 7th centuries
Eine bedeutende archäologische Stätte, die eine große Siedlung mit zahlreichen gut erhaltenen Gebäuden zeigt – darunter Kirchen, Häuser und öffentliche Bauwerke. Al Bara spiegelt den Wohlstand der Region in der Spätantike und in der byzantinischen Epoche wider.