
Azm-Palast
Dimashq
Der Azm-Palast liegt in der Altstadt von Damaskus, Syrien, und wurde 1749 als privater Wohnsitz von As'ad Pasha al-Azm, dem osmanischen Statthalter von Damaskus, errichtet. Der Palast steht beispielhaft für die traditionelle damaszenische Architektur mit einer anspruchsvollen Grundrissstruktur, die den Harem (Familienflügel), selamlek (Gästeunterkunft) und khademlek (Wohnquartiere der Dienerschaft) umfasst. Er wurde von 800 Arbeitern in drei Jahren erbaut und zeichnet sich durch unterschiedliche Baumaterialien wie Kalkstein, Basalt, Sandstein und Marmor aus. Auswendig bemalte hölzerne Decken zeigen Naturmotive. Der zentrale Innenhof besitzt einen traditionellen Wasserfall-Brunnen, und die Bäder sind im kleineren Maßstab Nachbildungen der öffentlichen Damaskus-Hammams. Nach starken Schäden im Zuge der Großen Syrischen Revolution ließen die Behörden der Französischen Mandatsverwaltung den Palast wiederherstellen; später beherbergte er das Französische Institut. Nach der Unabhängigkeit wurde er in das Museum für Künste und Volksbräuche umgewandelt, das syrische Trachten und Handwerkskunst präsentiert. 1983 erhielt der Palast den renommierten Aga-Khan-Preis für Architektur und unterstreicht damit seine kulturelle und architektonische Bedeutung.
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Tipp: Besucher sollten den Palast in den kühleren Monaten besuchen, um die Innenhöfe und Ausstellungen in Ruhe erkunden zu können. Ein vorheriger Ticketkauf oder das Prüfen der Öffnungszeiten kann das Erlebnis verbessern. Für Studierende oder Gruppen gibt es möglicherweise Ermäßigungen. Geführte Touren liefern wertvolle Einblicke in die Geschichte und Architektur des Palasts.
Interessante Fakten
- •Der Palast wurde von 800 Arbeitern in drei Jahren erbaut und verwendet Materialien wie Kalkstein, Basalt, Sandstein und Marmor.
- •Kaiser Wilhelm II. von Deutschland besuchte den Palast während seiner Damaskus-Reise im Jahr 1898.
- •Der Palast erhielt 1983 den Aga-Khan-Preis für Architektur für seine Restaurierung und Erhaltung.
- •Die Bäder im Inneren des Palasts sind eine kleinere Nachbildung der öffentlichen Hammams von Damaskus.
- •Das Museum für Künste und Volksbräuche zeigt traditionelle syrische Trachten, die der Künstler Ziad Zukkari nachgebildet hat.
Geschichte
Der Azm-Palast wurde 1749 in der Osmanenzeit als Wohnsitz von Gouverneur As'ad Pasha al-Azm erbaut und auf einem ehemaligen mamlukischen Palastgelände errichtet.
Bis 1920 blieb er in der Familie Azm, als er im Mandatszeitraum an französische Behörden verkauft wurde.
Der Palast erlitt während der Großen Syrischen Revolution starke Schäden, wurde jedoch von den französischen Architekten Lucien Cavaro und Michel Ecochard wiederhergestellt.
Nachdem Syrien 1946 unabhängig geworden war, wurde der Palast der Familie Azm zurückgegeben und später im Jahr 1951 vom syrischen Staat erworben, um das Museum für Künste und Volksbräuche einzurichten.
Ortsführer
Harem (Familienflügel)18. Jahrhundert
Der private Wohnbereich des Palasts umfasst die Familienquartiere und traditionelle Bäder, die nach den öffentlichen Hammams von Damaskus gestaltet sind. Zu sehen ist eine Abfolge kleiner Räume und schmaler Korridore, die zum eigentlichen Dampfbad führen.
Selamlek (Gästeunterkunft)18. Jahrhundert
Der repräsentative Empfangsbereich besteht aus großen Sälen, Innenhöfen mit Wasserfall-Brunnen sowie Bereichen, die dafür ausgelegt sind, Gäste und offizielle Anlässe zu empfangen.
Khademlek (Wohnquartiere der Dienerschaft)18. Jahrhundert
Der nördliche Teil des Palasts ist den Bediensteten und dem Haushalt gewidmet und zeigt die soziale Struktur sowie die funktionale Gestaltung der Residenz.
Empfangssaal mit Marmorfußboden18. Jahrhundert
In der Nähe der Bäder gelegen, diente dieser Saal als zentraler Empfangsbereich. Der elegante Marmorfußboden unterstreicht die luxuriösen Materialien des Palasts.
Werkstatt-Ausstellungsräume20. Jahrhundert (Umwandlung ins Museum)
Die Räume hinter dem Haupter-Empfangssaal präsentieren heute traditionelle syrische Handwerkskunst wie Glaswaren, Kupferarbeiten und Textilien und zeigen so das kulturelle Erbe.
Kontakt
Telefon: 011 831 4243