Brokopondo-Stausee

Brokopondo

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Der Brokopondo-Stausee trägt offiziell den Namen Professor Doctor Ingenieur W. J. van Blommestein Meer und wird vor Ort Brokopondostuwmeer genannt. Dabei handelt es sich um einen riesigen künstlichen See in Suriname mit einer Fläche von etwa 1.560 Quadratkilometern. Er entstand zwischen 1961 und 1964, indem der Afobaka-Staudamm über den Suriname River bei der Ortschaft Afobaka gebaut wurde. Der Stausee spielt eine entscheidende Rolle in der Energieerzeugung Surinames: Vor allem liefert er Strom für die Bauxit-Aufbereitungsanlagen, die von Suralco betrieben werden – einer Tochtergesellschaft von Alcoa – sowie für die Hauptstadt Paramaribo. Durch die Anlage des Stausees mussten etwa 5.000 Menschen ihre Dörfer wie Ganzee verlassen, das mit rund 1.200 Einwohnern das größte war. Der Bau des Damms trug außerdem zur regionalen Entwicklung bei, verbesserte die Bewässerung und belebte den Tourismus sowie das Angeln. Trotz der Vorteile wurde das Projekt kritisiert, weil es weite Gebiete tropischen Regenwaldes überflutete, die biologisch besonders wertvoll sind – deutlich mehr, als es bei anderen großen Wasserkraftprojekten im Verhältnis zur erzeugten Energie der Fall war. Ein besonderes Merkmal des Stausees ist der versunkene Wald: Er wurde vor der Flutung nicht gerodet. Das führte zu innovativen Holzgewinnungsarbeiten, die 2004 begannen, um wertvolles Holz aus dem See zu bergen. Diese Maßnahmen haben internationales Interesse geweckt und der wirtschaftlichen und ökologischen Geschichte des Stausees eine ungewöhnliche Facette hinzugefügt.

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Tipp: Planen Sie Ihren Besuch am besten in der Trockenzeit, wenn die Wasserstände stabiler sind und die Bedingungen fürs Bootfahren und Angeln am besten sind. Es wird empfohlen, geführte Touren oder Bootsausflüge im Voraus zu buchen, um den riesigen Stausee sicher zu erkunden. Für die Besichtigung des Stausees selbst gibt es zwar keine speziellen Ticketanforderungen, aber wenn Sie den Transport und lokale Guides vorher organisieren, kann das das Erlebnis deutlich verbessern. Wer sich für die besondere versunkene Holzgewinnung interessiert, sollte nach Dokumentationsvorführungen oder lokalen Ausstellungen Ausschau halten, die diese Aktivität in den Fokus stellen.

Interessante Fakten

  • Der Stausee bedeckt fast ein Prozent der gesamten Landfläche Surinames und zählt damit zu den größten Stauseen der Welt.
  • Der Damm überflutete etwa 160.000 Hektar tropischen Regenwald – die höchste überflutete Fläche pro Megawatt unter den weltweit untersuchten großen Wasserkraftprojekten.
  • Dörfer mit rund 5.000 Einwohnern wurden aufgegeben, um den Stausee zu schaffen; die Bewohner wurden in neu gegründete Ortschaften flussabwärts umgesiedelt.
  • Die versunkenen Bäume wurden vor der Flutung nicht gerodet. Daraus entstanden einzigartige Holzgewinnungsarbeiten, bei denen „Stausee-Holz“ nach Europa und in die Vereinigten Staaten exportiert wird.
  • Eine Dokumentation über die Holzgewinnungsaktivitäten wurde 2011 im franco-deutschen Fernsehsender Arte ausgestrahlt.

Geschichte

1961

Der Brokopondo-Stausee entstand zwischen 1961 und 1964 durch den Bau des Afobaka-Staudamms am Suriname River; bis 1971 erreichte der Stausee optimale Wasserstände.

000

Für die Anlage mussten rund 5.000 Bewohner aus überfluteten Dörfern umgesiedelt werden, darunter Ganzee.

Der Damm wurde vor allem gebaut, um Strom für die Bauxit- und Aluminiumindustrie sowie für die Hauptstadt Surinames zu liefern.

Im Laufe der Zeit förderte er außerdem die regionale Entwicklung und erhöhte den Tourismus.

Das Projekt wurde jedoch wegen seiner Umweltauswirkungen kritisiert – insbesondere wegen der großflächigen Überflutung von tropischem Regenwald.

2004

Ab 2004 begannen Initiativen, die versunkenen Bäume zu ernten, und machten aus einer Herausforderung eine wirtschaftliche Chance.