
Alte Kathedrale von Coimbra
Coimbra
Die Alte Kathedrale von Coimbra, die in der Region Sé Velha de Coimbra genannt wird, ist eine romanisch-römisch-katholische Kathedrale in Coimbra, Portugal. Der Bau begann kurz nach der Schlacht von Ourique im Jahr 1139, als Afonso Henriques sich zum König von Portugal erklärte und Coimbra zur Hauptstadt wählte. Sie gehört zu den bedeutendsten romanischen Bauwerken des Landes und ist die einzige portugiesische Kathedrale aus der Reconquista-Zeit, die weitgehend unversehrt überdauert hat. Die Kathedrale wirkt wie eine Festung: an die Höhe reichende Zinnenmauern und schmale Fenster spiegeln die unruhigen Zeiten wider, in denen sie entstand. Die westliche Fassade weist eine turmartige Struktur auf; darin sitzt ein stark verzierter romanischer Portalbereich mit arabischen und vorromanischen Motiven. Im Inneren besitzt die Kathedrale ein Kirchenschiff mit zwei Seitenschiffen, ein kleines Querschiff und im Osten eine Apsis mit drei Kapellen. Bedeckt sind diese Bereiche mit Tonnengewölben und Kreuzgratgewölben. Die Säulen im Inneren tragen kunstvoll geschnitzte Kapitelle mit Pflanzen-, Tier- und geometrischen Mustern. Der Kreuzgang, der im frühen 13. Jahrhundert errichtet wurde, steht für den Übergang zwischen romanischem und gotischem Stil. Zu den bedeutenden Ergänzungen aus dem 16. Jahrhundert zählt die Renaissance-„Porta Especiosa“ an der Nordfassade, geschaffen vom französischen Bildhauer João de Ruão, außerdem sind im Kirchenschiff gekachelte Dekorationen zu sehen. Trotz dieser späteren Zutat bleibt der grundsätzliche romanische Charakter der Kathedrale unverändert. Die Alte Kathedrale war bis 1772 der Sitz des Bistums von Coimbra, als der Sitz in die Neue Kathedrale verlegt wurde. Heute ist sie ein nationales Kulturdenkmal und ein eindrucksvolles Zeugnis der mittelalterlichen portugiesischen Architektur und Geschichte.
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Interessante Fakten
- •Die Alte Kathedrale von Coimbra ist die einzige portugiesische romanische Kathedrale aus der Reconquista-Zeit, die weitgehend unversehrt überdauert hat.
- •Ihre festungsartige Außenansicht mit Zinnenmauern spiegelt die unruhigen Zeiten wider, in denen sie erbaut wurde.
- •Die Porta Especiosa, ein Renaissance-Portal an der Nordfassade, wurde in den 1530er Jahren von dem französischen Künstler João de Ruão geschaffen.
- •Die Kapitelle im Inneren der Kathedrale sind reich verziert mit pflanzlichen, tierischen und geometrischen Motiven – ein Beispiel für die Kunstfertigkeit des Mittelalters.
- •Der Kreuzgang vereint romanische Doppelarkaden mit gotischen zugespitzten Bögen und zeigt damit den architektonischen Übergang.
- •König Sancho I. wurde 1185 in der Kathedrale gekrönt – ein Hinweis auf ihre historische Bedeutung.
Geschichte
Coimbra ist seit dem 5.
Jahrhundert ein Bischofssitz.
Nach der Zerstörung der nahegelegenen römischen Stadt Conimbriga durch die Sueben im Jahr 468 übernahm Coimbra diese Funktion.
Die heutige Alte Kathedrale wurde nach der entscheidenden Schlacht von Ourique im Jahr 1139 von König Afonso Henriques in Auftrag gegeben – als Reaktion auf den schlechten Zustand der vorherigen Kathedrale.
Der Bau begann unter Bischof Bernardo und gewann ab 1162 mit Bischof Miguel Salomão an Schwung, der die Arbeiten mitfinanzierte.
Bis 1185 war die Kathedrale weit genug fortgeschritten, um die Krönung von König Sancho I.
auszurichten.
Die Kreuzgänge wurden um 1218 während der Herrschaft von König Afonso II.
ergänzt.
Das Design wird dem Meister Robert zugeschrieben, bei dem es sich vermutlich um einen französischen Architekten handelt.
Im 16.
Jahrhundert kamen Renaissance-Elemente wie die Porta Especiosa hinzu, doch der romanische Kern blieb erhalten.
Im Jahr 1772 wurde der Bischofssitz auf die Neue Kathedrale übertragen, wodurch die Alte Kathedrale an Bedeutung verlor.
Ortsführer
Westfassade und Portal12. Jahrhundert
Die westliche Fassade zeigt eine turmartige Struktur mit einem stark verzierten romanischen Portal, geschmückt mit arabischen und vorromanischen Motiven. Die dicken Strebepfeiler gleichen die Lage am Hang aus.
Porta Especiosa (Nordfassade)1530er Jahre
Ein bemerkenswertes dreigeschossiges Portal im Renaissance-Stil, das in den 1530er Jahren von dem französischen Bildhauer João de Ruão erbaut wurde. Es ist bekannt für seine Detailtreue in der Bildhauerei und seinen Status als bedeutendes frühes Renaissance-Werk in Portugal.
Innenraum mit Kirchenschiff und Kapitellen12.-13. Jahrhundert
Der Innenraum der Kathedrale besteht aus einem Kirchenschiff mit zwei Seitenschiffen, Tonnengewölbe im Kirchenschiff und Kreuzgratgewölben in den Seitenschiffen sowie einer Empore im Triforium darüber. Die Kapitelle der Säulen sind reich verziert mit Motiven, die von Pflanzen, Tieren und geometrischen Mustern inspiriert sind.
KreuzgangFrühes 13. Jahrhundert
Der Kreuzgang wurde im frühen 13. Jahrhundert während der Herrschaft von König Afonso II. errichtet. Er steht für den Übergang von der romanischen zur gotischen Architektur und zeigt spitz zulaufende Bögen, die von zwei runden romanischen Arkaden umschlossen werden.
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