
Bystrianska-Höhle
Banská Bystrica Region
Die Bystrianska-Höhle in der Region Banská Bystrica in der Slowakei ist ein beeindruckendes Höhlensystem aus Kalkstein. Entstanden ist es in dunklen Kalksteinen und Dolomiten der mittleren Trias. Die Höhle erstreckt sich über 2.637 Meter und erreicht eine Tiefe von 95 Metern. Die verwinkelten Gänge entstanden entlang tektonischer Risse und wurden durch den unterirdischen Fluss Bystra erweitert. Zu den bemerkenswerten Tropfsteinen gehören die Ringenden Tropfsteine, der Baldaquin und die Blacksmith's Workshop sowie weitere Sinterbildungen. Hinzu kommen einzigartige, mit Sinter beschichtete Granitgeschiebe aus der Niederen Tatra. Die Höhle hat auch historisch Bedeutung: Man kennt sie bereits seit der Vorgeschichte. Neue Bereiche wurden in den 1920er-Jahren entdeckt und später in den 1950er-Jahren miteinander verbunden. Während des Zweiten Weltkriegs diente sie außerdem als Zufluchtsort für Dorfbewohner, die sich vor den deutschen Streitkräften versteckten. Heute ist ein Teil der Höhle für die Öffentlichkeit zugänglich und zeigt die natürliche Schönheit. Ein anderer Abschnitt wird für die Speleotherapie genutzt, um Atemwegserkrankungen zu behandeln. Eine Gedenktafel im Inneren erinnert an einen Partisanen, der im Krieg in der Höhle getötet wurde, was der kulturellen und historischen Bedeutung noch mehr Gewicht verleiht.
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Tipp: Besucher sollten die Öffnungszeiten im Voraus prüfen und bei Spitzenzeiten am besten bereits vorab Tickets kaufen. Die beste Zeit für einen Besuch sind die wärmeren Monate, wenn der Zugang leichter ist. Speleotherapie-Sitzungen sind im medizinischen Saal für Atemwegsbehandlungen verfügbar und besonders für Kinder geeignet. Aufgrund des kühlen und feuchten Höhlenklimas werden bequemes Schuhwerk und warme Kleidung empfohlen.
Interessante Fakten
- •Die Bystrianska-Höhle ist die größte Höhle an der Südseite des Gebirgszugs Niedere Tatra.
- •Die Höhle besitzt einzigartige Ringende Tropfsteine, die bei einem Schlag musikalische Geräusche erzeugen.
- •Durch die Höhle fließt ein unterirdischer Bach, der nach etwa 4 km im Ort Valaská wieder austritt.
- •Während des Zweiten Weltkriegs versteckten sich Dorfbewohner 21 Tage lang in der Höhle, um sich vor deutschen Truppen zu schützen.
- •Die Höhle beherbergt 13 Fledermausarten, darunter die Kleine Hufeisennase und die Große Mausohrenfledermaus.
Geschichte
Die ältesten Teile der Höhle sind seit der Vorgeschichte bekannt.
Neue Abschnitte wurden 1926 von den Brüdern Hollmann und Jozef Kovalčík entdeckt; die Höhle wurde von ihnen bereits 1941 vorläufig eröffnet.
1955 wurden der alte und der neue Teil verbunden, und bis 1968 waren fast 490 Meter für die Öffentlichkeit zugänglich.
Während des Zweiten Weltkriegs nutzten 1945 lokale Dorfbewohner die Höhle als Schutz vor der deutschen Besatzung; sie überlebten 21 Tage unter Tage.
Seit 1971 werden einige Bereiche der Höhle für Speleotherapie-Behandlungen verwendet.
Ortsführer
Ringende Tropfsteine (Zvonivé stalaktity)
Diese Tropfsteine erzeugen beim Anstoßen klingende Geräusche – ein seltenes Naturphänomen, das Besucher fasziniert und die einzigartigen mineralischen Formationen der Höhle in den Mittelpunkt stellt.
Baldaquin (Beldachýn)
Eine spektakuläre, vorhangartige Tropfsteinformation, die einen der Hauptsäle der Höhle schmückt. Bewundert wird sie für ihr zartes und detailreiches Aussehen.
Blacksmith's Workshop (Kovacska vyhna)
Eine markante Tropfstein- und Sinterbildung, die an eine traditionelle Schmiede erinnert. Durch die natürlichen Formen trägt sie zu einem kulturgeschichtlichen Erzählen über die Höhle bei.
Mostárenské Hall1951
1951 entdeckt, ist dieser große Saal Teil der öffentlichen Rundtour und zeigt eindrucksvolle geologische Besonderheiten.
Gedenktafel1945
Im größten Kuppelraum gelegen, erinnert sie an einen Partisanen, der während des Zweiten Weltkriegs von faschistischen Soldaten in der Höhle getötet wurde. So spiegelt sich die Rolle der Höhle in der lokalen Geschichte wider.
Speleotherapie-Medizinsaal1971
Ein spezieller Raum, der seit 1971 für therapeutische Behandlungen von Atemwegserkrankungen genutzt wird – besonders für Kinder. Möglich macht das der Rückgriff auf das Mikroklima der Höhle.
Kontakt
Telefon: 048/619 51 33