
Archäologischer Park Côa-Tal
Guarda
Der Archäologische Park Côa-Tal im nordöstlichen Portugal ist ein bemerkenswerter Ort im Freien, der vor allem für seine umfangreiche Sammlung prähistorischer Felskunst bekannt ist. Die Stätte wurde Anfang der 1990er-Jahre bei Bauarbeiten für einen Staudamm entdeckt und zeigt Tausende eingravierter Motive von Tieren wie Pferden, Auerochsen und Hirschen sowie abstrakte und anthropomorphe Figuren. Die Kunstwerke stammen aus etwa 22.000 bis 10.000 Jahren v. Chr., überwiegend aus dem Jungpaläolithikum; außerdem gibt es weitere Gravuren aus dem Neolithikum, dem Chalkolithikum und der Bronzezeit. Der Park bewahrt diese Gravuren auf senkrechten Schieferfelsen, die nach Osten freigelegt sind; die Größen liegen größtenteils zwischen 40 und 50 Zentimetern. Die Gravuren wurden mit Techniken wie An- bzw. Ausmeißeln (Picken) und Abrasion hergestellt, wodurch detaillierte, übereinanderliegende Darstellungen entstehen. Seit der Entdeckung wurde die Stätte vor dem weiteren Staudammbau geschützt und ist heute UNESCO-Welterbe; sie zieht sowohl Forschende als auch Besucher an. Der Park umfasst ein Museum, das die Funde präsentiert, und die archäologischen Arbeiten gehen weiter, um neue Kunst zu entdecken – darunter kürzlich gefundene tragbare, eingravierte Steine. Das Côa-Tal bietet einen einzigartigen Einblick in den prähistorischen Ausdruck des Menschen und die kulturelle Entwicklung früher Gesellschaften auf der Iberischen Halbinsel.
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Tipp: Besuchen Sie den Archäologischen Park Côa-Tal im Frühling oder im Herbst für angenehmes Wetter und optimale Bedingungen für die Besichtigung. Da es Besucherlimits gibt, um die Stätte zu erhalten, wird empfohlen, Tickets im Voraus zu buchen. Geführte Touren liefern wertvolle Einblicke in die Geschichte und Techniken der Gravuren. Für Studierende, Senioren und Gruppen können Ermäßigungen verfügbar sein. Prüfen Sie die offizielle Website für die aktuellsten Öffnungszeiten und Besucherinformationen.
Interessante Fakten
- •Das Côa-Tal beherbergt das größte bekannte Komplex aus prähistorischer Felskunst im Freien der Welt.
- •Zu den Gravuren gehören auch Darstellungen ausgestorbener Tiere wie Auerochsen, detailliert mit Nasenlöchern und Mäulern.
- •Einige der jüngsten Gravuren stammen aus dem 17. bis 20. Jahrhundert und zeigen moderne Szenen wie Züge und Flugzeuge.
- •Die Entdeckung der Stätte in den 1990er-Jahren stoppte ein Dammprojekt, das das Gebiet überflutet hätte.
- •Im Jahr 2018 wurde die Kunst des Côa-Tals Teil der Kulturellen Route des Europarats – gemeinsam mit berühmten Stätten wie Lascaux und Altamira.
- •Ein kürzlich entdeckter eingravierter Schieferstein zeigt einen Steinbock neben einem Hirsch und stammt aus etwa 12.000 Jahren.
Geschichte
Die frühesten Felsgravuren im Côa-Tal reichen auf einen Zeitraum zwischen 22.000 und 20.000 Jahren v.
Chr.
zurück und zeigen zoomorphe Figuren aus dem Jungpaläolithikum.
Die späteren Gravuren aus den Perioden des Solutréen und des Magdalénien zeigen eine zunehmende künstlerische Ausarbeitung.
In späteren Epochen – darunter Neolithikum, Chalkolithikum und Bronzezeit – kamen geometrische, anthropomorphe und symbolische Gravuren hinzu.
Im 20.
Jahrhundert wurde beim Bau des Staudamms von Pocinho ein Teil der Felskunst überflutet, doch die Entdeckung weiterer Gravuren im Jahr 1991 führte nach öffentlichem und wissenschaftlichem Protest zu einem Stopp des Staudammbaues.
Seit 1995 ist das Gebiet geschützt und wird umfassend untersucht; dies mündete 1998 in die Ausweisung als UNESCO-Welterbe und wurde später 2010 um spanische Stätten erweitert.
Ortsführer
Haupt-Panel mit Gravuren22.000–10.000 v. Chr.
Diese Panels zeigen Tausende altsteinzeitlicher Felsgravuren mit Darstellungen von Tieren wie Pferden, Auerochsen und Hirschen sowie abstrakten und anthropomorphen Figuren. Die Gravuren sind in senkrechte Schieferflächen eingearbeitet, die nach Osten freigelegt sind; sie veranschaulichen Techniken wie Picken und Abrasion und schaffen dabei detaillierte Abbildungen.
Côa-MuseumNach 1995 errichtet
Ein Museum, das in der Nähe des archäologischen Parks gebaut wurde, um die Befunde der Felskunst auszustellen und einzuordnen. Es verfügt über Ausstellungen zur Entdeckung, zu den Bemühungen zur Bewahrung und zum kulturellen Kontext der Gravuren.
Kontakt
Telefon: 279 768 260