
Jellyfish Lake
Koror
Der Jellyfish Lake, lokal als Ongeim'l Tketau bekannt, ist ein bemerkenswerter Meeressee auf der Insel Eil Malk innerhalb der Rock Islands von Palau. Dieser abgeschiedene See ist berühmt für seine große Population goldener Quallen (Mastigias papua etpisoni), die täglich horizontal über das Wasser wandern. Der See ist in zwei klar unterscheidbare Schichten gegliedert: eine sauerstoffreiche obere Schicht, in der sich vielfältiges Leben wie Quallen und Fische aufhält, und eine untere, sauerstofffreie (anoxische) Schicht ohne Sauerstoff, aber reich an Bakterien und Schwefelwasserstoff. Über unter Wasser liegende Kalksteintunnel ist der See mit dem Ozean verbunden, wodurch er besondere ökologische Bedingungen beibehält, die die Evolution seiner Quallenarten geprägt haben und sie von ihren Vertretern in den Lagunen unterscheiden. Das ruhige, windgeschützte Umfeld, das tropische Klima und der geringe Gezeitenaustausch tragen zu seiner dauerhaften Schichtung bei. Die goldenen Quallen übernehmen eine wichtige Rolle beim Durchmischen der Wassermassen und tragen so zum empfindlichen Gleichgewicht des Ökosystems bei. Aufgrund der Giftigkeit der anoxischen unteren Schicht ist das Tauchen per Schnorchel verboten, um die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten, während Schnorcheln in den oberen Wassern erlaubt ist. Dieser Meeressee gehört zu etwa 70 Seen in den Rock Islands, doch seine Kombination aus biologischer Einzigartigkeit, geologischer Entstehung und kultureller Bedeutung macht ihn zu einem außergewöhnlichen Ziel für Naturfans und Wissenschaftler gleichermaßen.
Planen Sie Ihre Reise nach Palau mit KI
Erstellen Sie in wenigen Minuten einen detaillierten Reiseplan. KI schlägt die besten Orte, Restaurants und eine optimierte Route vor.
Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch des Jellyfish Lake sind die Tagesstunden, wenn die goldenen Quallen während ihrer täglichen Wanderung am aktivsten sind. Besucher sollten Tickets im Voraus kaufen, da der Zugang begrenzt ist, um die Umwelt zu schützen. Schnorcheln ist in der oberen, mit Sauerstoff angereicherten Schicht erlaubt, Tauchen ist wegen der giftigen unteren Schicht jedoch verboten. Es wird empfohlen, einen refillsicheren Sonnenschutz zu tragen, um das empfindliche Ökosystem des Sees zu bewahren. Geführte Touren können das Erlebnis bereichern, indem sie ökologische und kulturelle Einblicke geben. Ein Besuch am frühen Morgen kann ruhigere Gewässer und eine bessere Sicht bieten.
Interessante Fakten
- •Der Jellyfish Lake ist einer von etwa 200 weltweit bekannten salinen meromiktischen Seen, aber einer der wenigen dauerhaft geschichteten Meeresseen in den Tropen.
- •Die goldenen Quallen im See haben sich aufgrund der Isolation des Sees unterschiedlich von ihren nahen Verwandten in den nahe gelegenen Lagunen entwickelt.
- •Die anoxische untere Schicht des Sees enthält hohe Konzentrationen an Schwefelwasserstoff und Bakterien, die das gesamte Sonnenlicht absorbieren – so entsteht eine dunkle, aber dennoch transparente Zone.
- •Etwa 2,5 % des Seevolumens werden bei jedem Gezeitenzyklus über drei unter Wasser liegende Tunnel ausgetauscht, die ihn mit dem Ozean verbinden.
- •Die Quallengesellschaft mischt die Wassermassen aktiv, was Sauerstoff- und Nährstoffverteilung beeinflusst.
Geschichte
Der Jellyfish Lake entstand vor etwa 12.000 Jahren, als nach der letzten Eiszeit der Meeresspiegel anstieg und ein Kalksteinbecken auf der Insel Eil Malk überschwemmte.
Über Jahrtausende hinweg wurde der See vom Ozean weitgehend abgetrennt – abgesehen von schmalen unter Wasser liegenden Tunneln – wodurch sich einzigartige ökologische Bedingungen entwickelten.
Die goldenen Quallenarten entwickelten sich in dieser Umgebung deutlich anders, indem sie sich an die geschichteten Schichten des Sees anpassten.
Der See hat für die palauischen Menschen seit langem eine kulturelle Bedeutung; sie kennen ihn als Ongeim'l Tketau, was „Fünfter See“ bedeutet.
Seine wissenschaftliche Bedeutung wurde in den letzten Jahrzehnten erkannt, was Forscher anlockte, die die Meeresbiologie und Limnologie untersuchen.
Ortsführer
Obere sauerstoffreiche Schicht
Diese Schicht reicht von der Oberfläche bis etwa 15 Meter und beherbergt sämtliches sauerstoffabhängiges Leben – einschließlich der goldenen Quallen, Fische und Copepoden. Die Sicht ist aufgrund der Trübung auf etwa 5 Meter begrenzt.
Untere anoxische Schicht
Diese Schicht reicht von etwa 15 Metern bis zum Seeboden und enthält keinen Sauerstoff, ist aber reich an Schwefelwasserstoff und Schwefelbakterien. Sie ist dunkel, aber dennoch transparent und kann potenziell für Taucher giftig sein.
Unterwasser-Kalksteintunnel
Drei Tunnel in der Nähe der Oberfläche verbinden den See mit dem Ozean. So wird der Gezeitenwasseraustausch ermöglicht, der pro Zyklus etwa 2,5 % des Seevolumens beeinflusst und hilft, die Salinität sowie den Wasserstand zu regulieren.