
Braga Cathedral
Braga
Die Braga Cathedral, vor Ort auch als Sé de Braga bekannt, gehört zu den wichtigsten religiösen Bauwerken Portugals und ist Sitz des Erzbistums von Braga. Sie wurde an der Stelle eines antiken römischen Marktes oder Tempels errichtet; ihre Anfänge reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück, als Bischof Pedro mit dem Bau begann, nachdem das Bischofsamt 1071 wiederhergestellt worden war. Die Kathedrale wurde 1089 geweiht und ist die älteste portugiesische Kathedrale – noch vor der Gründung des Landes. Architektonisch ist sie durch zahlreiche Umbauten über die Jahrhunderte hinweg eine einzigartige Mischung aus romanischen, gotischen, manuelinischen, maurischen und barocken Elementen. Ihre romanischen Wurzeln sind noch in erhaltenen skulpturalen Details sichtbar, während spätere Ergänzungen unter anderem eine gotische Eingangsgalerie und die manuelinische Hauptkapelle umfassen. Die Kathedrale beherbergt bedeutende Kunstwerke, darunter den gotischen Flammenaltar-Frontaufsatz von Mestre Machim sowie flämisch anmutende Grabmäler, darunter das von Infante D. Afonso. Außerdem besitzt sie zwei historische Rohrorgeln aus dem 18. Jahrhundert. Die Kathedrale spielt eine zentrale Rolle im religiösen und kulturellen Leben von Braga: Sie beherbergt das Tesouro-Museu mit heiligen Reliquien sowie Kunstausstellungen. Dass sie als Primas-Kirche der Iberischen Halbinsel gilt, unterstreicht ihre historische und kirchliche Bedeutung.
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Tipp: Für Besucher ist die beste Zeit, um die Braga Cathedral zu erkunden, an Wochentagen, um Menschenmengen zu vermeiden und einen ruhigen Besuch zu genießen. Ein vorheriger Ticketkauf für das Tesouro-Museu und die Sonderausstellungen wird empfohlen, besonders in den Ferienzeiten. Die Kathedrale bietet den freien Eintritt zu den Weihnachtskrippen-Ausstellungen und zu gelegentlichen kulturellen Veranstaltungen. Besucher sollten die offizielle Website für Öffnungszeiten und besondere Programme prüfen – etwa die Theateraufführungen für Kinder und Solidaritätsaktionen. Geführte Touren werden empfohlen, damit man die vielfältigen architektonischen Stile und die reiche Geschichte in vollem Umfang würdigen kann.
Interessante Fakten
- •Die Braga Cathedral ist die älteste Kathedrale in Portugal und wurde 1089 geweiht.
- •Die Architektur der Kathedrale ist eine einzigartige Mischung aus romanischen, gotischen, manuelinischen, maurischen und barocken Stilen.
- •Sie beherbergt die Gräber von Henrique de Borgonha und Teresa de León, den Eltern von Portugals erstem König Afonso Henriques.
- •Die Kathedrale besitzt das erste Rippengewölbe, das in Portugal errichtet wurde; es wurde von João de Castilho entworfen.
- •Sie ist die Primas-Kirche der Iberischen Halbinsel und hält eine besondere Liturgie namens Braga-Liturgie.
- •Das Tesouro-Museu in der Kathedrale beherbergt eine renommierte Sammlung heiliger Reliquien, darunter ein Stück vom Mantel der Jungfrau Maria.
Geschichte
Das Bistum von Braga zählt zu den ältesten auf der Iberischen Halbinsel und geht bis ins 3.
Jahrhundert n.
Chr.
zurück.
Der erste Bischof war nach Überlieferung der Heilige Petrus von Rates, der vom Heiligen Jakobus dem Großen eingesetzt worden sein soll.
Braga wurde im frühen 5.
Jahrhundert zur Hauptstadt des Suebenreichs; Bischof Martin von Dumio brachte die Sueben zum katholischen Glauben.
Das Bischofsamt ging während der maurischen Besatzung verloren, wurde aber im späten 11.
Jahrhundert wiederhergestellt, als Bischof Pedro mit dem Bau der Kathedrale begann.
1107 wurde sie zum Erzbistum erhoben und gewann dadurch erheblichen Einfluss.
Der Bau zog sich bis in die Mitte des 13.
Jahrhunderts; zunächst im burgundisch-romanischen Stil.
In den folgenden Jahrhunderten kam es zu Umbauten im gotischen, manuelinischen und barocken Stil – ein Spiegel des sich wandelnden künstlerischen und religiösen Zeitgeists.
Die Kathedrale spielte auch eine Rolle in Portugals Unabhängigkeit: Ihre Erzbischöfe nahmen Einfluss auf königliche Angelegenheiten und wurden durch päpstliche Anerkennung gestärkt.
Ortsführer
Western Façade12th century
Ursprünglich romanisch, ist die westliche Fassade heute weitgehend ersetzt – bis auf einige Archivolten und Kapitelle mit verzierten Reliefs aus Tier- und Menschenmotiven. Möglicherweise zeigen sie moralische Erzählungen wie den Roman de Renart.
Main Nave and Interior11th-13th centuries
Die Kathedrale besitzt drei Schiffe mit sechs Abschnitten, ein hölzernes Dach, ein ausgebildetes Querschiff und eine Apsis, die von zwei kleineren Apsidiolen flankiert wird. Der Altar ist der Jungfrau Maria geweiht, und ein Großteil der ursprünglichen romanischen Bildhauerei hat sich an Portalen und Kapitellen erhalten.
Chapel of São Geraldo12th century (original), 15th century (rededication)
Ursprünglich dem Heiligen Nikolaus geweiht, wurde die Kapelle später auf Erzbischof Geraldo de Moissac umgewidmet, der heiliggesprochen wurde. Sie zeigt barocke Holzarbeiten und Azulejos, die António de Oliveira Bernardes zugeschrieben werden.
Tesouro-Museu (Treasure Museum)18th century (building)
Das Museum befindet sich im ehemaligen Kapitelhaus. Hier werden heilige Reliquien und religiöse Kultgegenstände aufbewahrt, außerdem bietet es kulturelle Ausstellungen – etwa Weihnachtskrippen, die von lokalen Künstlern gestaltet wurden. Es ist sowohl ein Ort der Andacht als auch der Kunstbegeisterung.
Kontakt
Telefon: 253 263 317