Visby-Kathedrale

Visby-Kathedrale

Gotlands län

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Die Visby-Kathedrale, offiziell als Visby-Saint-Mary’s-Cathedral bekannt, ist der Sitz des Bischofs von Visby und eine bedeutende mittelalterliche Kirche im Herzen von Visby auf der schwedischen Insel Gotland. Ursprünglich wurde sie im 13. Jahrhundert als Kirche für deutsche Händler der Hanseatischen Liga errichtet. Ausgehend von einer romanischen Basilika entwickelte sie sich zu einer gotischen Hallenkirche – ein Bauwerk, das Einflüsse aus Westfalen, dem Rheinland und Frankreich widerspiegelt. Zur Bausubstanz gehören ein Langhaus mit zwei Seitenschiffen, ein rechteckiger Chor, ein großer Westturm sowie zwei kleinere achteckige Türme im Osten. Im Laufe der Jahrhunderte erlebte die Kathedrale zahlreiche Erweiterungen und Renovierungen, darunter eine große Restaurierung zwischen 1899 und 1903, die vom Architekten Axel Haig geleitet wurde. Nach der Reformation wurde sie 1572 zum Kathedralstatus erhoben und ist bis heute die einzige mittelalterliche Kirche in Visby, die weiterhin genutzt wird. Im Inneren finden sich Ausstattungsstücke über mehrere Jahrhunderte hinweg, darunter ein neugotischer Hauptaltar aus dem Jahr 1905. Historisch ging die Bedeutung der Kathedrale über den Gottesdienst hinaus: Sie diente als Treffpunkt für Händler und zum Schutz wertvoller Gegenstände – darunter die Peterhof-Geldtruhe. Heute ist sie sowohl kulturell als auch religiös das Herzstück von Visby und spiegelt die reiche mittelalterliche Vergangenheit der Stadt wider – zugleich bleibt ihre kirchliche Bedeutung bestehen.

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Tipp: Besucher sollten die Visby-Kathedrale idealerweise im Frühling und Sommer einplanen, wenn das Wetter angenehm ist und in der Stadt viel los ist. Wer eine Führung oder Tickets im Voraus bucht, kann sich gerade in der Hauptsaison den Zugang sichern. Die Kathedrale gehört zum umfassenden UNESCO-Welterbe „Visby“, daher macht es besonders viel Sinn, den Besuch mit nahegelegenen mittelalterlichen Ruinen und der Altstadt zu kombinieren. Ermäßigungen gibt es möglicherweise für Studierende und Seniorinnen und Senioren; welche Angebote aktuell gelten, steht auf der offiziellen Website oder in den Besucherzentren.

Interessante Fakten

  • Die Visby-Kathedrale wurde ursprünglich für deutsche Händler der Hanseatischen Liga gebaut und war während ihres Besuchs in Visby deren Ort für den Gottesdienst.
  • Die Kathedrale wurde 1225 geweiht – also vermutlich noch bevor ihr Bau vollständig abgeschlossen war. Hintergrund dürfte die Zerstörung einer anderen deutschen Kirche in Visby gewesen sein.
  • Die Peterhof-Geldtruhe aus dem Handelsstützpunkt Novgorod wurde im Winter in der Kathedrale aufbewahrt. Sie war mit vier Schlüsseln gesichert, die von Vertretern aus Visby, Lübeck, Soest und Dortmund verwahrt wurden.
  • Die Kathedrale wurde von einer romanischen Basilika zu einer gotischen Hallenkirche umgebaut – ein Stil, der von der mittelalterlichen deutschen Architektur beeinflusst wurde.
  • Nach der Reformation ist sie die einzige mittelalterliche Kirche in Visby, die noch in Gebrauch ist, und wurde 1572 zur Kathedrale erhoben.
  • Die Architektur der Kathedrale beeinflusste sowohl Kirchenbauten auf Gotland als auch Kathedralen in Linköping und Uppsala auf dem schwedischen Festland.

Geschichte

Die Visby-Kathedrale wurde zunächst im 13.

1225

Jahrhundert als Kirche für deutsche Kaufleute erbaut und 1225 vom Bischof von Linköping geweiht.

Zunächst als romanische Basilika angelegt, wurde sie in der Mitte des 13.

Jahrhunderts zu einer gotischen Hallenkirche umgestaltet.

Die Kirche diente einer doppelten Gemeinde aus deutschen und gutnischen Gemeindemitgliedern und war ein wichtiges Zentrum für die Handelsaktivitäten der Hanseatischen Liga.

1572

Nach der Reformation wurde sie zur einzigen mittelalterlichen Kirche in Visby, die weiterhin in Benutzung blieb, und 1572 zum Kathedralstatus erhoben.

1645

Die politische Kontrolle über Gotland wechselte 1645 von Dänemark zu Schweden, während die Kathedrale weiterhin Sitz des Bischofssprengels blieb.

Große Renovierungen im späten 19.

und frühen 20.

Jahrhundert bewahrten und stellten ihren mittelalterlichen Charakter wieder her und machten sie zugleich für die moderne Nutzung nutzbar.

Ortsführer

1
Langhaus und Seitenschiffe13. Jahrhundert

Der Hauptbau der Kathedrale besteht aus einem Langhaus, das von zwei Seitenschiffen flankiert wird. Dieses für die gotische Hallenkirche typische Gestaltungskonzept sorgt für einen geräumigen Innenraum für Gottesdienste und Zusammenkünfte.

2
Rechteckiger Chor und östliche Türme13. Jahrhundert

Der rechteckige Chor, der in der frühen Geschichte der Kathedrale wiedererrichtet wurde, wird im Osten von zwei kleineren achteckigen Türmen flankiert. So entsteht eine besonders charakteristische Silhouette der Kathedrale.

3
Westturm12. Jahrhundert (ursprünglich), erhöht 1423

Ein großer quadratischer Turm am westlichen Ende der Kathedrale, im Jahr 1423 erhöht. Er erfüllt sowohl architektonische als auch defensive Zwecke.

4
Hochzeitsportal (Brudportalen)Mittelalter

Ein bemerkenswertes gotisches Portal am westlichen Querhaus, das aus dem Mittelalter stammt. Es dient als Eingang und als dekoratives Element.

5
Große Kapelle (Stora Kapellet)14. Jahrhundert

Eine große Kapelle, die im 14. Jahrhundert an der Südseite der Kathedrale errichtet wurde. Sie war ursprünglich der Heiligen Maria geweiht und ist heute unter dem Namen Große Kapelle bekannt.

6
Hauptaltar1905

Ein neugotischer Altaraufsatz, der 1905 geschaffen wurde und die fortgesetzte Entwicklung der Kathedrale veranschaulicht.

Kontakt

Telefon: 0498-20 68 00