Kapelle der Knochen

Kapelle der Knochen

Évora

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Die Kapelle der Knochen (Capela dos Ossos) ist ein einzigartiges und makaberes Monument direkt neben der Igreja de São Francisco in Évora, Portugal. Die Kapelle wurde im 17. Jahrhundert von Franziskanermönchen errichtet. Die Innenwände und Pfeiler sind mit geschätzten 5.000 menschlichen Totenschädeln und Knochen dekoriert, die aus örtlichen Friedhöfen ausgegraben wurden. Diese düstere Gestaltung ist eine eindringliche Erinnerung an die Vergänglichkeit des Lebens – unterstrichen durch die Inschrift am Eingang: „Wir Knochen, die wir hier sind, erwarten die euren.“ Die Kapelle ist etwa 18,7 Meter lang und 11 Meter breit; das natürliche Licht fällt durch drei kleine Öffnungen hinein. Die weiß gestrichene Backsteindecke ist mit Todesmotiven verziert und verstärkt die bußfertige Stimmung. Besonders hervorzuheben sind zwei mumifizierte Leichen, darunter die eines Kindes, die in Glasvitrinen innerhalb der Kapelle ausgestellt sind. Ein berühmtes Gedicht von Padre António da Ascenção Teles hängt an einem der Pfeiler und lädt Besucher dazu ein, über Dasein und Sterblichkeit nachzudenken. Die Kapelle der Knochen gehört zum Convento e Igreja de São Francisco, einem Nationaldenkmal seit 1910, und wurde zwischen 2014 und 2015 umfangreich restauriert, um ihre Struktur zu erhalten und das Museum für sakrale Kunst auszubauen. Die Kapelle gehört bis heute zu den meistbesuchten und eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten von Évora – eine gelungene Verbindung religiöser Symbolik mit einer markanten künstlerischen Ausdrucksform.

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Tipp: Besuchen Sie sie früh am Morgen oder am späten Nachmittag, um Menschenmengen zu vermeiden und eine nachdenklichere Atmosphäre zu erleben. Tickets können vor Ort gekauft werden, doch lohnt sich ggf. der Kauf von Kombitickets für die Igreja de São Francisco und die Kapelle der Knochen, um Zeit zu sparen. Aus Respekt für den heiligen Ort wird schlichte Kleidung empfohlen. Fotografieren ist normalerweise erlaubt, prüfen Sie aber die aktuellen Regeln. Die Kapelle ist zu Fuß vom Zentrum von Évora aus erreichbar und gut ausgeschildert.

Interessante Fakten

  • Ungefähr 5.000 menschliche Skelette wurden verwendet, um die Innenwände und Pfeiler der Kapelle zu dekorieren.
  • Die Kapelle zeigt zwei mumifizierte Leichen in Glasvitrinen – eine davon ist ein Kind.
  • Die Inschrift am Eingang lautet: „Wir Knochen, die wir hier sind, erwarten die euren“ und unterstreicht die memento-mori-Botschaft der Kapelle.
  • Ein Gedicht von Padre António da Ascenção Teles aus der Mitte des 19. Jahrhunderts hängt innerhalb der Kapelle und fordert Besucher auf, über die Sterblichkeit nachzudenken.
  • Die Kapelle wurde an der Stelle des ursprünglichen Schlafsaals der Franziskanermönche erbaut und ist ein bußfertiges Monument aus der Zeit der Gegenreformation.

Geschichte

Die Kapelle der Knochen wurde im 17.

Jahrhundert von drei Franziskanermönchen als Spiegelung des Geistes der Gegenreformation erbaut, mit dem Ziel, Besuchern die Vergänglichkeit des Lebens vor Augen zu führen.

Sie wurde an der Stelle des ursprünglichen Schlafsaals der Franziskanermönche errichtet.

Für die Kapelle wurden Knochen aus etwa 42 klösterlichen Begräbnisstätten in der Region Évora ausgegraben und künstlerisch angeordnet, um die Wände und Pfeiler zu verzieren.

1910

Die Kirche São Francisco, an die die Kapelle angeschlossen ist, gilt seit 1910 als Nationaldenkmal.

2014

Zwischen 2014 und 2015 erfolgte eine große Restaurierung der Kapelle im Wert von 3,5 Millionen Euro, die die Reparatur von Bauschäden umfasste und die Einrichtung eines Museums für sakrale Kunst sowie die Schaffung von Sonderausstellungen beinhaltete.

Ortsführer

1
Inschrift am Eingang17. Jahrhundert

An der Kapelleneingangstür setzt der Spruch „Nós ossos que aqui estamos pelos vossos esperamos“ (Wir Knochen, die wir hier sind, erwarten die euren) einen düsteren Ton und erinnert Besucher bereits vor dem Betreten an die eigene Sterblichkeit.

2
Mit Knochen dekorierte Wände und Pfeiler17. Jahrhundert
Franziskanermönche

Die Wände und acht Pfeiler sind mit sorgfältig angeordneten menschlichen Totenschädeln und Knochen bedeckt. Zusammengehalten mit Zement entstehen Muster, die die bußfertige Atmosphäre der Kapelle besonders betonen.

3
Decke mit Todesmotiven17. Jahrhundert

Die weiß gestrichene Backsteindecke zeigt Allegorien des Todes und verstärkt so das Thema der Vergänglichkeit des Lebens – und die Unausweichlichkeit des Todes.

4
Gedicht von Padre António da Ascenção TelesMitte des 19. Jahrhunderts
Padre António da Ascenção Teles

Ein alter Holzrahmen beherbergt ein Gedicht, das Padre António da Ascenção Teles zugeschrieben wird (Pfarrer von 1845 bis 1848). Es lädt Besucher ein, kurz innezuhalten und über ihre eigene Sterblichkeit nachzudenken.

5
Mumifizierte Leichen in Glasvitrinen

Zwei mumifizierte Körper, von denen einer ein Kind ist, werden in Glasvitrinen innerhalb der Kapelle ausgestellt – das verstärkt ihre ernste und nachdenkliche Atmosphäre.

Kontakt

Telefon: 266 704 521