
Norias von Hama
Ḩimş
Die Norias von Hama sind eine bemerkenswerte Reihe von 17 historischen Wasserkunstanlagen zur Wasserhebung, die entlang des Orontes in der Stadt Hama in Syrien liegen. Diese großen, unterströmigen Wasserräder besitzen kastenartige Wasserauffangkammern, die rund um die Ränder eingelassen sind. Sie schöpfen das Wasser, während der Fluss darunter hinwegströmt, heben es nach oben und leiten es dort in Aquädukte. Ursprünglich für die Bewässerung gebaut, versorgten die Norias Gebäude, Gärten und landwirtschaftliche Flächen mit Wasser. Viele der Anlagen stammen aus der Zeit des Mittelalters; zwei der größten wurden 1361 und 1453 n. Chr. errichtet. Sie hielten einst fast 500 Jahre lang den Rekord als die höchsten Wasserräder der Welt. Auch wenn sie heute nicht mehr zur Wasserversorgung genutzt werden, sind sie ein weithin bewundertes Beispiel für fortschrittliches hydraulisches Ingenieurwesen in der mittelalterlichen muslimischen Welt – geschätzt für ihre enorme Größe, die kunstvolle, detaillierte Holzarbeit und die unverwechselbaren Geräusche, die beim Drehen entstehen. Die Norias werden von Familien versierter Zimmerleute instand gehalten, die die Tradition des Reparierens und Wiederaufbaus über Jahrhunderte bewahrt haben. Beim Bau kommen verschiedene Hölzer zum Einsatz, darunter Walnuss für Achsen und Lager sowie Pappel, Kiefer und Eiche für andere Bauteile. Die Wasserräder haben einen Durchmesser von 7 bis 21 Metern und können je nach Größe zwischen 50.000 und 200.000 Litern Wasser pro Stunde fördern. Im Jahr 2006 wurde die Noria al-Muhammadiya international als Historic Mechanical Engineering Landmark ausgezeichnet – ein Zeichen für ihre technologische Bedeutung.
Planen Sie Ihre Reise nach Syrien mit KI
Erstellen Sie in wenigen Minuten einen detaillierten Reiseplan. KI schlägt die besten Orte, Restaurants und eine optimierte Route vor.
Tipp: Besuchen Sie die Norias von Hama in den kühleren Monaten im Frühling oder Herbst, um es angenehmer zu haben. Obwohl die Norias heute nicht mehr als Wasserlieferanten dienen, bieten ihre drehenden Räder ein faszinierendes Bild – und auch akustisch. Für die besten Besuchszeiten empfiehlt es sich, lokale Fahrpläne oder Guides zu prüfen. Im Voraus sind Tickets oder Reservierungen in der Regel nicht erforderlich, aber die Beauftragung eines sachkundigen lokalen Führers kann den Besuch durch historischen Kontext deutlich bereichern. Besucher können nach eventuellen Ermäßigungen für Gruppen oder Studierende an den örtlichen Touristenbüros fragen.
Interessante Fakten
- •Die Noria al-Muhammadiya, erbaut 1361 n. Chr., wurde 2006 von der American Society of Mechanical Engineers als Historic Mechanical Engineering Landmark benannt.
- •Fast 500 Jahre lang gehörten zwei Norias von Hama zu den höchsten Wasserrädern der Welt und erreichten einen Durchmesser von bis zu 21 Metern.
- •Die Norias können – je nach Größe – zwischen 50.000 und 200.000 Litern Wasser pro Stunde fördern.
- •Für die Holzbauteile werden verschiedene Holzarten verwendet: Walnuss für Achsen und Lager, Pappel, Kiefer und Eiche für andere Teile.
- •Die Wasserauffangkästen an den Rädern haben eine Kapazität von 4 bis 12 Litern pro Stück.
Geschichte
Die Norias von Hama könnten ihren Ursprung in der römischen oder byzantinischen Zeit haben; Hinweise deuten darauf hin, dass bereits im 4.
Jahrhundert n.
Chr.
Norias in der Nähe von Hama existierten.
Historische Aufzeichnungen bestätigen, dass viele Anlagen spätestens im späten 12.
Jahrhundert in Betrieb waren.
Die beiden größten Wasserräder wurden 1361 (Noria al-Muhammadiya) und 1453 n.
Chr.
(Noria al-Ma’muriyya) gebaut.
Im 7.
Jahrhundert n.
Chr.
kam das Gebiet unter muslimisch-arabische Kontrolle; in dieser Zeit wurden technisches Know-how und Verbesserungen an den bestehenden Anlagen zur Wasserhebung angewandt.
Die Norias werden seit Jahrhunderten fortlaufend instand gehalten und immer wieder neu aufgebaut.
Dabei werden hölzerne Teile etwa alle 15 Jahre von erfahrenen Zimmerleuten aus Familien ersetzt, die sich diesem Handwerk verschrieben haben – so bleibt die Tradition bis heute erhalten.
Ortsführer
Noria al-Muhammadiya1361
Die älteste und größte noch erhaltene Noria, erbaut 1361 n. Chr., mit einer Höhe von 21 Metern. Sie zeichnet sich durch kunstvolle Holzarbeiten aus und ist ein Symbol für die herausragende Ingenieurskunst der mittelalterlichen Hydraulik.
Noria al-Ma’muriyya1453
Diese große Noria wurde 1453 n. Chr. errichtet und ist ein weiteres wichtiges Beispiel für die fortschrittliche Technik der Wasserhebung in Hama. Sie ist zwar etwas kleiner als al-Muhammadiya, wirkt jedoch in Ausmaß und Design genauso beeindruckend.
Andere historische Norias
Die verbleibenden Norias unterscheiden sich in der Größe von 7 bis 17 Metern im Durchmesser. Alle besitzen die typischen kastenartigen Wasserauffangkammern sowie eine Holzbauweise, die von traditionellen Zimmerleuten gepflegt wird.