
Laas Geel Felskunst
Bari
Laas Geel ist eine bemerkenswerte Anlage aus Felsunterkünften nahe Hargeisa in Somalia. Berühmt ist der Ort vor allem wegen seiner außerordentlich gut erhaltenen neolithischen Höhlenmalereien. Die Kunstwerke stammen aus einem Zeitraum von ungefähr 5.500 bis 4.500 Jahren und zeigen langhörnige Rinder, die mit zeremoniellen Gewändern und Brustpanzern (plastrons) geschmückt sind – sowie Menschen, von denen man annimmt, dass sie zu den frühen Bewohnern der Region gehörten. Außerdem finden sich Darstellungen von domestizierten Hunden, wilden Canidae und Giraffen, umgesetzt im unverwechselbaren äthiopisch-arabischen Stil. Die Erhaltung des Fundorts ist vor allem den schützenden Granit-Vorüberhängen zu verdanken, die die Kunst vor dem Wetter bewahren. International entdeckt wurde Laas Geel 2002 von einem französischen archäologischen Team. Seitdem liefert der Ort unschätzbare Einblicke in die frühen pastoralistisch geprägten Gesellschaften am Horn von Afrika. Der Name „Laas Geel“ setzt sich aus somalischen Wörtern für „Brunnen“ und „Kamel“ zusammen und verweist damit auf die historische Verbindung des Ortes zu Wasserquellen, die für Vieh und Menschen lebenswichtig waren. Neben seiner Bedeutung für die Kunst steht Laas Geel auch als kulturelles Erbe-Symbol für das somalische Volk – besonders für die Clans Adam Isa und Abokor Isa.
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Tipp: Planen Sie Ihren Besuch am besten in der Trockenzeit, damit Sie leichter hinkommen und die Bedingungen zum Betrachten besser sind. Es empfiehlt sich, die Besichtigung über lokale Guides zu organisieren, die den historischen Kontext erklären können und für einen respektvollen Umgang mit der Stätte sorgen. Wo möglich, sollten Tickets oder Genehmigungen im Voraus gekauft werden. Besucher sollten außerdem nach verfügbaren Ermäßigungen für Studierende oder Gruppen fragen. Aufgrund der abgelegenen Lage sind eine passende Transportplanung und eine gute Vorbereitung auf begrenzte Einrichtungen entscheidend.
Interessante Fakten
- •Laas Geel enthält einige der frühesten bekannten Darstellungen domestizierter afrikanischer Auerochsen im Horn von Afrika.
- •Die Felskunst zeigt Rinder mit zeremoniellen Gewändern und Brustpanzern (plastrons), was auf eine rituelle Bedeutung hindeutet.
- •Zu den Bildern zählen Darstellungen domestizierter Hunde und von Giraffen – seltene Motive in der afrikanischen Felskunst.
- •Der Ort wurde erst nach einer französischen Expedition im Jahr 2002 international als Felskunst bekannt, obwohl die Höhlen lokal seit Jahrhunderten bekannt waren.
Geschichte
Die Felskunst von Laas Geel wurde erstmals 2002 im internationalen Blickfeld bekannt, als bei einer französisch geleiteten archäologischen Bestandsaufnahme das Ziel verfolgt wurde, die frühe wirtschaftliche Produktion am Horn von Afrika zu dokumentieren.
Obwohl die Höhlen lokal seit Jahrhunderten bekannt waren, zeigte die Entdeckung eine Reihe von zehn Felsnischen mit eindrucksvollen Gemälden, die älter als 4.500 Jahre sind.
Weitere Missionen im Jahr 2003 widmeten sich detaillierten Studien, um die Kunst in ihren prähistorischen Kontext einzuordnen.
Der Fundort spiegelt eine frühe pastoralistische Kultur wider: Zu sehen sind domestizierte Rinder und menschliche Figuren.
Er gehört zudem zu einem größeren Netzwerk ähnlicher archäologischer Stätten in ganz Somalia, das bislang noch zu wenig erforscht ist.
Ortsführer
Die Haupt-Felsunterkünftecirca 3500-2500 v. Chr.
Eine Reihe von zehn Granit-Felsnischen mit den eindrucksvollen neolithischen Gemälden. Zu sehen sind zeremonielle Rinder und frühe menschliche Figuren, die dank der natürlichen Überhänge in bemerkenswerter Qualität erhalten geblieben sind.
Darstellungen zeremonieller Rindercirca 3500-2500 v. Chr.
Gemälde von langhörnigen Rindern, die mit dekorativen Gewändern und Brustpanzern (plastrons) geschmückt sind. Man geht davon aus, dass sie rituelle oder soziale Bedeutung bei frühen Viehhirten widerspiegeln.
Menschliche Figuren und Viehhirtencirca 3500-2500 v. Chr.
Darstellungen von Menschen neben Rindern, die als Viehhirten und als Mitglieder der Gemeinschaft gedeutet werden, die für das Vieh verantwortlich waren. So geben sie Einblicke in die sozialen Strukturen der Jungsteinzeit (Neolithikum).