
Gustavianum
Uppsala län
Das Gustavianum in Uppsala, Schweden, ist das älteste noch erhaltene Gebäude der Universität Uppsala und wurde in den 1620er-Jahren errichtet. Es liegt gegenüber dem Dom zu Uppsala im Stadtteil Fjärdingen und dient heute als Universitätsmuseum. Das Gebäude integriert mittelalterliche Mauern aus der ehemaligen Residenz des Erzbischofs und war ursprünglich für Hörsäle, eine Studenten-Kantine und eine Druckerei konzipiert. Zu den markantesten Besonderheiten zählt das Anatomische Theater, das zwischen 1662 und 1663 von Professor Olof Rudbeck dem Älteren für öffentliche Sektionen erbaut wurde. Berühmt ist es für seine erhöhte Kuppel mit mehreren Fenstern, die natürliches Licht für eine besonders genaue Betrachtung ermöglichten. Das Theater bot Platz für bis zu 200 stehende Zuschauer und galt als eines der schönsten seiner Art in Europa. Das Gustavianum beherbergt außerdem sechs ständige Ausstellungen – darunter Sammlungen von Kunst, ägyptischen Altertümern, Münzen, Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte sowie Artefakte aus der Wikingerzeit von nahegelegenen Bootsgräbern. Das Museum wurde 1997 eröffnet und gehört seit 2025 zum kulturellen Kanon Schwedens. Nach einer Schließung für Reparaturen öffnete es im Juni 2024 wieder. Das Gustavianum bietet Besuchern einen eindrucksvollen Blick auf das intellektuelle und kulturelle Erbe der ältesten Universität Schwedens – mit historischer Architektur und vielfältigen wissenschaftlichen Sammlungen.
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Tipp: Besuchen Sie das Gustavianum an Wochentagen im Frühling oder in der frühen Sommerzeit, wenn es weniger überlaufen ist. Es wird empfohlen, Tickets im Voraus zu buchen – besonders bei Sonderveranstaltungen oder geführten Touren. Das Museum bietet Rabatte für Studierende und Seniorinnen bzw. Senioren. Schauen Sie auf der offiziellen Website nach den aktuellen Öffnungszeiten sowie nach etwaigen temporären Ausstellungen oder Konzerten im Anatomischen Theater.
Interessante Fakten
- •Das Anatomische Theater im Gustavianum war eines der ersten seiner Art in Europa und konnte für öffentliche Sektionen 200 stehende Zuschauer aufnehmen.
- •Im Gustavianum finden sich Mauerelemente aus dem Mittelalter von der ehemaligen Residenz des Erzbischofs auf dem heutigen Standort.
- •Das Gebäude war bis 1887 das Hauptgebäude der Universität, bevor Carolina Rediviva die Rolle als Hauptbibliothek übernahm.
- •2025 wurde das Gustavianum in den kulturellen Kanon Schwedens aufgenommen und damit seine nationale kulturelle Bedeutung gewürdigt.
- •Das Museum beherbergt das Augsburg Art Cabinet – ein Kuriositätenkabinett aus dem frühen 17. Jahrhundert mit etwa 1.000 Objekten.
- •Die Ausstellung zur Wikingerzeit umfasst Fundstücke aus Bootsgräbern in Valsgärde, etwa 7 km nördlich von Uppsala.
Geschichte
Das Gustavianum wurde ab 1622 unter der Herrschaft von König Gustav II.
Adolf als Teil des Ausbaus der Universität Uppsala errichtet – in Schwedens Zeit als Großmacht.
Es wurden mittelalterliche Bauten aus der Residenz des Erzbischofs integriert.
Das Anatomische Theater wurde 1662–1663 von Olof Rudbeck dem Älteren ergänzt, um die medizinische Ausbildung voranzutreiben.
Das Gebäude diente bis 1887 als Hauptgebäude der Universität und beherbergte verschiedene akademische Fachbereiche bis in die 1990er-Jahre.
1935 wurde es als denkmalgeschütztes Bauwerk eingestuft.
Seit 1997 ist es das Universitätsmuseum – es bewahrt und zeigt Jahrhunderte akademisches Erbe.
Das Museum war 2019 vorübergehend wegen Reparaturen geschlossen und öffnete 2024 wieder.
Ortsführer
Anatomisches Theater1662–1663
Dieses erhöhte Kuppelbauwerk wurde 1662–1663 von Olof Rudbeck dem Älteren errichtet und für öffentliche Sektionen sowie medizinische Vorführungen konzipiert. Der Innenraum im Stil eines Amphitheaters ermöglichte bis zu 200 stehenden Zuschauern, Sektionen mit reichlich natürlichem Licht durch zahlreiche Fenster zu beobachten.
Augsburg Art CabinetEarly 1600s
Ein Kuriositätenkabinett aus dem frühen 17. Jahrhundert mit etwa 1.000 vielfältigen Objekten, das die Kunst- und Wissenschaftsinteressen der Epoche zeigt.
Ägyptische und mediterrane Sammlung
Bekannt als Victoria Museum, zeigt diese Ausstellung ägyptische Altertümer sowie Fundstücke aus dem Mittelmeerraum und dem Nilvorland und hebt antike Zivilisationen sowie ihr kulturelles Erbe hervor.
Münzkabinett
Präsentiert Münzen und Medaillen aus der numismatischen Sammlung der Universität und macht Geschichte des Geldwesens sowie das Universitäts-Erbe anschaulich.
Ausstellung zu Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte1477 und auf
Zeigt die Privilegien der Universität Uppsala, Vorlesungsnotizen aus dem Gründungssemester 1477 sowie Objekte aus den Reisen der Schüler von Carl Linnaeus – und veranschaulicht so das akademische Erbe und die wissenschaftliche Entwicklung.
Ausstellung „Morgendämmerung der Wikingerzeit“400–1100 n. Chr.
Die Ausstellung zeigt Artefakte aus den Bootsgräberfeldern in Valsgärde, die zwischen dem 5. und 12. Jahrhundert genutzt wurden, und gibt Einblicke in Kultur und Gesellschaft der Wikingerzeit.
Kontakt
Telefon: 018-471 75 71