Citânia de Briteiros

Citânia de Briteiros

Braga

75/10090 min

Citânia de Briteiros zählt zu den bedeutendsten archäologischen Fundorten der Castro-Kultur im nordwestlichen Teil der Iberischen Halbinsel. Die Anlage liegt auf dem Monte de São Romão in Guimarães, Portugal. Zu sehen ist eine große befestigte Siedlung auf einem Hügelgipfel mit einem siedlungsartigen, urban wirkenden Grundriss: orthogonale Straßen, öffentliche und private Bereiche sowie eine Vielfalt an Wohnstrukturen. Die Anfänge reichen bis in die späte Bronzezeit zurück, wobei die Hauptnutzung in die Eisenzeit fällt – etwa im 2. bis 1. Jahrhundert v. Chr. Die Bewohner waren keltisch; die Siedlung zeigt eine komplexe soziale Organisation mit Familienbereichen und öffentlichen Gebäuden wie Bädern und einem Ratshaus. Die römische Besiedlung begann im 1. Jahrhundert n. Chr., belegt durch Münzen und architektonische Einflüsse, doch im 2. Jahrhundert n. Chr. verlor der Ort an Bedeutung. Nach einer kurzen Wiederbesiedlung im Mittelalter wurde die Anlage schließlich aufgegeben. Mit den Ausgrabungen wurde 1875 von Francisco Martins Sarmento begonnen, der hier wegweisende archäologische Forschung und Erhaltung vorantrieb. Der Ort steht als portugiesisches Nationaldenkmal unter Schutz und wird weiterhin von der Martins Sarmento Society und der Minho University erforscht und konserviert. Seine monumentalen Mauern, die städtebauliche Planung und einzigartige Funde – wie die Badeplatte Pedra Formosa – machen Citânia de Briteiros zu einem außergewöhnlichen Einblick in die protohistorische keltische Kultur der Iberischen Halbinsel.

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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch von Citânia de Briteiros ist im Frühling oder im frühen Herbst, wenn das Wetter angenehm ist. Planen Sie im Voraus die Öffnungszeiten ein und ziehen Sie geführte Touren in Betracht, um die komplexe urbane Anlage und den historischen Kontext wirklich zu würdigen. Tickets gibt es manchmal mit Ermäßigungen für Studierende oder Seniorinnen und Senioren. Tragen Sie bequeme Wanderschuhe, da das Gelände uneben ist, und nehmen Sie Wasser sowie Sonnenschutz mit. Es empfiehlt sich, geführte Besuche im Voraus zu buchen – besonders in den Ferien- und Haupttouristensaisonen.

Interessante Fakten

  • Citânia de Briteiros gehört zu den am stärksten ausgegrabenen Fundorten der Castro-Kultur im nordwestlichen Teil der Iberischen Halbinsel.
  • Die Pedra Formosa – eine verzierte Steinplatte, die in einem der Bäder der Anlage gefunden wurde – ist ein einzigartiges Artefakt der Castro-Kultur.
  • Am Fundort wurden Münzen römischer Kaiser Augustus und Tiberius gefunden, was auf eine römische Besiedlung hinweist.
  • Die Siedlung besitzt ein orthogonales Straßengitter – ungewöhnlich für proto-urbane Anlagen aus der Eisenzeit.
  • Der Ort umfasst etwa 24 Hektar, doch derzeit sind nur rund 7 Hektar für Besucher zugänglich.

Geschichte

Citânia de Briteiros wurde vermutlich zwischen dem 2.

und 1.

Jahrhundert v.

Chr.

auf dem Monte de São Romão errichtet, einem Ort mit früheren Felskunstmotiven aus der Bronzezeit.

In der Eisenzeit diente die Anlage als befestigte keltische Siedlung.

Römischer Einfluss zeigte sich im 1.

Jahrhundert n.

Chr., doch das Oppidum war im 2.

Jahrhundert n.

Chr.

bereits rückläufig – es blieben nur noch wenige Einwohner.

Später wurden während einer kurzen Wiederbesiedlung im Hochmittelalter eine mittelalterliche Kapelle und ein Friedhof auf der Akropolis errichtet.

1875

Die archäologischen Ausgrabungen begannen 1875 durch Francisco Martins Sarmento, der umfangreiche Forschungen und Rekonstruktionsarbeiten durchführte.

Die weiteren Ausgrabungen im Verlauf des 20.

1910

Jahrhunderts erweiterten das Wissen über die Anlage; 1910 wurde sie als Nationaldenkmal eingestuft, und bis heute laufen Untersuchungen durch die Martins Sarmento Society und die Minho University.

Ortsführer

1
Akropolis2nd-1st century BCE

Der zentrale befestigte Bereich misst etwa 250 × 150 Meter. Hier befinden sich Wohngebäude und öffentliche Bereiche, darunter das Ratshaus sowie Badeanlagen. Durchziehen lässt sich ein orthogonales Straßennetz mit Haupt- und Nebenstraßen, die Familienquartiere und öffentliche Zonen voneinander trennen.

2
BadeanlagenIron Age

In der Siedlung wurden zwei Badehäuser entdeckt – darunter eines, in dem sich die berühmte Pedra Formosa befindet: eine reich verzierte Steinplatte, die auf fortgeschrittene soziale und kulturelle Praktiken hinweist.

3
Ratshaus (Casa do Conselho)Iron Age

Ein zentrales Gebäude, das vermutlich als Treffpunkt für die Gemeindeleiter diente – ein Hinweis auf die organisierte soziale Struktur der Castro-Bewohner.

Kontakt

Telefon: 253 478 952