
St. Nicolai-Ruine
Gotlands län
Die St. Nicolai-Ruine, gelegen in Visby auf der Insel Gotland in Schweden, ist die größte und am besten erhaltene mittelalterliche Kirchenruine der Stadt. Ursprünglich etwa um 1215–1220 errichtet und nach St. Nikolaus benannt, dem Schutzpatron der Seeleute und Händler, war die Kirche zunächst als Pfarrkirche für die deutsche Gemeinde im nördlichen Visby gedacht. Ein verheerender Brand während der frühen Bauphase stoppte jedoch den Fortschritt. Danach übernahmen die Dominikaner die Anlage und verwandelten sie in eine Klosterkirche. Das Gebäude entwickelte sich in mehreren Bauphasen weiter, darunter markante gotische Ergänzungen um 1400. Dazu gehörte auch ein Chor, der größtenteils vom ortsansässigen Ratsmann Jacob Knarre finanziert wurde. 1525 wurden das Konvent und die Kirche im Zuge des Lübecker Angriffs auf Visby niedergebrannt und wegen der Reformation nie wieder aufgebaut. Heute sind von der Ruine die meisten Mauern und Fenster erhalten: 15 der ursprünglichen 19 Gewölbe sind noch intakt – ein beeindruckendes Beispiel für die mittelalterliche sakrale Baukunst. Seit 1929 dient sie als stimmungsvolle Open-Air-Bühne für Musicals und Konzerte, darunter das berühmte „Ruinspelet“ über Petrus de Dacia. Der Ort ist bis heute Schauplatz kultureller Veranstaltungen, bei denen sich Geschichte und moderne künstlerische Ausdrucksformen in einem einzigartigen Freiluft-Ambiente verbinden.
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Tipp: Am besten besucht man die Ruine in den Sommermonaten, wenn sie Konzerte und Kulturveranstaltungen ausrichtet – dann bietet sie eine besonders fesselnde Atmosphäre. Aufgrund derzeitiger wetterfester Sanierungsmaßnahmen ist sie allerdings aktuell nicht für kostenlose Besuche geöffnet; es lohnt sich daher, die Veranstaltungskalender zu prüfen und Tickets im Voraus zu buchen, um Vorstellungen erleben zu können. Für bestimmte Events sind möglicherweise Ermäßigungen verfügbar. Ein früher Besuch am Tag oder eine Teilnahme an geführten Touren durch die Ruinen Visbys kann das Erlebnis zusätzlich bereichern.
Interessante Fakten
- •Die St. Nicolai-Ruine ist die größte und am besten erhaltene mittelalterliche Kirchenruine in Visby – 15 ihrer ursprünglichen 19 Gewölbe sind noch intakt.
- •Die Ruine wird seit 1929 als Open-Air-Bühne genutzt; dort wird das berühmte Musical „Ruinspelet“ über Petrus de Dacia gespielt, fast jeden Sommer bis 1990, mit über 750 Aufführungen.
- •Der gotische Chorbereich wurde größtenteils vom gotländischen Ratsmann Jacob Knarre finanziert, der mit einer Gedenktafel im Inneren der Ruine verewigt ist.
- •Die Kirche wurde ursprünglich für die deutsche Gemeinde gebaut, aber nach einem Brand, der den Bau unterbrach, von den Dominikanern übernommen.
- •Die Konventsgebäude, die früher direkt neben der Kirche lagen, haben heute keine sichtbaren Reste mehr über dem Boden und wurden durch einen Park ersetzt.
Geschichte
Der Bau der St.
Nicolai begann etwa um 1215–1220 als Pfarrkirche für die deutsche Gemeinde Visbys, wurde jedoch durch einen großen Brand unterbrochen.
Um 1228 erwarben die Dominikaner die beschädigte Kirche und wandelten sie in eine Klosterkirche um; sie wurde in mehreren Etappen im Laufe des 13.
und 14.
Jahrhunderts erweitert.
Um 1400 wurde der gotische Chor hinzugefügt, unter anderem finanziert durch Jacob Knarre.
1525 wurden Kirche und Kloster während des Lübecker Angriffs auf Visby niedergebrannt, und aufgrund der Reformation wurden sie nie wieder aufgebaut.
Über die Jahrhunderte hinweg erlitt die Ruine Materialentnahmen und Verfall, bis im 19.
Jahrhundert archäologische Ausgrabungen und Restaurierungen begannen – wodurch sie als Kulturdenkmal erhalten blieb.
Ortsführer
Der gotische Chorc.1400
Der Chor wurde um 1400 im gotischen Stil erbaut und gehört zu den eindrucksvollsten Teilen der Ruine. Er wurde größtenteils von Jacob Knarre finanziert; seine Gedenktafel ist in einer Säule nahe dem Chor eingelassen.
Langhaus und Gewölbe13th century
Der zentrale Bereich der Kirche, ursprünglich eine Hallenkirche für die deutsche Pfarrgemeinde, zeigt noch 15 der originalen 19 Gewölbe, die erhalten geblieben sind. So kommen mittelalterliches Mauerwerk und bautechnische sowie architektonische Techniken besonders gut zur Geltung.
Nördliche Fassade und Reste des Kreuzgangs13th century
Spuren der Konventsgebäude – darunter ein entlang der nördlichen Fassade verlaufender Kreuzgang sowie ein zweistöckiges Gebäude auf der nordöstlichen Seite – sind in der Struktur der Ruine zu erkennen. Im Nordwestmauerwerk sind schmale Treppenstufen eingelassen.
Bereich der Open-Air-Bühne1929–present
Seit 1929 wurde die Ruine als Open-Air-Bühne mit Sitzplätzen und einer Aufführungsfläche im westlichen Teil der Kirche umgestaltet. Hier finden Konzerte und musikalische Dramen statt – besonders im Sommer.
Kontakt
Telefon: 0498-26 90 00