Kloster Vraćevšnica

Kloster Vraćevšnica

Šumadijski okrug

75/10090 min

Das Kloster Vraćevšnica ist ein serbisch-orthodoxes Kloster nahe dem Dorf Vraćevšnica in der Gemeinde Gornji Milanovac, im Bezirk Moravica, Serbien. Es wurde vor 1428 vom Adligen Radič Postupović während der Herrschaft von Despot Stefan Lazarević gegründet und ist dem Heiligen Georg gewidmet. Als bedeutendes geistliches und kulturelles Denkmal besitzt es eine einschiffige Kirche mit halbrunder Altarapsis sowie einen Glockenturm über dem Narthex. Berühmt ist das Kloster für seine Fresken, die 1431 vollendet wurden und ein hervorragendes Beispiel für die serbische mittelalterliche Kunst darstellen. Im Laufe der Jahrhunderte erlitt das Kloster unter der osmanischen Herrschaft zwar Schäden, wurde aber mehrfach restauriert – besonders Ende des 16. Jahrhunderts sowie im 18. Jahrhundert während der österreichischen Verwaltung. Es spielte eine wichtige Rolle während des Ersten Serbischen Aufstands: Hier fanden bedeutende Versammlungen und Treffen revolutionärer Anführer statt, darunter Karađorđe und Miloš Obrenović. Zum Klosterkomplex gehören die Mönchs- und Nonnenunterkünfte mit einem Turm über dem Eingangstor; außerdem befindet sich auf dem Klostergelände das Grab von Baba Višnja, der Mutter von Fürst Miloš Obrenović, das durch ein 1901 errichtetes Denkmal markiert ist. Heute ist das Kloster ein Frauenkloster – bekannt für sein lebendiges geistliches Leben und die Produktion eines weithin renommierten Honigs durch die Nonnen.

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Tipp: Besucher sollten einen Besuch im Frühling und im frühen Herbst in Betracht ziehen: dann ist das Wetter angenehm und es gibt weniger Andrang. Es empfiehlt sich, die Öffnungszeiten im Voraus über die offizielle Website oder telefonisch zu prüfen. Gegebenenfalls werden Führungen angeboten, die einen tieferen Einblick in Geschichte und Kunst des Klosters geben. Der Eintritt ist frei, Spenden sind jedoch willkommen, um den Erhalt und die Restaurierung zu unterstützen. Eher schlichte Kleidung wird empfohlen, da es sich um einen aktiven religiösen Ort handelt.

Interessante Fakten

  • Die Fresken des Klosters, die 1431 vollendet wurden, gelten als Meisterwerke der serbischen mittelalterlichen Kunst.
  • Vraćevšnica war Gastgeber eines bedeutenden Treffens am 17. September 1810 zwischen Karađorđe, Miloš Obrenović und weiteren Anführern, die den serbischen Aufstand planten.
  • Das Grab von Baba Višnja, der Mutter von Fürst Miloš Obrenović, befindet sich im Klosterhof und ist durch ein Denkmal markiert, das 1901 errichtet wurde.
  • Das Kloster wurde 1920 durch einen Brand beschädigt, bei dem viele wertvolle Reliquien und Gebäude zerstört wurden.
  • Die Nonnen von Vraćevšnica sind für die Herstellung von hochwertigem Honig bekannt – eine Tradition, die das Wirtschaften des Klosters unterstützt.

Geschichte

1428

Das Kloster wurde vor 1428 von Radič Postupović als Dank für das Überleben der einheimischen Dorfbewohner nach der Schlacht von Kosovo errichtet.

1579

Es wurde in der Zeit der osmanischen Herrschaft beschädigt und verlassen, aber vor 1579 durch den Metropoliten Diomid von Rudnik wiederhergestellt.

Im 18.

Jahrhundert fanden unter der österreichischen Herrschaft umfangreiche Renovierungen statt, darunter auch das Übermalen der Fresken.

1804

Vraćevšnica war ein wichtiger Treffpunkt während des Ersten Serbischen Aufstands (1804–1813) – hier wurden unter anderem Anführer wie Karađorđe und Miloš Obrenović beherbergt.

Im 19.

Jahrhundert wurde das Kloster weiter renoviert: Es entstanden neue Klostergebäude, und ein Glockenturm wurde hinzugefügt.

1935

1935 wechselte es in ein Frauenkloster und führt seitdem seine religiösen und kulturellen Traditionen fort.

Ortsführer

1
Kirche des Heiligen Georgbefore 1428
Radič Postupović

Die Hauptkirche ist ein einschiffiges Bauwerk mit fast rechteckigem Grundriss und halbrunder Altarapsis auf der Westseite. Sie besitzt einen Glockenturm über dem Narthex und ist aus gelblich wirkendem Stein gebaut, der unter den Traufen mit einem flach reliefartigen Bogenmotiv verziert ist. Im Inneren beherbergt die Kirche die ursprünglichen Fresken aus dem 15. Jahrhundert, die 1431 entstanden: Sie zeigen religiöse Szenen und Heilige und spiegeln den künstlerischen Stil der Zeit des serbischen Despotats wider.

2
Klosterunterkünfte und Turm18th century (restoration and additions)

Auf der Südseite der Kirche gelegen, umfassen die Klosterunterkünfte Wohnbereiche für Mönche und Nonnen. Der Turm über dem Eingangstor erfüllte sowohl defensive als auch symbolische Aufgaben: Er stand für die Bedeutung und den Status des Klosters.

3
Denkmal für Baba Višnja1901

Im Klosterhof liegt das Grab von Baba Višnja, der Mutter von Fürst Miloš Obrenović, einem bedeutenden serbischen Herrscher. Das Denkmal wurde 1901 errichtet, um ihr Andenken zu ehren und die Verbindung der Familie Obrenović zum Kloster zu würdigen.

4
Winterkapelle und Gebäude der Schatzkammer1978
Žarko Vučković

Dieses Gebäude wurde 1978 auf der Westseite des Klosterkomplexes errichtet. Es beherbergt die Schatzkammer sowie eine Winterkapelle, die mit Fresken von Žarko Vučković geschmückt ist – einem renommierten Maler und Universitätsprofessor aus Gornji Milanovac.

Kontakt

Telefon: 032 5733309