
Kunstkamera
Northwestern Federal District Region
Die Kunstkamera, offiziell als Peter der Große Museum für Anthropologie und Ethnographie bekannt, ist das älteste öffentliche Museum Russlands. Es liegt am Ufer der Universitetskaya Embankment in Sankt Petersburg. 1714 von Peter dem Großen ins Leben gerufen, entstand sie als eine Sammlung von Kuriositäten (Cabinet of curiosities), mit dem Ziel, natürliche und menschliche Besonderheiten zu sammeln, um wissenschaftliches Wissen voranzutreiben und Aberglauben zu zerstreuen. Untergebracht ist das Museum in einem markanten Gebäude im petrinischen Barock, das 1727 fertiggestellt wurde und von einer bemerkenswerten Armillarsphäre gekrönt ist. Die riesige Sammlung umfasst nahezu zwei Millionen Exponate aus aller Welt und legt den Fokus auf Anthropologie, Ethnographie und Naturgeschichte. Im Laufe der Zeit wuchsen die Bestände durch Ankäufe bedeutender Sammler wie Albertus Seba und Frederik Ruysch. Heute ist die Kunstkamera weiterhin ein Zentrum für wissenschaftliche Forschung und öffentliche Bildung. Sie bietet Ausstellungen, die menschliche Kulturen und Naturphänomene beleuchten – darunter auch einzigartige Programme zur Astronomie sowie zu den Mythen des Sternenhimmels aus verschiedenen Kulturen.
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Tipp: Besucher sollten empfohlen werden, Tickets im Voraus über die offizielle Museumswebsite zu kaufen, um den Einlass zu sichern – besonders bei Sonderausstellungen und geführten Touren. Die beste Zeit für einen Besuch sind Wochentage, um Menschenmengen zu vermeiden. Das Museum bietet familienfreundliche Programme und Bildungsangebote, vor allem an besonderen Daten wie dem Tag der Kosmonautik (12. April). Ermäßigungen gibt es in der Regel für Studierende, Seniorinnen und Senioren sowie für Gruppen. Geführte Rundgänge mit Fokus auf besondere Sammlungen, etwa die Geschichte von Astronomieinstrumenten und ethnografische Mythen, machen den Besuch besonders abwechslungsreich.
Interessante Fakten
- •Die Kunstkamera war Russlands erstes öffentliches Museum, 1714 von Peter dem Großen gegründet.
- •Das Gebäude ist ein selten erhaltenes Beispiel petrinischer Barockarchitektur und trägt auf seinem Turm ein markantes Armillarsphären-Element.
- •Peter der Große sammelte menschliche und tierische Föten mit Geburtsfehlern, um natürliche Fehlbildungen zu untersuchen und gegen Aberglauben vorzugehen.
- •Die Sammlungen umfassen nahezu zwei Millionen Exponate aus aller Welt und machen die Kunstkamera zu einem der größten anthropologischen und ethnografischen Museen weltweit.
- •Das erste russische astronomische Observatorium befand sich im 18. Jahrhundert im Turm der Kunstkamera und trug so zu frühen Fortschritten der russischen Astronomie bei.
Geschichte
Die Kunstkamera wurde 1714 von Peter dem Großen als erstes öffentliches Museum Russlands gegründet, zunächst im Sommerpalast untergebracht.
Das heutige Gebäude, im Stil des petrinischen Barocks vom Architekten Georg Johann Mattarnovy entworfen, wurde zwischen 1719 und 1727 errichtet, um die wachsenden Sammlungen zu beherbergen.
Zu den frühen Erwerbungen zählten bedeutende Sammlungen der niederländischen Sammler Albertus Seba und Frederik Ruysch, die zur Gründung der Russischen Akademie der Wissenschaften beitrugen.
Im Verlauf des 19.
Jahrhunderts wurden die Bestände des Museums neu geordnet und zum Teil auf neue kaiserliche Museen übertragen, bis schließlich 1879 die formale Einrichtung des Peter-der-Große-Museums für Anthropologie und Ethnographie erfolgte.
Trotz Verluste durch einen Brand im Jahr 1747 bleibt das Museum eine wichtige Einrichtung für Forschung in der Anthropologie und Ethnographie sowie für öffentliche Bildung.
Ortsführer
Hauptgebäude und Armillarsphäre1727
Das Gebäude der Kunstkamera ist ein architektonisches Meisterwerk im Stil des petrinischen Barocks. Das auffälligste Merkmal ist die Armillarsphäre, die die Spitze krönt – ein Symbol für sein wissenschaftliches Erbe und die Verbindung zur Astronomie.
Sammlungen für Anthropologie und Ethnographie
Das Museum beherbergt fast zwei Millionen Exponate mit Schwerpunkt auf menschlichen Kulturen, Naturgeschichte und ethnografischem Material aus Russland sowie aus aller Welt. Zu den Highlights zählen seltene Exemplare, die Peter der Große gesammelt hat, sowie umfangreiche Ausstellungen zu globalen Mythen und Traditionen.
Ausstellung zu astronomischen Instrumenten18. Jahrhundert
Die Ausstellung befindet sich im ehemaligen Observatoriumsturm und zeigt einzigartige astronomische und navigationsbezogene Instrumente aus dem 18. Jahrhundert. Sie spiegelt die Rolle des Museums bei der Entwicklung der russischen Astronomie wider.
Kontakt
Telefon: 8 (812) 328-14-12