
Convento do Carmo
Lisboa
Das Convento do Carmo wurde 1389 vom portugiesischen Constable D. Nuno Álvares Pereira gegründet und ist ein ehemaliges katholisches Kloster im Stadtteil Santa Maria Maior in Lissabon. Die gotische Kirche, einst eine der imposantesten der Stadt, wurde beim Erdbeben von 1755 in Lissabon schwer beschädigt: übrig blieben das dachlose Kirchenschiff und die Strebebögen als ikonische Ruinen. Das Kloster wurde nie vollständig wiederaufgebaut, wodurch die markante „Skelett“-Struktur erhalten blieb – heute beherbergt sie das Archaeological Museum of Carmo. Das Museum zeigt archäologische und künstlerische Funde von der Urgeschichte bis in die Gegenwart und gibt Besuchern Einblicke in Portugals reiche Geschichte. Die Architektur des Klosters spiegelt den schlichten gotischen Stil wider, der für Bettelorden typisch ist, mit Einflüssen des Monastery of Batalha. Die Fassade besitzt ein Portal mit vegetabilen und anthropomorphen Motiven sowie ein teilweise zerstörtes Rosettenfenster. Auch während der Nelkenrevolution spielte das Kloster eine bedeutende Rolle: Es diente als militärische Festung. Heute steht es als Symbol für Widerstandskraft und als faszinierende kulturelle Attraktion in Lissabon.
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Tipp: Besuchen Sie das Convento do Carmo werktags von 10:00 bis 19:00 Uhr, letzter Einlass um 18:40 Uhr. Es wird empfohlen, Tickets im Voraus zu kaufen, um Wartezeiten zu vermeiden. Frühling und Herbst bieten angenehmes Wetter, um die Open-Air-Ruinen zu erkunden. Ermäßigungen sind häufig für Studierende, Senioren und Gruppen erhältlich. Gelegentlich werden geführte thematische Besichtigungen und besondere Workshops angeboten – das macht den Besuch noch abwechslungsreicher.
Interessante Fakten
- •Das Dach des Convento do Carmo stürzte beim Erdbeben von 1755 in Lissabon ein und wurde nie wieder aufgebaut – so blieb das Kirchenschiff dem Himmel offen.
- •Die Bibliothek des Klosters mit etwa 5.000 Bänden wurde beim Erdbeben zerstört.
- •Die Ruinen inspirierten den portugiesischen Ausdruck „cair o Carmo e a Trindade“ („zu Fall Carmo und Trindade“) – er steht für eine große Katastrophe.
- •Während der Nelkenrevolution von 1974 diente das Kloster als militärischer Stützpunkt, in dem der letzte Präsident des Estado Novo-Regimes, Marcelo Caetano, kapitulierte.
- •Das Convento do Carmo wurde von D. Nuno Álvares Pereira gegründet, der später als Heiliger Nuno von Santa Maria heiliggesprochen wurde.
- •Das Archaeological Museum of Carmo zeigt Funde, die bis in die Zeit des Paläolithikums und Neolithikums zurückreichen – darunter auch Entdeckungen von einer prähistorischen Befestigung in der Nähe von Azambuja.
Geschichte
Das Convento do Carmo wurde 1389 von D.
Nuno Álvares Pereira gegründet, der später als Mönch dem Kloster beitrat.
Der Bau wurde etwa um 1423 abgeschlossen, wodurch es zu einer bedeutenden gotischen Kirche in Lissabon wurde.
Das Erdbeben von 1755 verwüstete das Kloster und zerstörte dessen Dach und Bibliothek.
Im 19.
Jahrhundert wurden teilweise Reparaturen vorgenommen, doch die Kirche blieb eine Ruine – sie wurde als romantisches Symbol der Vergangenheit aufgegriffen.
In den 1800er-Jahren wurde das Kloster für militärische Zwecke umgenutzt und spielte eine Schlüsselrolle während der Nelkenrevolution 1974.
Seit dem späten 19.
Jahrhundert beherbergt es das Archaeological Museum of Carmo und ist bis heute ein geschütztes nationales Denkmal.
Ortsführer
Die Ruinen der gotischen Kirche1389-1423
Das dachlose Kirchenschiff und die spitzen Bögen sind bis heute ein eindrückliches Zeugnis des Erdbebens von 1755. Besucher können die Strebebögen bewundern und das teilweise zerstörte Rosettenfenster an der Fassade betrachten.
Archaeological Museum of CarmoEstablished late 19th century
Das Museum ist in den erhaltenen Teilen des Klosters untergebracht und präsentiert archäologische sowie künstlerische Sammlungen aus der Zeit vor der Gegenwart – bis in die Moderne. Dazu zählen auch bedeutende Funde aus dem Paläolithikum und Neolithikum.
Fassade und PortalLate 14th century
Die Hauptfassade zeigt ein gotisches Portal mit Archivolten und Kapitellen, die mit vegetabilen und anthropomorphen Motiven verziert sind. Darüber thront ein teilweise zerstörtes Rosettenfenster.
Kontakt
Telefon: 21 346 0473