
Belém-Turm
Lisboa
Der Belém-Turm, offiziell als Turm des Hl. Vinzenz (Tower of Saint Vincent) bekannt, ist eine historische Festungsanlage aus dem 16. Jahrhundert in Lissabon, Portugal. Er wurde zwischen 1514 und 1519 unter König Manuel I. errichtet und diente als repräsentatives Tor nach Lissabon sowie als Verteidigungsbollwerk am Mündungsbereich des Tejo. Der Turm ist ein herausragendes Beispiel für den portugiesischen manuelinischen Baustil: Er verbindet gotische und Renaissance-Elemente mit maurischen Einflüssen, die besonders in den aufwändigen Minaretten und den maritimen Motiven sichtbar werden. Das Bauwerk besteht aus lokalem Lioz-Kalkstein und umfasst ein Bastionsteil sowie einen vierstöckigen Turm, der sich rund 30 Meter in die Höhe erhebt. Ursprünglich stand der Turm auf einer kleinen Insel nahe dem Flussufer; durch die Sedimentablagerungen über die Jahrhunderte gehört er heute zum Festland. Er stand sinnbildlich für Portugals maritime Vorherrschaft im Zeitalter der Entdeckungen und begrüßte zurückkehrende Flotten aus Indien, Afrika und den Amerikas. Zu den dekorativen Elementen zählen das königliche Wappen, die Kreuze des Christusordens sowie exotische Motive wie eine Nashorn-Darstellung, die Portugals weltweite Verbindungen widerspiegeln. Im Laufe der Zeit nahm seine militärische Funktion ab: Während der spanischen Besetzung im Jahr 1580 wurde er kurzzeitig erobert und später bis ins 19. Jahrhundert als Gefängnis genutzt. Heute ist der Belém-Turm ein ikonisches Wahrzeichen von Lissabon und portugiesischem Erbe. Gemeinsam mit dem nahegelegenen Jerónimos-Kloster ist er als UNESCO-Welterbestätte anerkannt und zählt zu den Sieben Wundern Portugals. Er ist nach wie vor eine bedeutende Touristenattraktion – bekannt für seine historische Bedeutung und seine einzigartige architektonische Schönheit.
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Tipp: Besucher sollten in den Monaten Frühling und Herbst in den Belém-Turm schauen, um den großen Andrang in den Sommermonaten zu vermeiden und milderes Wetter zu genießen. Da der Turm derzeit wegen Renovierungsarbeiten geschlossen ist, prüfen Sie auf der offiziellen Website die Informationen zur Wiedereröffnung. Wenn er geöffnet ist, empfiehlt sich der Kauf von Tickets im Voraus, um Wartezeiten zu umgehen. Ermäßigungen gibt es häufig für Studierende, Senioren und Gruppen. Das nahe Jerónimos-Kloster sowie weitere Attraktionen im Stadtteil Belém bieten sich für einen besonders lohnenden kombinierten Besuch an.
Interessante Fakten
- •Am Belém-Turm ist ein geschnitztes Nashorn zu sehen – inspiriert von einem Geschenk eines indischen Herrschers und berühmt dargestellt vom Künstler Albrecht Dürer.
- •Entgegen dem, was viele glauben, wurde der Turm ursprünglich nicht mitten im Tejo gebaut, sondern auf einer kleinen Insel nahe der Küste von Lissabon.
- •Der Turm vereint Elemente des Manueline-, Gotik-, Renaissance- und maurischen Baustils und ist dadurch in seiner Gestaltung einzigartig.
- •Während der spanischen Besetzung nach 1580 diente der Turm bis ins 19. Jahrhundert als Gefängnis.
- •Der Belém-Turm wird oft als Symbol für Portugals Zeitalter der Entdeckungen und sein maritimes Erbe genutzt.
Geschichte
Die Idee für eine Festung an der Mündung des Tejo entstand im späten 15.
Jahrhundert bei König Johann II., um den Hafen von Lissabon zu schützen – mit dem Bau wurde jedoch erst unter König Manuel I.
im Jahr 1514 begonnen.
Entworfen vom Militärarchitekten Francisco de Arruda, wurde der Turm 1519 fertiggestellt.
Zunächst war er eine wichtige Verteidigungsanlage und das repräsentative Tor für portugiesische Flotten im Zeitalter der Entdeckungen.
1580 wurde er im Zuge der Iberischen Union von spanischen Truppen erobert und anschließend bis 1830 als Gefängnis genutzt.
Bauliche Verbesserungen, darunter der Ausbau um Türmchen und Kasernen, wurden im späten 16.
Jahrhundert vorgenommen.
Im Laufe der Jahrhunderte verbanden Sedimentablagerungen den Turm mit dem Festland und veränderten so seine ursprüngliche Insel-Lage.
Seit 1983 wird der Belém-Turm gemeinsam mit dem Jerónimos-Kloster als UNESCO-Welterbestätte geschützt.
Ortsführer
Bastion1514-1519
Der untere Bereich des Turms ist eine sechseckige Bastion, die für den Artillerie-Einsatz zur Verteidigung ausgelegt ist. Sie besitzt Öffnungen für Kanonen und ist mit manuelinischen Motiven wie Seilen und Armillarsphären verziert.
Vierstöckiger Turm1514-1519
Über der Bastion gelegen, enthält der Turm vier Etagen – darunter der Saal des Gouverneurs, der Saal der Könige, die Audienzhalle sowie eine Kapelle mit dem charakteristischen manuelinischen Gewölbe.
Loggia an der Südseite1514-1519
Ein aufwändiger Balkon an der Südseite, der als repräsentativer Raum für den Empfang und Abschied von Flotten gestaltet wurde – mit kunstvollem Steinmetzwerk und manuelinischen Verzierungen.
Kontakt
Telefon: 21 362 0034