
Murabba-Palast
Ar Riyāḑ
Der Murabba-Palast liegt im Viertel al-Murabba in Riad, innerhalb des King Abdulaziz Historical Center, und gilt als Wahrzeichen der saudischen Geschichte und Modernisierung. Er wurde zwischen 1936 und 1945 unter König Abdulaziz ibn Saud errichtet und diente bis zu seinem Tod 1953 als Hauptresidenz und Arbeitsplatz. Der Palast führte mehrere technologische Neuerungen in die saudische Gesellschaft ein, darunter Automobile, Elektrizität und moderne Sanitäranlagen. Architektonisch greift er den traditionellen Najdi-Stil auf: die kubische Form, Lehmwände aus Lehmziegeln (Adobe) mit Strohverstärkungen sowie aufwendig verzierte hölzerne Decken mit geometrischen Mustern. Der gesamte Komplex umfasst Wohngebäude, Serviceeinrichtungen und den königlichen Diwan – alles eingebettet in einen großen Innenhof und umgeben von einer Backsteinmauer mit neun Toren. Historisch bedeutsam: Der Palast war Schauplatz zahlreicher offizieller Besuche und Vereinbarungen und außerdem der Ort, an dem Saudi-Arabiens erste Aufzugsanlage Ende der 1940er-Jahre installiert wurde. Seit der Umwandlung in ein Museum im Jahr 1999 bietet der Murabba-Palast Besuchern Einblicke in den königlichen Lebensstil zu Beginn des 20. Jahrhunderts sowie in die städtische Ausweitung Riads über seine alten Stadtmauern hinaus.
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Tipp: Besucher sollten nach Möglichkeit in den kühleren Monaten kommen, damit der Aufenthalt angenehmer ist. Es empfiehlt sich, Tickets im Voraus zu buchen, um lange Wartezeiten zu vermeiden – besonders an Wochenenden und Feiertagen. Das Museum bietet geführte Touren, die zusätzliche historische Hintergründe liefern. Ermäßigungen sind unter Umständen für Studierende, Senioren und Gruppen verfügbar. Der Palast ist per Straße etwa zwei Kilometer nördlich von Riads Altstadt erreichbar; in der Nähe gibt es Parkmöglichkeiten und öffentliche Verkehrsmittel.
Interessante Fakten
- •Der Murabba-Palast war das erste Gebäude, das im 20. Jahrhundert außerhalb der alten Stadtmauern von Riad errichtet wurde.
- •Er führte in Saudi-Arabien den ersten Aufzug Ende der 1940er-Jahre ein.
- •Die Palastanlage erstreckt sich über eine Fläche von ungefähr 9.844,64 m² innerhalb eines größeren 30-Hektar-Geländes.
- •Mit dem Palast wurden drei technologische Innovationen eingeführt: Automobile, Elektrizität und moderne Sanitäranlagen.
- •Die Architektur des Palastes greift traditionelle Najdi-Elemente auf, darunter mit Stroh verstärkte Adobe-Lehmwände sowie verzierte Tragbalken der hölzernen Decke.
Geschichte
Der Bau des Murabba-Palasts begann 1936 als erste größere Erweiterung außerhalb der Stadtmauern von Riad und markierte damit den Beginn einer neuen Phase der städtischen Entwicklung.
Fertiggestellt im Jahr 1945 wurde er zur offiziellen Residenz und zum Regierungssitz von König Abdulaziz.
Der Palast führte moderne Annehmlichkeiten wie Elektrizität und Wasserklosetts in Saudi-Arabien ein.
Ende der 1940er-Jahre verfügte er dank der Arthritis des Königs über den ersten Aufzug des Königreichs.
Nach dem Tod von König Abdulaziz im Jahr 1953 nutzte sein Nachfolger König Saud den Palast weiter für offizielle Aufgaben.
Die Palastanlage wuchs im Laufe der Zeit – ein Spiegel von Riads Wachstum und Modernisierung.
Ortsführer
Zuschauerhalle und königlicher Diwan1938-1945
Dieser Bereich liegt im Obergeschoss und diente als Hof des Königs, in dem offizielle Sitzungen und Empfänge stattfanden. Er umfasst Büros für administrative Angelegenheiten sowie Gästezimmer und spiegelt damit den Regierungsstil der damaligen Zeit wider.
Wohnquartiere1938-1945
Diese Gebäude beherbergten die königliche Familie, darunter König Abdulaziz und seine Ehefrau Hussa bint Ahmed Al Sudairi. Die Quartiere sind mit traditionellen Najdi-Architekturelementen gestaltet und geben Einblicke in das häusliche Leben der Herrscherfamilie.
Innenhof des Palastes und umgebende Mauern1938-1945
Der Innenhof ist von einer hohen Backsteinmauer mit neun Toren umschlossen, die ursprünglich für Sicherheit und Privatsphäre ausgelegt war. Das südliche Tor wurde später zum Haupteingang und ermöglicht einen direkten Zugang zu einer nahegelegenen Moschee.