
Museum von Aveiro
Aveiro
Das Museum von Aveiro ist im ehemaligen „Convento de Jesus“ untergebracht, einem Dominikanerinnenkloster, das Mitte des 15. Jahrhunderts in Aveiro, Portugal, gegründet wurde. Das Kloster gewann vor allem durch Prinzessin Sankt Joana an Bedeutung – die Tochter von König Afonso V –, die dort von 1472 bis zu ihrem Tod 1490 lebte. Dies führte zu ihrer Seligsprechung und verlieh dem Ort seine besondere religiöse Bedeutung. Das Gebäude vereint verschiedene Baustile, die sich durch jahrhundertelange Umbauten herausgebildet haben. Besonders hervorstechend sind barocke Elemente wie vergoldete Holzarbeiten und Dekorationen aus azulejo-Kacheln in der Kirche von Jesus. Die Sammlung des Museums konzentriert sich vor allem auf sakrale Kunst: Gemälde, Skulpturen, religiöse Goldschmiedearbeiten und Möbel – vieles davon stammt aus dem Kloster sowie aus anderen aufgelösten monastischen Einrichtungen. Zu den Höhepunkten zählt das polychrome Marmormausoleum von Prinzessin Sankt Joana, entworfen vom königlichen Architekten João Antunes, sowie Arbeiten bedeutender Künstler wie Machado de Castro. Der Kreuzgang, das Kapitelhaus und das Refektorium mit seiner Lesetribüne, die mit Kacheln geschmückt ist, machen den Besuch besonders abwechslungsreich. Seit 1911 als Museum eröffnet, bewahrt und präsentiert es das religiöse und künstlerische Erbe von Aveiro und gibt Einblicke in das spirituelle und kulturelle Leben der Region über mehrere Jahrhunderte hinweg.
Planen Sie Ihre Reise nach Portugal mit KI
Erstellen Sie in wenigen Minuten einen detaillierten Reiseplan. KI schlägt die besten Orte, Restaurants und eine optimierte Route vor.
Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch im Museum von Aveiro sind die Wochentage am Morgen, um Menschenmengen zu vermeiden. Tickets können vor Ort gekauft werden, dennoch empfiehlt es sich, im Voraus die offizielle Website zu den Öffnungszeiten und eventuellen Sonderausstellungen zu prüfen. Wer sich für religiöse Kunst und barocke Architektur interessiert, findet geführte Touren besonders lohnend. Oft gibt es Ermäßigungen für Studierende, Senioren und Gruppen. Fotografieren im Inneren kann eingeschränkt sein – fragen Sie am besten vorher nach.
Interessante Fakten
- •Das Grab von Prinzessin Sankt Joana gilt als Meisterwerk barocker Kunst: aus mehrfarbigem Marmor gefertigt, mit italienisch inspirierten skulpturalen Elementen von Architekt João Antunes.
- •In der Kirche von Jesus finden sich üppig vergoldete Innenräume mit portugiesischen azulejo-Kacheln – ein eindrucksvolles Beispiel für barocke Pracht.
- •Zur Sammlung des Museums gehört auch ein bemerkenswertes Gemälde „Heilige Familie“ von dem berühmten Bildhauer und Künstler Machado de Castro.
- •Das Kloster war über vier Jahrhunderte lang ein abgeschlossener Dominikanerinnenkonvent – ein Spiegel des religiösen Lebens vom 15. bis ins 19. Jahrhundert.
- •Der Kreuzgang und das Refektorium bewahren originale architektonische Elemente aus dem 15. und 16. Jahrhundert, darunter eine Lesetribüne und geflieste Wände.
Geschichte
Das Museum von Aveiro entstand aus dem „Convento de Jesus“, das zwischen 1458 und 1460 von D.
Brites Leitoa und D.
Mecia Pereira auf päpstliche Veranlassung hin gegründet wurde.
Prinzessin Sankt Joana trat dem Kloster 1472 bei und lebte bis zu ihrem Tod 1490 in Heiligkeit – das steigerte den religiösen Ruf des Klosters.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Gebäude restauriert und barock aufgewertet, besonders während der Regierungszeiten von D.
Pedro II und D.
João V.
Nach der Auflösung der religiösen Orden in Portugal im Jahr 1834 stellte das Kloster seine religiösen Funktionen 1874 ein, als die letzte Nonne starb.
Anschließend diente es noch als Schule bis 1910, als es aufgrund politischer Veränderungen geschlossen wurde.
1911 gründete die Gemeinde Aveiro das Museum und bewahrte so das architektonische und künstlerische Erbe des Klosters.
Ortsführer
Kirche von Jesus1725-1729
Die Kirche ist vor allem wegen ihres üppigen barocken Interieurs mit vergoldeten Holzarbeiten sowie den Dekorationen aus azulejo-Kacheln bekannt. Die Hauptkapelle wurde von den Bildhauern António Gomes und José Correia sowie von dem Maler Manuel Ferreira e Sousa gestaltet und zeigt die künstlerische Vielfalt der Epoche.
Grab von Prinzessin Sankt Joana1699-1711
Das im Chor der Kirche gelegene, mehrfarbige Marmorgebau ist zwischen 1699 und 1711 vom königlichen Architekten João Antunes geschaffen worden. Es ist ein barockes Meisterwerk mit italienisch inspirierten skulpturalen Einflüssen und ehrt die bekannteste Bewohnerin des Klosters.
KreuzgangSpätes 15. – frühes 16. Jahrhundert
Der Kreuzgang stammt aus dem späten 15. und frühen 16. Jahrhundert. Er besitzt Kapellen und das Kapitelhaus und ist ein ruhiger Ort, der an die klösterliche Vergangenheit des Konvents erinnert.
Refektorium mit Lesetribüne15. bis 16. Jahrhundert
Das Refektorium umfasst eine elegante Lesetribüne sowie Wände, die mit traditionellen portugiesischen azulejo-Kacheln verziert sind. So werden der Alltag im Kloster und das künstlerische Erbe anschaulich dargestellt.
Kontakt
Telefon: 234 423 297