
Almendres Cromlech
Évora
Das Almendres Cromlech ist eine weitläufige megalithische Anlage nahe Évora in Portugal. Sie besteht aus etwa 95 Granit-Menhiren, die in kreisförmigen und elliptischen Mustern angeordnet sind. Die Anlage zählt zu den ältesten und bedeutendsten megalithischen Fundorten Europas. Die Bauphasen reichen vom frühen Neolithikum (um 6000 v. Chr.) bis zum späten Neolithikum (um 4000 v. Chr.). Viele der Steine tragen Gravuren und symbolische Verzierungen. Man geht davon aus, dass sie religiösen, zeremoniellen und astronomischen Zwecken dienten – darunter Ausrichtungen auf Tagundnachtgleichen und Sonnenwenden. Der Ort wurde 1966 wiederentdeckt und wurde seither bei archäologischen Ausgrabungen und Restaurierungen untersucht. Dabei ging es auch darum, umgestürzte Steine wieder an ihren ursprünglichen Standorten zu platzieren (auf Basis der ursprünglichen Fundamente). Die Anlage liegt auf einem sanften, nach Osten ausgerichteten Hang und weist Menhire mit unterschiedlicher Größe auf; einige erreichen bis zu 3,5 Meter Höhe. Anordnung und Ausrichtung zeigen ein beeindruckendes prähistorisches Wissen über Himmelsereignisse. Damit ist der Ort vergleichbar mit anderen europäischen megalithischen Stätten wie Stonehenge und den Steinen von Carnac. Heute ist das Almendres Cromlech über einen ausgewiesenen Fußweg für die Öffentlichkeit zugänglich und bleibt ein wichtiges kulturelles und archäologisches Wahrzeichen in der Region Alentejo.
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Tipp: Besucherinnen und Besucher sollten das Almendres Cromlech tagsüber erkunden, um die astronomischen Ausrichtungen und die Steingravuren besonders gut zu verstehen. Die beste Zeit für einen Besuch sind die Tagundnachtgleichen oder Sonnenwenden, wenn die Sonne so steht, dass ihre Position mit den Menhiren übereinstimmt und deren beabsichtigten himmlischen Zweck sichtbar macht. Tickets oder Eintrittsgebühren sind in der Regel nicht erforderlich, aber es empfiehlt sich, beim örtlichen Touristenbüro in Évora nachzufragen, ob es geführte Touren oder Veranstaltungen gibt. Bequeme Wanderschuhe sind sinnvoll, da der Untergrund natürlich und uneben ist. Ein Besuch am frühen Morgen oder am späten Nachmittag bietet außerdem optimales Licht für Fotos und eine ruhigere Atmosphäre. Das Gelände wird von der Gemeinde Évora verwaltet; sie sichert den Zugang über einen Fußweg und stellt entlang der megalithischen Route Informationsschilder bereit.
Interessante Fakten
- •Das Almendres Cromlech ist die größte Gruppe strukturierter Menhire auf dem iberischen Festland und eine der größten in Europa.
- •Die Anlage verfügt über Steine, die so ausgerichtet sind, dass sie Tagundnachtgleichen und Sonnenwenden markieren – ein Hinweis darauf, dass sie als eine Art primitiver astronomischer Beobachtungsort genutzt wurde.
- •Einige Menhire tragen eingravierte Verzierungen, darunter Linien, Radiallinien und anthropomorphe Symbole.
- •Das komplexe System wurde über drei wesentliche Bauphasen errichtet, von 6000 v. Chr. bis 4000 v. Chr., und zeigt damit sich wandelnde prähistorische Kulturen und Praktiken.
- •Ein einzelner Menhir nahe der Anlage richtet sich auf den Sonnenaufgang zur Wintersonnenwende aus – das belegt fortgeschrittenes astronomisches Wissen.
Geschichte
Das Almendres Cromlech reicht bis ins 6.
Jahrtausend v.
Chr.
zurück.
Als Bauphasen wurden Almendres I (Frühneolithikum, etwa 6000 v.
Chr.), Almendres II (Mittleres Neolithikum, etwa 5000 v.
Chr.) und Almendres III (Spätes Neolithikum, etwa 4000 v.
Chr.) identifiziert.
Zunächst wurde der Ort 1966 durch Henrique Leonor Pina bei geologischen Feldarbeiten entdeckt.
Dabei zeigten sich Schichten prähistorischer Aktivitäten und Veränderungen über Jahrtausende hinweg.
Die Anlage wurde im Chalkolithikum offenbar nicht mehr genutzt – vermutlich aufgrund kultureller Umwälzungen, die durch Gesellschaften mit Metallnutzung verursacht wurden.
Archäologische Arbeiten unter Leitung von Mário Varela Gomes haben viele umgestürzte Steine wieder in ihre ursprünglichen Positionen zurückgebracht und so die historische Substanz der Stätte bewahrt.
Das Almendres Cromlech wurde 2015 zum „Monumento de Interesse Nacional“ (Monument von nationalem Interesse) erklärt – ein Zeichen für seine kulturelle und archäologische Bedeutung in Portugal.
Ortsführer
Zentrale Cromlech-Kreise6000 BC
Der älteste Teil der Anlage besteht aus zwei oder drei konzentrischen Kreisen aus kleineren Menhiren. Sie stammen aus dem Frühneolithikum und sollen für gesellschaftliche oder religiöse Rituale genutzt worden sein.
Elliptische Einfriedungen5000 BC
Zwei unregelmäßige, aber konzentrische elliptische Steinformationen aus der Phase des Mittleren Neolithikums. Sie verfügen über größere Menhire und sind auf Himmelsereignisse wie Tagundnachtgleichen ausgerichtet.
Verzierte Menhire4000 BC
Mehrere Steine zeigen Gravuren, darunter Linien, Radiallinien und anthropomorphe Figuren. Einige weisen kleine runde Öffnungen auf, die möglicherweise für astronomische Beobachtungen genutzt wurden.
Isolierter Menhir zur Wintersonnenwende
Ein einzelner Menhir mit etwa 4,5 Metern Höhe, der nordöstlich der Hauptanlage liegt und mit dem Sonnenaufgang zur Wintersonnenwende ausgerichtet ist.
Kontakt
Telefon: 266 777 071