Kirche St. Michael (Cluj-Napoca)
Northwest Region
Die Kirche St. Michael ist eine bedeutende römisch-katholische Kirche im gotischen Stil in Cluj-Napoca, Rumänien. Sie gilt als die zweitgrößte Kirche in Siebenbürgen und hat den höchsten Kirchturm der Region, der 80 Meter erreicht – einschließlich des Kreuzes. Der Bau der Kirche begann vermutlich an der Stelle der ehemaligen St.-Jakobs-Kapelle; die früheste Überlieferung stammt aus dem Jahr 1349, als es Beitragsleistenden Vergünstigungen (Indulgien) gewährte. Die Anlage wurde zwischen 1442 und 1447 vollendet. Sie vereint mittelalterliche gotische Architektur mit späteren Elementen der Neugotik, vor allem dem Uhrturm, der zwischen 1837 und 1862 errichtet wurde und einen barocken Vorgänger ersetzte. Historisch wechselte die Kirche mehrmals den Glaubensbesitz: Sie stand zunächst unter lutherischer und später unter unitarischer Kontrolle, bevor sie im Zuge der Gegenreformation wieder von der katholischen Kirche zurückerobert wurde. Das Westportal ist mit den drei Wappen des Königs Sigismund geschmückt – ein Symbol für seine Rollen als König von Ungarn, König von Böhmen und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Im Inneren finden sich bedeutende Kunstwerke, darunter ein Altar aus dem Jahr 1390, restaurierte Fresken sowie Glasfenster mit religiösen Szenen. Die Kirche war zudem Schauplatz bedeutender historischer Ereignisse, etwa königlicher Investituren und politischer Zeremonien in der Geschichte Siebenbürgens.
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Tipp: Besucher sollten die Kirche St. Michael am besten im Frühjahr oder im frühen Herbst besichtigen, um den stärksten Andrang zu vermeiden und das angenehme Wetter zu genießen. Es wird empfohlen, geführte Touren im Voraus zu buchen, um tiefere Einblicke in die reiche Geschichte und Kunst der Kirche zu bekommen. Eintrittskarten können Rabatte für Schüler, Senioren oder Gruppen beinhalten. Fotografieren ist in der Regel erlaubt, prüfen Sie jedoch mögliche Einschränkungen während religiöser Gottesdienste.
Interessante Fakten
- •Der Kirchturm ist mit 80 Metern einschließlich des Kreuzes der höchste Kirchturm Siebenbürgens.
- •Am Westportal sind drei Wappen zu sehen, die die Titel von König Sigismund darstellen: König von Ungarn, König von Böhmen und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches.
- •Am 18. Mai 1944 hielt Bischof Áron Márton hier eine Rede, in der er die Deportation von Juden im Zweiten Weltkrieg verurteilte.
- •Der Altar stammt aus dem Jahr 1390 und gehört damit zu den ältesten Teilen der Kirche.
- •Die innenliegende Orgel wurde 1763 von Johannes Hahn gebaut.
Geschichte
Mit dem Bau der Kirche St.
Michael wurde Mitte des 14.
Jahrhunderts begonnen; das erste überlieferte Dokument datiert auf 1349.
Die Hauptbauphase endete zwischen 1442 und 1447, während der ursprüngliche Turm zwischen 1511 und 1545 errichtet wurde.
Die Kirche erlebte religiöse Umbrüche: Zwischen 1545 und 1566 war sie lutherisch, danach bis 1716 in unitarischer Hand.
Im Zuge der Gegenreformation wurde sie mit Unterstützung der Habsburger wieder von der katholischen Kirche zurückerobert.
Der barocke Uhrturm wurde im 19.
Jahrhundert durch den heutigen neugotischen Turm ersetzt, der von 1837 bis 1862 gebaut wurde.
Ortsführer
Westportal15. Jahrhundert
Der Westzugang besticht durch eine besonders kunstvolle gotische Gestaltung und ist mit den drei Wappen von König Sigismund verziert – als Symbol für seine Herrschaft über Ungarn, Böhmen und das Heilige Römische Reich.
Hochaltar1390
Der Altar, der bis auf das Jahr 1390 zurückgeht, ist der älteste Abschnitt der Kirche und dient im Inneren als zentraler Blickpunkt für die mittelalterliche religiöse Kunst im Gebäude.
Uhrturm im Stil der Neugotik1837-1862
Der zwischen 1837 und 1862 errichtete Turm ersetzte einen früheren barocken Turm und gilt als der höchste Kirchturm Siebenbürgens: 80 Meter inklusive seines Kreuzes.
Glasfenster19. Jahrhundert
In der Kirche gibt es zahlreiche Glasfenster mit religiösen Motiven, darunter Erzengel Michael, die Kreuzigung Jesu sowie Maria mit dem Kind Jesus. Die Arbeiten entstanden im 19. Jahrhundert und teils früher.
Pfeifenorgel1763
Die 1763 von Johannes Hahn gebaute Pfeifenorgel ist ein bedeutendes Musikinstrument in der Kirche. Sie kommt bei religiösen Zeremonien und Konzerten zum Einsatz.
Kontakt
Telefon: 0264 595 252