Nitraer Synagoge

Nitraer Synagoge

Nitra Region

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Die Nitraer Synagoge, 1911 fertiggestellt und vom renommierten Budapester Architekten Lipót Baumhorn entworfen, ist ein bemerkenswertes Beispiel für die neologistische Synagogenarchitektur in eklektischer Ausprägung: Sie vereint Stile des maurischen Revival, des byzantinischen Revival und des Jugendstils. In einer schmalen Gasse in Nitra, Slowakei gelegen, prägt eine markante Fassade mit zwei Türmen das Gebäude. Der Kuppelsaal wird von vier Säulen getragen, die zugleich die Empore für die Frauen unterstützen. Ursprünglich diente die Synagoge bis zum Zweiten Weltkrieg als Ort des Gottesdienstes; während des Holocaust erlebte sie die tragische Deportation der jüdischen Gemeinde von Nitra. Nach Jahrzehnten der Vernachlässigung und dem Überleben der Zerstörung anderer jüdischer öffentlicher Gebäude in der Stadt wurde die Synagoge restauriert und 2004 als lebendiges Kulturzentrum wiedereröffnet. Heute beherbergt sie „The Fate of Slovak Jews“, die nationale Holocaust-Gedenkausstellung, sowie eine permanente Präsentation grafischer Werke der in Nitra geborenen israelischen Künstlerin Shraga Weil. Die reich verzierte Fassade mit orientalischen Motiven und der zentrale kuppelüberspannte Hauptraum machen die Synagoge zu einem einzigartigen architektonischen und historischen Wahrzeichen in der Slowakei.

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Tipp: Besucherinnen und Besucher werden gebeten, ihre Reise in den wärmeren Monaten zu planen, wenn kulturelle Veranstaltungen wie Kammerkonzerte, Theateraufführungen und Ausstellungen regelmäßig stattfinden. Für besondere Events wird empfohlen, Tickets im Voraus zu buchen. Die Synagoge bietet einen besonders eindrucksvollen Einblick in die Geschichte und Kunst der slowakischen Juden – mit gut zugänglichen Ausstellungen und einer ruhigen Atmosphäre. Ermäßigungen können für Studierende und Seniorinnen bzw. Senioren verfügbar sein. Fotografieren ist häufig erlaubt, sollte jedoch vor Ort bestätigt werden.

Interessante Fakten

  • Die Synagoge wurde von Lipót Baumhorn entworfen, der viele Synagogen in ganz Mitteleuropa gestaltete – darunter die große Synagoge in Lučenec und die in Liptovský Mikuláš.
  • Sie überlebte 1963 die Zerstörung jüdischer öffentlicher Gebäude in Nitra und ist damit ein selten gebliebenes Beispiel für jüdisches Kulturerbe in der Stadt.
  • Die Frauenempore beherbergt die nationale Holocaust-Gedenkausstellung der Slowakei mit dem Titel „The Fate of Slovak Jews“.
  • In der Synagoge gibt es eine permanente Ausstellung mit grafischen Werken von Shraga Weil, einem bedeutenden israelischen Künstler, der in Nitra geboren wurde.
  • Die Architektur der Synagoge ist eine eklektische Mischung aus Stilen des maurischen Revival, des byzantinischen Revival und des Jugendstils – geprägt durch zwei Türme und den kuppelüberspannten Betsaal.

Geschichte

Die jüdische Gemeinde in der Region um Nitra reicht bis ins 1.

Jahrhundert zurück; zunächst siedelten sich die Menschen in dem nahegelegenen Parovce an, da es in Nitra selbst Einschränkungen gab.

1750

Die Gemeinde in Nitra wurde offiziell 1750 gegründet.

1910

Die Synagoge wurde zwischen 1910 und 1911 von Lipót Baumhorn errichtet, einem äußerst produktiven Architekten für Synagogen in ganz Mitteleuropa.

Während des Zweiten Weltkriegs erlitt die jüdische Bevölkerung von Nitra verheerende Deportationen in die Vernichtungslager, wobei viele im Holocaust ums Leben kamen.

Nach dem Krieg war die Synagoge das einzige jüdische öffentliche Gebäude in Nitra, das die weitreichende Zerstörung überstand.

Die Eigentumsverhältnisse gingen Ende des 20.

2004

Jahrhunderts von der jüdischen religiösen Gemeinde auf lokale Behörden über, und nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten wurde sie 2004 als Kulturstätte wiedereröffnet.

Ortsführer

1
Fassade mit zwei Türmen1911
Lipót Baumhorn

Die eindrucksvolle Fassade mit zwei Türmen der Synagoge blickt direkt auf die Straße und zeigt Baumhorns charakteristischen eklektischen Stil, der maurische und byzantinische Elemente mit Details im Jugendstil verbindet. Die Fassade ist mit glasierten Ziegeln und ornamentalen Motiven verziert, die von der orientalischen Architektur inspiriert sind.

2
Kuppelüberspannter Betsaal1911
Lipót Baumhorn

Der zentrale Gebetssaal ist ein quadratischer Raum, der von einer großen Kuppel überdacht wird, welche auf vier prächtig verzierten Säulen ruht. So entsteht ein luftiges, offenes Inneres, in dem die Kuppel über der Frauenempore aufragt – diese umschließt den Betsaal.

3
Frauenempore und Holocaust-Ausstellung2004

Die Frauenempore beherbergt heute „The Fate of Slovak Jews“ – eine permanente Ausstellung, die den Holocaust-Erfahrungen der slowakischen Juden gewidmet ist und mit historischen Einordnungen sowie persönlichen Geschichten ein umfassendes Bild vermittelt. Die Präsentation erfolgt über multimediale Darstellungen.

4
Permanente Ausstellung Shraga Weil
Shraga Weil

Die Synagoge zeigt eine permanente Ausstellung grafischer Werke von Shraga Weil, einem israelischen Künstler, der in Nitra geboren wurde. Seine Kunst greift biblische und jüdische Themen auf und schafft so eine Verbindung zwischen Besucherinnen und Besuchern und dem kulturellen Erbe der lokalen jüdischen Gemeinde.

Kontakt

Telefon: 037/652 53 20