
St.-Michaels-Kapelle
Košice Region
Die St.-Michaels-Kapelle liegt direkt südlich der St.-Elisabeth-Kathedrale in Košice (Slowakei) und ist ein bedeutendes gotisches Bauwerk aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Ursprünglich diente sie als Friedhofskapelle (karner) und ist nach der Dominikanerkirche das zweitälteste Gebäude in Košice. Der Erzengel Michael, Schutzpatron der Verstorbenen, ist ihr gewidmet. Über dem Eingang sind Darstellungen des Hl. Michael sowie der Apostel Petrus und Paulus zu sehen. Im Laufe der Jahrhunderte erlebte die Kapelle größere Veränderungen – darunter eine radikale Erweiterung im Jahr 1508, bei der sich ihr Volumen verdoppelte und ihre elegante Form in eine kräftigere, massivere Struktur umgewandelt wurde. Im 15. Jahrhundert wurde sie bei einem polnisch-litauischen Artillerieangriff beschädigt, und besonders stark traf sie ein Großbrand im Jahr 1556, der weite Teile von Košice zerstörte. In der Zeit der Reformation und Gegenreformation wechselte sie mehrfach zwischen katholischer und protestantischer Nutzung und erhielt den Spitznamen „Slovak Church“, weil Gottesdienste auf Slowakisch abgehalten wurden. Heute locken das gotische Innere der Kapelle und das mysteriöse unterirdische Ossarium Besucher an, während der angrenzende Park mit Brunnen eine ruhige Auszeit bietet.
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Tipp: Besucher sollten sich Tickets für geführte Touren durch das Innere der Kapelle und das unterirdische Ossarium an der nahegelegenen St.-Elisabeth-Kathedrale besorgen. Am besten lässt sich die Kapelle in den wärmeren Monaten besuchen, wenn der angrenzende Park zum Entspannen einlädt. Da die Kapelle die ganze Woche über geschlossen ist, empfiehlt sich eine Planung rund um besondere Veranstaltungen oder Führungen. Familienbesuche sind willkommen, konkrete Ermäßigungen werden nicht genannt, aber es lohnt sich, im Voraus nach Angeboten für Gruppen oder Bildungseinrichtungen zu schauen.
Interessante Fakten
- •Die Kapelle ist nach der Dominikanerkirche das zweitälteste heute noch erhaltene Gebäude in Košice.
- •Im 15. Jahrhundert wurde sie schwer durch Artilleriefeuer beschädigt – der erste dokumentierte Einsatz von Artillerie gegen Košice.
- •Die Kapelle diente als Gebeinhaus mit unterirdischem Ossarium – ein seltenes Merkmal in der Region.
- •Während der Reformation war sie als „Slovak Church“ bekannt, weil die Gottesdienste auf Slowakisch abgehalten wurden, anders als in der Hauptkathedrale, die katholisch blieb.
- •Die Erweiterung von 1508 verdoppelte beinahe die Größe der Kapelle und veränderte ihren architektonischen Charakter: von schlankem Gotik-Stil zu einer deutlich massiveren Struktur.
Geschichte
Die Kapelle wurde zwischen 1340 und 1380 errichtet, ursprünglich neben einer romanischen einschiffigen Kirche, die der St.-Elisabeth-Kathedrale vorausging.
Vermutlich diente sie als Aufbewahrungsort für Gebeine, die aus dem umliegenden Friedhof exhumiert worden waren, und beherbergte Konvent- bzw.
Requiemmessen.
Im 15.
Jahrhundert wurde sie bei einem polnisch-litauischen Angriff durch Artillerie beschädigt – dies war der erste dokumentierte Einsatz von Artillerie gegen die Stadt.
Die früheste schriftliche Überlieferung stammt aus dem Jahr 1452 und belegt eine Schenkung für ein ewiges Licht in der Kapelle.
Eine große Rekonstruktion im Jahr 1508 erweiterte die Kapelle erheblich – unter der Schirmherrschaft von Juraj Szatmáry, königlichem Kanzler und Erzbischof.
Im großen Brand von 1556, der Košice verwüstete, wurde die Kapelle schwer beschädigt.
In der Zeit der Reformation wechselte sie mehrmals zwischen katholischen und protestantischen Gemeinden und erhielt schließlich den Namen „Slovak Church“ wegen der Gottesdienste auf Slowakisch.
Ortsführer
Gotisches Interieur14. Jahrhundert
Das Innere der Kapelle zeigt gotische Gestaltungselemente wie spitzbogige Arkaden, Kreuzrippengewölbe und religiöse Bildwerke – darunter das Tympanon über dem Eingang mit Darstellungen des Hl. Michael sowie der Apostel Petrus und Paulus.
Unterirdisches Ossarium14. Jahrhundert
Unter der Kapelle liegt ein mysteriöses Ossarium, in dem Gebeine aufbewahrt wurden – ein Hinweis darauf, dass die Kapelle ursprünglich als Gebeinhaus für den Friedhof rund um die St.-Elisabeth-Kathedrale diente.
Angrenzender Park mit Brunnen
Neben der Kapelle lädt ein ruhiger Park mit Brunnen zum Verweilen ein. Er ist bei Besuchern beliebt, um sich nach der Besichtigung der Kapelle und des umliegenden historischen Zentrums von Košice kurz zu erholen.
Kontakt
Telefon: 055/622 15 55