
Bojná Archaeological Site
Nitra Region
Die Bojná Archaeological Site in der Nitra-Region der Slowakei gilt als eine der größten Ansammlungen großmährischer Anlagen des Landes. Sie besteht aus einem System slawischer Burgwälle, die strategisch am südöstlichen Fuß des Gebirges Považský Inovec liegen und den Pass zwischen den Flussgebieten von Váh und Nitra bewachen. Die Hauptanlage Bojná I (Valy) war stark befestigt: mit Mauern von bis zu sechs Metern Höhe, Gräben und Toren, und sie war im 9. Jahrhundert dicht besiedelt. Bei Ausgrabungen wurden zahlreiche Werkstätten, vor allem Schmieden, sowie Tausende von Artefakten entdeckt – darunter Waffen wie Streitäxte, Schwerter und Seaxes –, was auf die Präsenz einer Kriegerelite schließen lässt. Zu den bedeutendsten Funden zählen einige der ältesten christlichen Kultgegenstände in der Slowakei: darunter eine bronzene Glocke vom Canino-Typ sowie goldplattierte Plaketten mit Darstellungen von Engeln und Christus, datiert auf 780 bis 820 n. Chr., also vor der Mission der Heiligen Kyrill und Method. Außerdem belegen zwei kurze lateinische Inschriften, die hier gefunden wurden, die frühesten Hinweise auf Schrift in der Geschichte der Slowakei. Die Anlage wurde vermutlich im 10. Jahrhundert gewaltsam zerstört – möglicherweise durch alte ungarische Verbände – und danach nur noch weniger intensiv genutzt. Heute werden viele Funde im Ponitrianske Museum in Nitra ausgestellt, und ein vor Ort dem Areal gewidmetes Museum wurde 2007 eröffnet. Das östliche Tor der Burganlage Bojná I wurde 2018 rekonstruiert: Es besitzt einen 11 Meter hohen und 12 Meter breiten Eingang mit einem dahinterliegenden Tunnel. Das archäologische Areal bietet einen einzigartigen Einblick in die frühmittelalterliche slawische Kultur, in Kriegführung und in den Beginn des Christentums in der Region.
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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch der Bojná Archaeological Site sind die wärmeren Monate, wenn sich die Erkundung im Freien angenehm gestaltet. Besucher sollten die Öffnungszeiten des örtlichen Museums prüfen und in der Hauptsaison nach Möglichkeit bereits im Voraus Tickets kaufen. Die Anlage bietet einen hohen Bildungswert – geführte Touren oder Informationsmaterial können das Erlebnis bereichern. Ermäßigungen sind möglicherweise für Schüler, Senioren oder Gruppen erhältlich. Aufgrund des Geländes rund um die Burgwälle werden bequeme Wanderschuhe empfohlen.
Interessante Fakten
- •Die Bojná Archaeological Site enthält einige der ältesten christlichen Fundstücke in der Slowakei, darunter goldplattierte Plaketten aus den Jahren 780–820 n. Chr.
- •Zwei kurze lateinische Inschriften, die in Bojná gefunden wurden, gelten als der früheste Nachweis von Schrift in der Geschichte der Slowakei.
- •Der Burgwall Bojná I war durch Mauern von bis zu 6 Metern Höhe geschützt, mit Verteidigungsgräben und Toren.
- •Die Anlage wurde vermutlich im 10. Jahrhundert gewaltsam zerstört, möglicherweise durch alte ungarische Einheiten.
- •Das östliche Tor von Bojná I wurde 2018 rekonstruiert und verfügt über einen 11 Meter hohen Eingang mit einem dahinterliegenden Tunnel.
Geschichte
Die Gegend von Bojná ist mindestens seit dem 9.
Jahrhundert bewohnt.
Damals war der Burgwall Bojná I eine bedeutende befestigte Siedlung aus der Zeit des Großmährischen Reiches.
Er hatte eine strategische Bedeutung für die Kontrolle des Passes zwischen den Flussgebieten von Váh und Nitra.
Die Anlage war stark befestigt, mit Mauern und Gräben, und diente als Zentrum für Handwerk und militärische Aktivitäten.
Im 10.
Jahrhundert wurde der Ort gewaltsam zerstört, vermutlich durch eindringende ungarische Kräfte, was den Niedergang seiner Bedeutung markierte.
Das Dorf Bojná selbst wurde erstmals in schriftlichen Quellen im Jahr 1424 erwähnt; frühere Siedlungen in der Umgebung gehen bis ins 12.
Jahrhundert zurück.
Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich das Gebiet von einem strategisch wichtigen mittelalterlichen Ort zu einer modernen Gemeinde mit reichem archäologischem Erbe.
Ortsführer
Bojná I Hillfort (Valy)9th century
Die Haupt- und größte Burganlage des Bojná-Komplexes mit massiven Verteidigungsmauern, Gräben und Toren. Im 9. Jahrhundert war sie ein bedeutendes Zentrum für Werkstattbetrieb und militärische Aktivitäten. Besucher können das rekonstruierte östliche Tor erkunden und mehr über die strategische Bedeutung des Areals erfahren.
Lokales Museum von Bojná2007
Das 2007 eröffnete Museum zeigt viele Artefakte, die aus den Burgwällen von Bojná ausgegraben wurden – darunter Waffen, Werkzeuge und frühe christliche Kultgegenstände wie bronzene Glocken und goldplattierte Plaketten. Es bietet einen detaillierten historischen Kontext zur Zeit des Großmährischen Reiches und zur Bedeutung der Anlage.
Kontakt
Telefon: 0903 211 785