
Östersund Town Hall
Jämtlands län
Die Östersund Town Hall, zwischen 1909 und 1912 errichtet, ist ein herausragendes Beispiel für die Nationalromantik im Norden Schwedens. Entworfen von dem Architekten Frans Bertil Wallberg und gebaut von Johan August Hellström, vereint das Gebäude eine moderne Ziegelarchitektur Nord-Europas mit traditionellen Bauformen aus Jämtland. Zu den besonderen Merkmalen zählen eine dunkel gehaltene Ziegelfassade aus Helsingborg, Natursteine Gustakalk aus Brunflo sowie eine charakteristische Zwiebelkuppel, die sich an den Glockentürmen lokaler Kirchen orientiert. Im Inneren warten beeindruckende Räume wie die obere und die untere Treppe, die Town Hall Hall und der Court Hall – allesamt reich verziert mit Wandmalereien, Gewölben und Säulen. Das Rathaus hatte im Laufe der Jahre verschiedene Funktionen: Unter anderem tagte hier der Stadtrat, außerdem Polizei, ein Gefängnis mit Isolierzellen und weitere kommunale Ämter. Seit 1912 beherbergt das Gebäude außerdem die St. Johannes Lodge Arcturus der schwedischen Freimaurer – bis 2024. Der Turm ist mit einem computerisierten Glockenspiel ausgestattet, das 1986 installiert wurde und täglich viermal traditionelle Jämtland-Lieder spielt. Als Schwedens bestes kommunales Gebäude wurde es 2009 ausgezeichnet und ist bis heute ein wichtiges kultur- und geschichtsträchtiges Wahrzeichen in Östersund.
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Tipp: Besucher sollten die wärmeren Monate einplanen, um die Details der Fassade und das umliegende Stadtbild in vollen Zügen zu genießen. Das computerisierte Glockenspiel erklingt täglich um 8:00, 12:00, 16:00 und 20:00 und bietet so ein besonderes Klangerlebnis. Zu den Studententraditionen gehören Zusammenkünfte auf den Stufen des Rathauses um Mitternacht während der Abschlussfeiern. Je nach Einlassregelung kann das variieren – daher empfiehlt es sich, im Voraus über die offizielle Website von Östersund nach geführten Touren oder besonderen Veranstaltungen zu schauen. Eine frühzeitige Buchung ist besonders in den Hochsaisons oder während lokaler Feste sinnvoll.
Interessante Fakten
- •Die Zwiebelkuppel des Rathauses ist bewusst so gestaltet, dass sie die Glockentürme typischer Jämtland-Kirchen wie z. B. der Frösö Church nachahmt.
- •Das 1986 installierte computerisierte Glockenspiel spielt das Jämtland-Lied (Anthem) sowie weitere regionale Lieder viermal täglich.
- •Während der Bauzeit ging der Bauunternehmer in die Insolvenz, nachdem die Endkosten deutlich über dem Budget lagen.
- •Ursprünglich beherbergte das Gebäude eine Vielzahl kommunaler Funktionen, darunter ein Gefängnis mit fensterlosen Isolierzellen.
- •Es wurde 2009 zum besten kommunalen Gebäude Schwedens gewählt.
- •Studentenfeiern finden traditionell um Mitternacht auf den Stufen des Rathauses statt – inklusive dem Singen lokaler Lieder und manchmal auch dem Befüllen des nahegelegenen Brunnens mit Schaum.
Geschichte
Die Östersund Town Hall wurde von 1909 bis 1912 errichtet, entworfen von Frans Bertil Wallberg und gebaut von Johan August Hellström.
Während der Bauzeit kam es zu Kontroversen wegen der Kosten und des markanten Uhrenturms, was durch lokale Unruhen vorübergehende Arbeitsstopps zur Folge hatte.
Nach Abschluss lag die Endsumme deutlich über den ursprünglichen Schätzungen – der Bauunternehmer ging in der Folge in die Insolvenz.
Ursprünglich war das Gebäude für 136 Zimmer ausgelegt, von denen die Hälfte aufgrund der Platzknappheit im kommunalen Bereich an staatliche Behörden vermietet wurde.
Im Laufe der Jahrzehnte erlebte das Gebäude umfangreiche Renovierungen, darunter Erweiterungen um etwa 1970 im Zuge kommunaler Zusammenschlüsse.
Die Freimaurer nutzten Teile des Rathauses über ein Jahrhundert lang, bis 2024, als Brandschutzvorschriften ihren Auszug nötig machten.
Im Jahr 2009 wurde das Gebäude zum besten kommunalen Gebäude Schwedens gewählt – ein Zeichen für seine architektonische und kulturelle Bedeutung.
Ortsführer
Die Zwiebelkuppel und der Turm1909-1912
Der 51 Meter hohe Turm trägt eine zwiebelförmige Kuppel, die von den Glockentürmen lokaler Jämtland-Kirchen inspiriert ist. Er beherbergt ein computerisiertes Glockenspiel, das viermal täglich regionale Lieder spielt.
Obere Treppe und Town Hall Hall1909-1912
Die obere Treppe ist ein beeindruckender Innenraum mit gewölbten Decken, Säulen und Wandmalereien. Sie führt in die Town Hall Hall – ursprünglich der Sitzungssaal des Stadtrats – und zeigt eine elegante Gestaltung im Stil der Nationalromantik.
Court Hall (Domsalen)1909-1912
Die Court Hall ist reich verziert mit Spiegelrahmen aus Kiefernholz, die lokal gefertigt wurden. Die hochwertige handwerkliche Arbeit wurde während des Baus engmaschig überwacht – viele Rahmen wurden wegen Unvollkommenheiten aussortiert.
Kontakt
Telefon: 063-14 30 00