
Auferstehungskirche auf dem Blut
Northwestern Federal District Region
Die Auferstehungskirche auf dem Blut in Sankt Petersburg, Russland, ist eine bemerkenswerte russisch-orthodoxe Kirche und ein Museum, das zwischen 1883 und 1907 errichtet wurde. Sie steht exakt an der Stelle, an der Kaiser Alexander II. 1881 tödlich verwundet wurde, und würdigt sein Wirken und seine Reformen – darunter auch die Befreiung der Leibeigenen. Architektonisch ist die Kirche in Sankt Petersburg einzigartig: Sie orientiert sich an einem mittelalterlich-russischen Stil, inspiriert von den Kirchen des 17. Jahrhunderts in Jaroslawl und von der Basilius-Kathedrale in Moskau, und bildet damit einen klaren Kontrast zu den im Stadtbild dominierenden Barock- und Neoklassizismus-Gebäuden. Im Inneren finden sich über 7.000 Quadratmeter kunstvolle Mosaiken, gestaltet von renommierten russischen Künstlern wie Viktor Wassnezow und Michail Wrubel – und damit ist sie eine der größten Mosaik-Sammlungen der Welt. Nachdem die Kirche im Laufe der Zeit beschädigt wurde und in der Sowjetzeit zweckentfremdet genutzt wurde, unter anderem als Leichenhalle und als Lager für Gemüse, erfolgte eine umfangreiche Restaurierung. Seit 1997 ist sie wieder als Museum geöffnet. Heute ist sie ein bedeutendes Kultur- und Geschichtsdenkmal und zieht Besucher mit ihrer reichen Symbolik, der farbenfrohen Fassade und ihrer feierlichen, der Erinnerung dienenden Bedeutung an.
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Tipp: Besuchen Sie die Kirche am besten im Frühling oder Sommer für angenehmes Wetter und einen leichteren Zugang. Kaufen Sie Tickets im Voraus, um lange Wartezeiten zu vermeiden – besonders in der Hochsaison. Die Kirche bietet Ermäßigungen für Studierende und Seniorinnen bzw. Senioren. Beachten Sie, dass die Kirche vor allem als Museum funktioniert: Prüfen Sie daher die Öffnungszeiten und die Verfügbarkeit von Führungen, bevor Sie Ihre Besichtigung planen.
Interessante Fakten
- •In der Kirche befinden sich über 7.000 Quadratmeter Mosaiken – damit ist sie nach der Kathedrale Basilika St. Louis die zweitgrößte Mosaik-Sammlung der Welt.
- •Die Kirche wurde auf einem verengten Abschnitt des Gribojedow-Kanals errichtet, um den exakten Ort der Ermordung von Alexander II. innerhalb ihrer Mauern unterzubringen.
- •Während der Belagerung von Leningrad im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche als provisorische Leichenhalle für Opfer von Hunger und Kämpfen genutzt.
- •Die Architektur setzt ganz bewusst einen Kontrast zu den barocken und neoklassizistischen Stilrichtungen Sankt Petersburgs und greift eine mittelalterliche russische Gestaltung auf, die von Jaroslawl und von der Basilius-Kathedrale in Moskau inspiriert ist.
Geschichte
Die Kirche wurde 1883 von Kaiser Alexander III.
in Auftrag gegeben, als Gedenkstätte für seinen Vater Alexander II., der 1881 an eben dieser Stelle ermordet wurde.
Der Bau dauerte über zwei Jahrzehnte und wurde 1907 während der Regierungszeit von Nikolaus II.
fertiggestellt.
Das Projekt wurde von der Familie Romanow und privaten Spendern finanziert und kostete mehr als zunächst veranschlagt.
Nach der Russischen Revolution von 1917 wurde die Kirche geplündert und 1932 geschlossen.
Während des Zweiten Weltkriegs diente sie als Leichenhalle im Rahmen der Belagerung von Leningrad und wurde später als Lager für Gemüse genutzt, wodurch sie den Spitznamen „Saviour on Potatoes“ erhielt.
Die Restaurierung begann in den 1970er-Jahren und mündete in der Wiedereröffnung als Museum im Jahr 1997 – mit dem Ziel, das künstlerische und historische Erbe zu bewahren.
Ortsführer
Hauptheiligtum und Altar1883-1907
Der zentrale Bereich der Kirche zeigt einen reich verzierten Altar sowie das Hauptheiligtum, in dem religiöse Gottesdienste abgehalten wurden. Ringsherum ist es von beeindruckenden Mosaiken umgeben, die biblische Szenen und Figuren darstellen.
Schrein der Ermordung1907
Am Ende der Kirche, gegenüber dem Altar, befindet sich dieser ciboriumförmige Schrein, der den exakten Ort markiert, an dem Kaiser Alexander II. tödlich verwundet wurde. Er ist mit Halbedelsteinen wie Topas und Lazurite verziert und steht im Kontrast zu den ursprünglichen Kopfsteinen, die im Boden eingelassen sind.
Mosaik-Interieurs1883-1907
Wände und Decken der Kirche sind mit über 7.000 Quadratmetern detailreicher Mosaiken bedeckt, die von bedeutenden russischen Künstlern wie Viktor Wassnezow, Michail Nesterow und Michail Wrubel geschaffen wurden. Sie erzählen biblische Geschichten und sind von kunstvollen Ornamentbändern eingefasst.
Kontakt
Telefon: 8 (812) 315-16-36