Palumeu-Dorf
Sipaliwini
Das Palumeu-Dorf liegt im Landesinneren Surinames an der Mündung des Paloemeu- und des Tapanahoni-Flusses. Es wird vor allem von den Tiriyó-Amerindianern bewohnt, außerdem leben hier kleinere Gruppen der Wayana- und Aparai-Stämme. Als bedeutsame indigene Siedlung gegründet, wurde der Ort historisch kartiert und von Lodewijk Schmidt aufgesucht, der 1942 den ersten Tiriyó-Captain einsetzte. Das Dorf verfügt über wichtige Gemeinschaftseinrichtungen wie eine Grundschule sowie ein Gesundheitszentrum, das von Medische Zending betrieben wird. Trotz der abgeschiedenen Lage ist Palumeu per Fluss erreichbar – zusätzlich über den nahegelegenen Vincent Fayks Airport. So ist es eine Art Tor zum umliegenden Regenwald und zu Ökotourismus-Aktivitäten entlang des Tapanahoni-Flusses. Projekte zur nachhaltigen Energieversorgung über ein Mikro-Kraftwerk (Wasserkraft) haben sich jedoch als schwierig erwiesen; derzeit nutzt das Dorf weiterhin eine begrenzte, mit Diesel erzeugte Elektrizität. Der nahegelegene Berg Kasikasima, etwa 65 Kilometer entfernt, ist für abenteuerlustige Besucher ein markantes Naturziel, das per Boot erreichbar ist.
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Tipp: Planen Sie Ihre Reise idealerweise in der Trockenzeit, dann ist die Flussfahrt einfacher und der Zugang leichter. Es wird empfohlen, Flüge zum Vincent Fayks Airport im Voraus zu buchen, da die Verfügbarkeit begrenzt ist. Erkunden Sie den Ökotourismus im Regenwald vor Ort verantwortungsvoll und respektieren Sie die lokalen indigenen Bräuche. Der Strom ist nur eingeschränkt verfügbar – planen Sie das entsprechend ein. Der Kauf von Tickets oder die Buchung von Touren über etablierte Ökotourismus-Anbieter kann den Besuch bereichern und die lokale Gemeinschaft unterstützen.
Interessante Fakten
- •Palumeu liegt an der Stelle, an der der Paloemeu-Fluss in den Tapanahoni-Fluss mündet – ein bedeutendes geografisches Merkmal.
- •Das Dorf wird überwiegend von Tiriyó-Amerindianern bewohnt, mit Minderheiten der Wayana und Aparai.
- •Lodewijk Schmidt, ein Saramaka-Maroon, unternahm drei Expeditionen nach Palumeu und setzte 1942 den ersten Tiriyó-Captain ein.
- •Der Berg Kasikasima, ein 718 Meter hoher Gipfel, liegt etwa 65 Kilometer von Palumeu entfernt und ist per Boot erreichbar.
- •Die Bemühungen, in Palumeu ein Mikro-Kraftwerk (Wasserkraft) zu bauen, sind auf Schwierigkeiten gestoßen, und das Dorf ist (Stand 2014) weiterhin auf begrenzten, mit Diesel erzeugten Strom angewiesen.
Geschichte
Palumeu wurde Anfang der 1940er-Jahre erstmals von Lodewijk Schmidt kontaktiert und kartiert.
Schmidt war ein Saramaka-Maroon, den die Regierung Surinames beauftragt hatte, Kontakte zu indigenen Amerindianergemeinschaften im Landesinneren aufzunehmen.
1942 wurde Joeloe als erster Captain des Tiriyó-Stammes in Palumeu eingesetzt – ein formeller Beginn einer Führungsstruktur.
In den folgenden Jahrzehnten hat das Dorf seine indigene kulturelle Identität bewahrt und sich zugleich nach und nach mit grundlegender Infrastruktur wie Bildung und Gesundheitsversorgung weiterentwickelt.
Versuche, die Energieversorgung mit nachhaltigen Projekten zu modernisieren, begannen in den frühen 2000er-Jahren, mussten jedoch Rückschläge hinnehmen.
Seit 2014 ist Palumeu daher weiterhin auf Dieselstrom angewiesen.