
Altstadt von Qalqilya
Qalqilya
Die Altstadt von Qalqilya bildet das historische Zentrum von Qalqilya, einer palästinensischen Stadt im Westjordanland. Die Stadt reicht mit ihren Wurzeln bis in die Urgeschichte zurück; das größere Gebiet wurde in verschiedenen Epochen fortlaufend bewohnt, darunter in der römischen, osmanischen und der Zeit des Britischen Mandats. Der Name „Qalqilya“ könnte von einem kanaanäischen Begriff abgeleitet sein, der „abgerundete Steine oder Hügel“ bezeichnet und die Geografie der Region widerspiegelt. Historisch war Qalqilya eine wohlhabende Stadt, bekannt für ausgedehnte Orangenhaine und lebendige Gemüse-Souks, die wesentlich zur landwirtschaftlichen Wirtschaft der Region beitrugen. Im 20. Jahrhundert erlebte die Stadt erhebliche Umbrüche, darunter Schäden und Vertreibungen im Arabisch-Israelischen Krieg von 1948 sowie im Sechstagekrieg von 1967, danach kam sie unter israelische Besatzung. Der Bau der israelischen Westjordanland-Sperranlage im Jahr 2003 umschloss die Stadt und trennte sie von den umliegenden landwirtschaftlichen Flächen. Trotz dieser Herausforderungen bleibt Qalqilya ein Verwaltungs- und Kulturzentrum mit einer widerstandsfähigen Gemeinschaft, die ihr Erbe auch angesichts der anhaltend komplexen politischen Lage bewahrt.
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Tipp: Besucher sollten die Altstadt von Qalqilya am besten während des Tages besuchen – für die Sicherheit und um die lokalen Märkte sowie historischen Stätten in vollem Umfang zu erleben. Es ist ratsam, Tickets im Voraus zu kaufen oder Touren vorab zu organisieren, da Sicherheitsaspekte und die durch die umliegende Sperranlage bedingten begrenzten Zugangspunkte eine Rolle spielen. Gegebenenfalls finden Besucher Rabatte oder besondere Arrangements über lokale palästinensische Tourismusbüros. Es wird empfohlen, die lokalen Gepflogenheiten zu respektieren und sich vor der Reise über die aktuellen Sicherheitsbedingungen zu informieren.
Interessante Fakten
- •Qalqilya war im römischen Zeitalter historisch als Calecailes bekannt und in den frühmittelalterlichen fränkischen Quellen als Calcelie.
- •Die Stadt war einst ein bedeutendes Zentrum für den Zitrusanbau, insbesondere für Orangen, die ein wichtiger Teil ihrer Wirtschaft waren.
- •1956 starteten israelische Streitkräfte einen großen Überfall auf die Polizeistation von Qalqilya, der auf beiden Seiten zu erheblichen Opferzahlen führte.
- •Rund 850 Gebäude in Qalqilya wurden nach dem Sechstagekrieg von 1967 abgerissen, was sich auf die Hälfte der Wohnbebauung der Stadt auswirkte.
- •Die im Jahr 2003 errichtete israelische Westjordanland-Sperranlage umschließt Qalqilya vollständig und trennt es von seinen landwirtschaftlichen Flächen.
Geschichte
Die Geschichte von Qalqilya reicht von einer urgeschichtlichen Besiedlung, die durch antike Feuersteinwerkzeuge belegt ist, bis hin zu ihrer Erwähnung in den osmanischen Steuerregistern im Jahr 1596.
Unter osmanischer Herrschaft war es ein Dorf im Unterbezirk Bani Sa‘b, das für seine Landwirtschaft bekannt war.
In der Zeit des Britischen Mandats gehörte Qalqilya zu den wohlhabendsten Städten Palästinas und war berühmt für seine Orangenhaine.
Der Arabisch-Israelische Krieg von 1948 führte zu Bevölkerungsverschiebungen, wobei viele vertriebene Palästinenser in Qalqilya Zuflucht fanden.
Nach 1949 fiel die Stadt unter jordanische Kontrolle, bis 1967 der Sechstagekrieg ausbrach: Als israelische Streitkräfte die Stadt besetzten, kam es zu erheblicher Zerstörung und Vertreibung.
Die Oslo-Abkommen übertrugen 1995 die Verwaltungskontrolle an die Palästinensische Autonomiebehörde.
Die Errichtung der israelischen Westjordanland-Sperranlage im Jahr 2003 prägte auch die moderne Geschichte weiter, indem sie Bewegungsfreiheit und den Zugang zu Ackerland einschränkte.
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