
Torre Centum Cellas
Guarda
Torre Centum Cellas ist ein einzigartiger Turm aus der Römerzeit auf dem Monte de Santo Antão nahe Belmonte in Portugal. Ursprünglich gehörte er zu einer römischen Villa, die im 1. Jahrhundert n. Chr. einem wohlhabenden Zinnhändler namens Lucius Caecilius gehörte. Der Turm bildete den städtischen Teil der Villenanlage. Es handelt sich um ein rechteckiges, dreistöckiges Steingebäude, das etwa zwölf Meter hoch ist. Besonders auffällig sind die zahlreichen Öffnungen sowie zwei dekorative Friese, die die Etagen voneinander trennen. Die Anlage wurde Mitte des 3. Jahrhunderts durch einen Brand zerstört, später jedoch wiederaufgebaut. Im Mittelalter wurde auf den Ruinen eine dem Heiligen Cornelius gewidmete Kapelle errichtet – so wurde der Turm mit lokalen Legenden verknüpft. Seit 1927 als Nationaldenkmal klassifiziert, hat der Turm sowohl Gelehrte als auch Besucher fasziniert und inspirierte verschiedene Theorien über seine ursprüngliche Funktion, darunter sogar die Vermutung, es habe sich um ein Gefängnis mit hundert Zellen gehandelt. Jüngere archäologische Untersuchungen deuten darauf hin, dass es sich vor allem um eine römische Villa handelte – nicht um ein militärisches Lager. Dank der Erhaltungsmaßnahmen wurde in der Nähe ein Besucher- bzw. Interpretationszentrum geschaffen, das im April 2024 für die Öffentlichkeit geöffnet wurde und das Verständnis für die Schichten der Geschichte des Ortes vertieft. Der Turm ist ein eindrucksvoller Beleg für die römische Präsenz in Lusitania und für die sich wandelnde historische Landschaft der Region.
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Tipp: Besuchen Sie Torre Centum Cellas im Frühling oder im frühen Herbst, um mildes Wetter zu genießen und die größten Touristenströme zu vermeiden. Für geführte Touren durch das Interpretationszentrum wird eine Vorausbuchung empfohlen, denn dort gibt es detaillierte Einblicke in die Geschichte des Turms. Besucher profitieren von vergünstigten Tickets für Gruppen und Seniorinnen bzw. Senioren. Der Ort ist mit dem Auto erreichbar; Parkmöglichkeiten befinden sich in der Nähe. Aufgrund des unebenen Geländes rund um das Monument sind bequeme Wanderschuhe empfehlenswert.
Interessante Fakten
- •Der Name „Centum Cellas“ bedeutet „hundert Zellen“ – und bezieht sich auf eine Legende, wonach der Turm einst ein Gefängnis mit vielen Zellen gewesen sein soll.
- •Archäologische Hinweise sprechen dafür, dass der Turm Teil der städtischen Zone einer römischen Villa war, nicht eines militärischen Lagers.
- •Eine mittelalterliche Kapelle, die dem Heiligen Cornelius gewidmet war, stand einst an dem Ort, ging jedoch im 18. Jahrhundert verloren.
- •Der Turm ist etwa zwölf Meter hoch und verfügt über drei Etagen, die durch dekorative Friese voneinander getrennt sind.
- •Ein Interpretationszentrum wurde 2024 eröffnet, um Besucher über die Geschichte des Turms und seine Legenden zu informieren.
Geschichte
Der Turm stammt aus der Mitte des 1.
Jahrhunderts n.
Chr.
und wurde als Teil einer römischen Villa errichtet, die Lucius Caecilius gehörte, einem wohlhabenden Zinnhändler.
In der Mitte des 3.
Jahrhunderts wurde er durch einen großen Brand zerstört, anschließend jedoch wiederaufgebaut.
Im Mittelalter wurde eine dem Heiligen Cornelius gewidmete Kapelle auf den Überresten errichtet, und der Ort war unter dem Namen Torre de São Cornélio bekannt.
1188 wird der Turm in einer königlichen Urkunde von König Sancho I.
von Portugal erwähnt, was auf seine Bedeutung in der Region hinweist.
Das Verwaltungszentrum der Siedlung zog 1198 nach Belmonte in der Nähe; danach ging der Turm allmählich zurück.
Seit 1927 als Nationaldenkmal klassifiziert, steht er seither im Fokus archäologischen Interesses und von Erhaltungsmaßnahmen.
Ortsführer
Die Turmstruktur1st century CE
Ein dreistöckiges rechteckiges Steingebäude mit rund zwölf Metern Höhe, das mehrere Öffnungen unterschiedlicher Größe sowie zwei dekorative Friese besitzt, die die Etagen voneinander abtrennen. Es steht stellvertretend für den städtischen Bereich eines römischen Villakomplexes.
Interpretationszentrum2024
Etwa zehn Meter vom Turm entfernt gelegen, wurde dieses Zentrum 2024 eröffnet und bietet Ausstellungen zur Geschichte des Turms, zu archäologischen Funden und zu den verschiedenen Legenden rund um den Ort.