Römischer Tempel von Évora

Römischer Tempel von Évora

Évora

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Der Römische Tempel von Évora ist eine antike römische religiöse Anlage im Herzen von Évora, Portugal, innerhalb des historischen Stadtkerns, der zum UNESCO-Welterbe zählt. Er wurde um das 1. Jahrhundert n. Chr. errichtet und Kaiser Augustus gewidmet, der als Gottheit verehrt wurde. Der Tempel stand ursprünglich auf dem höchsten Punkt der römischen Akropolis und war Teil des Forums der Stadt; umgeben war er von einem Wasserspeicher, der vermutlich eine religiöse Bedeutung hatte. Architektonisch handelt es sich um einen rechteckigen Hexastyl- und Peripteraltempel, der hauptsächlich aus Granit und Marmor besteht. Die korinthischen Säulen besitzen kunstvoll geschnitzte Kapitelle, die mit Akanthusblättern und floralen Motiven verziert sind. Obwohl heute nur noch der Podiumsockel, Teile der Säulenhalle (Korinthischen Kolonnade), das Gebälk (Architrav) und das Fries erhalten sind, lässt sich das architektonische Konzept mit anderen römischen Kaiser-Tempeln vergleichen, etwa mit der Maison Carrée in Nîmes, Frankreich. Über die Jahrhunderte überstand der Tempel Zerstörungen durch germanische Stämme im 5. Jahrhundert, wurde später als mittelalterliche Festung genutzt und danach sogar als Schlachterei – was ihn ironischerweise vor dem völligen Verfall bewahrte. Die Restaurierungsarbeiten begannen im 18. Jahrhundert und wurden im 19. und 20. Jahrhundert fortgesetzt, darunter auch archäologische Ausgrabungen, bei denen Elemente des antiken Stadtraums zutage kamen, wie etwa Wassertank-Anlagen von Aquädukten. Der Tempel wird von bedeutenden historischen Gebäuden umgeben, die mit der Inquisition in Verbindung stehen, was den kulturellen Kontext weiter bereichert. Er zählt zu den bedeutendsten römischen Monumenten Portugals und ist ein Symbol für Evorás reiches historisches Erbe.

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Tipp: Besucherinnen und Besucher sollten den Tempel am besten tagsüber erkunden, um die architektonischen Details und den umliegenden historischen Platz in voller Schönheit zu erfassen. In der Hochsaison wird empfohlen, Tickets im Voraus zu kaufen, um Warteschlangen zu vermeiden. Vor Ort gibt es Ermäßigungen für Studierende, Seniorinnen und Senioren sowie Gruppen. Nahegelegene Museen und die öffentliche Bibliothek geben weitere Einblicke in die römische und mittelalterliche Geschichte der Stadt – ein kombinierter Besuch lohnt sich daher besonders. Aufgrund der gepflasterten Straßen rund um den Tempel werden bequeme Schuhe empfohlen.

Interessante Fakten

  • Der Tempel wird oft fälschlich als Tempel der Diana bezeichnet; der Name geht auf eine Legende aus dem 17. Jahrhundert zurück – nicht auf einen archäologischen Befund.
  • Die korinthischen Kapitelle sind aus weißem Marmor aus Estremoz gearbeitet und zeigen eine Vielfalt floraler Motive wie Gänseblümchen, Sonnenblumen und Rosen.
  • Der Tempel wurde nahezu 500 Jahre lang als Schlachterei genutzt, was dazu beitrug, seine Bausubstanz vor einer vollständigen Zerstörung zu bewahren.
  • Das Design des Tempels ähnelt stark der Maison Carrée in Nîmes, Frankreich, einem besonders gut erhaltenen römischen Tempel.
  • Bei den Ausgrabungen wurden Tankanlagen eines primitiven Aquädukts nahe dem Tempel entdeckt – ein Hinweis darauf, wie wichtig Wasser für den religiösen Komplex war.

Geschichte

Der Römische Tempel von Évora wurde im 1.

Jahrhundert n.

Chr.

errichtet, um Kaiser Augustus zu ehren, und war für das Forum der Stadt sowie das religiöse Leben von zentraler Bedeutung.

Er erlitt im 5.

Jahrhundert während germanischer Invasionen Zerstörungen, wurde später jedoch in die Befestigungen der mittelalterlichen Burg integriert.

Vom 14.

1836

Jahrhundert bis 1836 diente er als Schlachterei – eine Nutzung, die seine Reste unbeabsichtigt bewahrte.

Ab dem 17.

Jahrhundert wurde der Tempel aufgrund lokaler Legenden fälschlich mit der Göttin Diana in Verbindung gebracht.

Bedeutende archäologische Ausgrabungen und Restaurierungen fanden im 19.

und 20.

Jahrhundert statt und legten seine ursprünglichen römischen Merkmale frei sowie mittelalterliche Ergänzungen wieder zurück, um sein klassisches Erscheinungsbildherzustellen.

Ortsführer

1
Podium und Treppenanlage1st century CE

Die Basisplattform des Tempels (Podium) misst etwa 25 mal 15 Meter und ist 3,5 Meter hoch. Sie wurde aus unregelmäßigen Granitblöcken errichtet. Der Zugang zum Tempel erfolgte über eine sichtbare Treppe, die zum Podium hinaufführte.

2
Korinthische Säulen1st century CE

Vierzehn korinthische Säulen sind erhalten. Auf der Nordseite stehen sechs Säulen, deren Kapitelle sowie Teile von Architrav und Fries überliefert sind. Die Säulen sind geriffelt und bestehen aus Granitschäften, die oben von weißen Marmorkapitellen bekrönt werden – mit Akanthusblättern und floralen Verzierungen.

3
Reste von Architrav und Fries1st century CE

Bruchstücke von Architrav und Fries sind oberhalb der Säulen erhalten. Ursprünglich bildeten sie die Grundlage für die Dachkonstruktion des Tempels sowie für dekorative Elemente.

4
Umgebende historische Gebäude

Der Tempel liegt auf dem Hauptplatz von Évora; um ihn herum stehen bedeutende Gebäude wie die Sé-Kathedrale, der Palast des Inquisitors, der Palast der Herzöge von Cadaval, das Gericht der Inquisition, die Kirche und das Konvent von Lóios sowie die Öffentliche Bibliothek und das Museum von Évora.

Kontakt

Telefon: 266 769 450