Ottenby-Vogelschutzstation

Ottenby-Vogelschutzstation

Kalmar län

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Die Ottenby-Vogelschutzstation, gelegen im Naturschutzgebiet Ottenby an der Südspitze von Öland (Schweden), ist eine bedeutende ornithologische Forschungsstation. Sie wurde 1946 von der Schwedischen Ornithologischen Gesellschaft gegründet. Berühmt ist sie für ihre umfangreichen Beringungsaktivitäten: Insgesamt wurden über 1,2 Millionen Vögel beringt – und so ist sie Heimat der weltweit längsten ununterbrochenen Serie des Vogel-Fangens. Die Station nutzt mehrere Nebelnetze sowie spezialisierte Fallen, um während des Frühlings und Herbstes ziehende Vögel zu fangen. Dabei liegt der Fokus unter anderem auf Arten wie dem Rotkehlchen (Europäisches Rotkehlchen), der Tereksbrachschnepfe (Common redshank), dem Goldhähnchen (Goldcrest) und der Weidenlaubsängerin (Willow warbler). Die gesammelten Daten tragen wesentlich zum Verständnis von Zugmustern, Bestandsentwicklungen, Lebenserwartung und den Risiken bei, denen skandinavische Vögel ausgesetzt sind. Außerdem betreibt die Station eine langfristige Überwachung von Vogelpopulationen, untersucht die Auswirkungen des Klimawandels auf den Zeitpunkt der Migration und führt Krankheitsüberwachungen durch – insbesondere die Aviäre Influenza bei Wasservögeln. Neben der Forschung bietet die Station geführte Touren zum Vogelberingen sowie Bildungsangebote. Getragen wird das Angebot vor allem von engagierten Freiwilligen und den Einnahmen aus dem Tourismus. Die besondere Mischung aus intensiver wissenschaftlicher Arbeit und Öffentlichkeitsarbeit macht die Ottenby-Vogelschutzstation zu einem wichtigen Knotenpunkt für Ornithologie und Naturtourismus in Schweden.

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Tipp: Besucher sollten für die besten Vogelbeobachtungs- und Beringungserlebnisse während der Zugzeiten im Frühling (März bis Juni) oder im Herbst (Juli bis November) kommen. Aufgrund begrenzter Verfügbarkeit wird empfohlen, geführte Touren im Voraus zu buchen. Die Station bietet Bildungsprogramme und profitiert von ehrenamtlichem Engagement, was die Einbindung der Besucher deutlich verbessert. Für Gruppen oder Studierende können Ermäßigungen verfügbar sein. Beachten Sie, dass einige Aktivitäten vom Wetter und von den Zugmustern abhängen – daher ist es sinnvoll, vorher die Website der Station zu prüfen oder direkt Kontakt aufzunehmen.

Interessante Fakten

  • Die Ottenby-Vogelschutzstation hat seit 1946 über 1,2 Millionen Vögel beringt – die weltweit längste durchgehende Serie des Vogelberingens.
  • Der millionste beringte Vogel war ein Rotkehlchen am 28. September 2007.
  • Die Station verwendet spezialisierte Fallen namens Helgoland-Fallen sowie Nebelnetze, um Vögel zum Beringen zu fangen.
  • Langfristige Daten aus Ottenby haben dazu beigetragen, die Auswirkungen des Klimawandels auf den Zeitpunkt der Vogelwanderung zu verstehen.
  • Sie arbeitet mit der Linnaeus-Universität und der Universität Uppsala bei der Krankheitsüberwachung zusammen – insbesondere bei der Aviären Influenza in Wasservögeln.

Geschichte

1946

Gegründet 1946 anlässlich der Einrichtung der Hauptgeschäftsstelle der Schwedischen Ornithologischen Gesellschaft begann die Ottenby-Vogelschutzstation mit systematischem Vogelberingen, um Zugmuster zu überwachen.

2007

Über die Jahrzehnte entwickelte sie sich zum weltweit längsten durchgehenden Erfassungs- und Beringungsrekord: 2007 erreichte sie den millionsten beringten Vogel.

1972

Von 1972 an standardisierte die Station ihre Fangbemühungen, um eine verlässliche Analyse von Bestandsentwicklungen zu ermöglichen.

2000

Ab 2000 erweiterte sie ihr Forschungsspektrum um Untersuchungen zu den Auswirkungen des Klimawandels auf den Zeitpunkt der Migration sowie um Monitoring zoonotischer Krankheiten.

In ihrer gesamten Geschichte hat Ottenby wissenschaftliche Forschung und öffentliche Bildung sowie geführte Touren in Einklang gebracht und sich zu einer Schlüsselinstitution für ornithologische Forschung in Europa entwickelt.

Ortsführer

1
Gärten fürs Vogelberingen

Der zentrale Bereich, in dem während der Frühlings- und Herbstsaison mit Hilfe von Nebelnetzen und Helgoland-Fallen ziehende Vögel gefangen werden. Dieser Ort ist entscheidend, um Daten zur Vogelwanderung, zu Populationen und zur Gesundheit zu sammeln.

2
Watvogel-Fallen auf den Gezeitenflächen

Spezialisierte Fallen, die im Sommer und im frühen Herbst eingesetzt werden, um arktische Watvögel zu fangen, die südlich entlang der Küste ziehen. Diese Fallen helfen dabei, Arten zu untersuchen, die auf Lebensräume an der Küste angewiesen sind.

3
Entenfalle (Andfänge)

Eine eigens dafür vorgesehene Falle, die im Herbst genutzt wird, um Wasservögel zum Beringen und zur Krankheitsüberwachung zu fangen – mit besonderem Fokus auf die Überwachung der Aviären Influenza.

4
Besucherzentrum und Bereiche für geführte Touren1961
Jan Gezelius (originales Museumsgebäude)

Einrichtung, in der Besucher mehr über Vogelzug, Beringungstechniken und die laufende Forschung erfahren. Geführte Touren bieten praxisnahe Erlebnisse mit dem Vogelberingen während der Zugzeiten.

Kontakt

Telefon: 0485-16 09 09