
Kalmarer Schloss
Kalmar län
Das Kalmarer Schloss liegt in der Stadt Kalmar in der schwedischen Provinz Småland und zählt zu den am besten erhaltenen Renaissance-Schlössern des Landes. Ursprünglich wurde es Ende des 12. Jahrhunderts als befestigter Turm errichtet und entwickelte sich bis zum späten 13. Jahrhundert unter König Magnus Ladulås zu einer bedeutenden Verteidigungsanlage. Die Burg spielte eine zentrale Rolle in der skandinavischen Geschichte – besonders als Schauplatz der Gründung der Kalmarer Union im Jahr 1397, die Dänemark, Norwegen und Schweden unter Königin Margarete I. vereinte. Im Verlauf des 16. Jahrhunderts verwandelten die Monarchen Gustav I., Erik XIV. und Johan III. die mittelalterliche Festung in einen Renaissance-Palast. Für die umfangreichen Umbauten beauftragten sie den Architekten Domenicus Pahr – unter anderem mit durchgehend einheitlichen Turmhöhen, neuem Dachwerk und üppig verzierten Innenräumen, etwa der neuen Thronhalle, die mit tausenden goldbemalten Blättern geschmückt ist. Das Schloss überstand Belagerungen und wurde in Kriegszeiten wie dem Kalmarkrieg (1611–1613) beschädigt sowie durch einen großen Brand im Jahr 1642. Danach folgte über Jahrhunderte der Niedergang. Restaurierungsmaßnahmen, die ab der Mitte des 19. Jahrhunderts begannen und von den Architekten Fredrik Wilhelm Scholander und Helgo Zettervall geleitet wurden, ließen die einstige Pracht wiederaufleben. Heute bietet das Kalmarer Schloss sowohl Dauer- als auch Sonderausstellungen, historische Aufführungen und familienfreundliche Aktivitäten. Es lädt dazu ein, die geschichtsträchtigen Säle, Bastionen und den umliegenden Graben zu entdecken. Damit bleibt es ein Symbol für Schwedens mittelalterliches und renaissancezeitliches Erbe – und zugleich ein faszinierendes Ziel für Geschichtsinteressierte und Touristen gleichermaßen.
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Tipp: Besucher werden ermutigt, vor dem Besuch die offizielle Website des Schlosses zu prüfen, um die aktuellen Ausstellungen und Veranstaltungen zu erfahren. Das Schloss bietet das ganze Jahr über abwechslungsreiche Aktivitäten für Kinder. In der Hochsaison und bei besonderen Events wird empfohlen, Tickets im Voraus zu buchen. Außerdem gibt es ein Restaurant und einen Geschenkeladen – für ein rundum gelungenes Besuchserlebnis.
Interessante Fakten
- •Das Kalmarer Schloss war der Ort, an dem 1397 die Kalmarer Union gegründet wurde, die Dänemark, Norwegen und Schweden unter einem Monarchen vereinte.
- •Die neue Thronhalle des Schlosses ist mit über 2.200 goldbemalten Blättern als Deko ausgestattet.
- •Es wurde 1599 während des Konflikts zwischen König Sigismund und Herzog Karl belagert und übergeben. Das führte zum „Zweiten Kalmarer Blutbad“, bei dem Kommandanten und Angehörige der Garnison hingerichtet wurden.
- •Das Schloss wurde in nahezu 400 Jahren mehrmals belagert, aber nie im Sturm eingenommen.
- •Die Restaurierung im 19. Jahrhundert stellte die Renaissance-Silhouette und den Graben des Schlosses wieder her und machte es zu einem der am besten erhaltenen Schlösser Schwedens.
Geschichte
Die Ursprünge des Kalmarer Schlosses reichen bis zu einem Verteidigungsturm aus dem 12.
Jahrhundert auf Slottsholmen nahe dem mittelalterlichen Hafen von Kalmar zurück.
In der zweiten Hälfte des 13.
Jahrhunderts erweiterte König Magnus Ladulås die Anlage zu einer Festung mit Ringmauern und Türmen.
Das Schloss war ein zentraler Bestandteil der Kalmarer Union von 1397, die die nordischen Länder vereinte.
Bedeutende Renaissance-Umbauten fanden im 16.
Jahrhundert unter den Königen Gustav I., Erik XIV.
und Johan III.
statt, die die Struktur und die Innenräume modernisierten.
Während des Kalmarkriegs wurde das Schloss belagert und im Jahr 1642 durch einen Brand beschädigt, was einen allmählichen Niedergang auslöste.
Die Restaurierung begann 1856.
Bis 1891 erreichte das Schloss seine heutige Silhouette, und weitere Arbeiten dauerten bis 1941, um den Graben und die Verteidigungsanlagen wiederherzustellen.
Ortsführer
Die neue Thronhalle (Nya kungamaket)1587
Dieser Saal wurde unter König Johan III. renoviert und ist berühmt für sein prunkvolles Interieur mit über 2.200 goldbemalten Blättern. Er diente als königlicher Zeremonialraum und steht symbolisch für die Renaissance-Pracht des Schlosses.
Die Bastionen und Ringmauern der Burg13. Jahrhundert und 16. Jahrhundert
Die Verteidigungsmauern und Bastionen der Burg wurden ursprünglich im 13. Jahrhundert errichtet und während der Renaissance weiter ausgebaut. Sie zeigen die strategische Militärarchitektur, die darauf ausgelegt war, Kalmar zu schützen und den Zugang über den Hafen zu kontrollieren.
Die Schlosskirche1589-1592
Die zwischen 1589 und 1592 erbaute Schlosskirche weist Renaissance-Elemente in der Architektur auf und wurde für die religiösen Gottesdienste von königlichen Hofleuten und der Garnison genutzt.
Der Graben und die ZugbrückeRestauriert 1919-1941
In der frühen Phase des 20. Jahrhunderts restauriert, umschließen der Graben und die Zugbrücke das Schloss. Sie unterstreichen das defensive Konzept und die historische Authentizität.
Kontakt
Telefon: 010-357 05 30