
Brahehus Schlossruinen
Jönköpings län
Die Brahehus Schlossruinen liegen 3 km nördlich von Gränna im Landkreis Jönköping in Schweden. Auf einer Höhe von 270 Metern über dem Meeresspiegel und 180 Metern über dem See Vättern thront die Burg an einem Aussichtspunkt. Sie wurde in den 1640er-Jahren von Graf Per Brahe dem Jüngeren als Witwensitz (Dower House) für seine Frau erbaut. Die Burg orientierte sich an der Renaissancearchitektur und war so angelegt, dass sie zusammen mit zwei weiteren Brahe-Burgen ein visuelles Dreieck bildet. Das Schloss besaß einen quadratischen Hauptbau mit zwei Türmen mit Kuppeln/Spitzen (spired towers) und war mit mythologischen und historischen Gemälden des Hofkünstlers Johan Johansson Werner geschmückt. Obwohl sie aufgrund des Todes der Gräfin nie als Wohnsitz genutzt wurde, diente Brahehus als Ort für Gästeunterhaltung. Im späten 17. Jahrhundert wurde es verlassen, von der Krone beschlagnahmt und 1708 durch einen Brand zerstört. Seitdem sind die Ruinen eine beliebte Touristenattraktion; sie wurden mehrfach wiederhergestellt, zuletzt in den Jahren 2011–2012. Die Lage nahe der E4 sowie die Panoramablicke auf den See Vättern und die Insel Visingsö machen den Ort zu einem besonderen Ziel, das Geschichte, Architektur und Naturverbundenheit auf einzigartige Weise vereint.
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Tipp: Die Brahehus Schlossruinen sind das ganze Jahr über geöffnet und kostenlos zu besichtigen. Am schönsten ist der Besuch bei klarem Wetter für den Panoramablick auf den See Vättern. Wer Lust auf Wandern hat, kann den historischen, aber steilen Weg von Uppgränna nehmen – dafür braucht man gutes Schuhwerk und ausreichend Zeit. Parkmöglichkeiten gibt es in der Nähe der Ruinen, außerdem befindet sich ein nahegelegener Servicebereich mit Restaurant und Tankstelle. Eine Ticketreservierung ist nicht erforderlich, und der Ort ist ohne Eintrittsgebühr zugänglich.
Interessante Fakten
- •Brahehus liegt 270 Meter über dem Meeresspiegel und 180 Meter über dem See Vättern – einer der größten Höhenunterschiede in Schweden mit Blick auf einen der großen Seen.
- •Die Burg war Teil eines geplanten gleichseitigen Dreiecks aus Burgen, zu dem auch Västanå Manor und das Visingsborg-Schloss gehörten; sie waren so gedacht, dass sie die Stadt Gränna umschließen.
- •In den Innenräumen gab es Gemälde, die von der Mythologie des römischen Dichters Ovid inspiriert waren, darunter eine Darstellung der Schlacht von Lützen, sowie Porträts der Vorfahren von Brahe.
- •Brahehus wurde nie als Wohnsitz genutzt, da die Gräfin Kristina Katarina Stenbock noch vor der Fertigstellung verstarb.
- •Trotz Einwänden der Denkmalbehörden wurde in den 1970er-Jahren in der Nähe der Ruinen neben der Autobahn E4 eine Tankstelle errichtet.
Geschichte
Der Bau der Brahehus begann 1638 unter Graf Per Brahe dem Jüngeren als Witwensitz für seine Frau, wurde jedoch erst 1651 nach Verzögerungen aufgrund von Schwierigkeiten beim Materialtransport fertiggestellt.
Nach dem Tod der Gräfin im Jahr 1650 wurde das Schloss vor allem zur Bewirtung von Gästen genutzt.
Nach Brahes Tod 1680 wurde die Burg im Zuge der Großen Reduktion unter König Karl XI.
von der Krone beschlagnahmt.
Ein Brand im Jahr 1708 zerstörte das Schloss.
Das Interesse an den Ruinen wuchs im 19.
Jahrhundert: Die Restaurierungen begannen 1911 und wurden danach in regelmäßigen Abständen fortgesetzt, darunter die letzte in den Jahren 2011–2012.
Die nahegelegene Autobahn E4 wurde 1972 eröffnet und brachte damit eine modernere Erreichbarkeit des Standorts.
Ortsführer
Ruinen des Hauptgebäudes1651
Der zentrale, quadratische Bau von Brahehus, ursprünglich zweigeschossig mit einem Keller, umfasste Säle und Schlafzimmer für den Grafen, die Gräfin und die Gäste. Besucher können die steinernen Reste erkunden und sich die Renaissancearchitektur sowie die Dekorationen vorstellen.
Nördlicher Turm1651
Einer von zwei Türmen mit Spitzen, die mit dem Hauptgebäude verbunden waren; historisch beherbergte er zwölf Wachen, eine Waffenlagerstätte und möglicherweise eine Gefängniszelle im Keller.
Südlicher Turm1651
Der andere Turm mit Spitzen war mit dem Hauptgebäude verbunden. Er enthielt einen Brunnen und vermutlich eine Küche – entscheidend für die Funktionalität der Burg.
Aussichtspunkt mit Panorama
Der Standort auf dem Hügel bietet weite Ausblicke über den See Vättern, die Insel Visingsö und die Stadt Gränna – ein Hinweis auf die strategische und ästhetische Wahl des Burgareals.
Kontakt
Telefon: 0390-212 00