
Tell el-Sultan (Antikes Jericho)
Deir El Balah
Tell es-Sultan, auch bekannt als Antikes Jericho, ist eine archäologische Stätte in Palästina. Sie gilt als eine der ältesten Städte, die weltweit durchgehend bewohnt waren. Unweit der Quelle Ein es-Sultan gelegen, wurde der Ort zunächst von natufischen Jägern und Sammlern besiedelt – etwa ab 10.000 v. Chr. Damit lag er noch vor der Entwicklung der Landwirtschaft. Berühmt ist die Stätte vor allem für ihre Phase der frühen Keramiklosen Jungsteinzeit A (PPNA): Hier entstand eine der frühesten Proto-Städte. Zu sehen sind kreisrunde Häuser aus Lehmziegeln sowie eine mächtige Steinmauer mit einem zentralen Turm, der um 8000 v. Chr. errichtet wurde. Dieser Turm war einst das höchste Bauwerk der Welt und steht sinnbildlich für eine weit entwickelte soziale Organisation. Nach einer längeren Unterbrechung entstand um 6800 v. Chr. die Siedlung der Keramiklosen Jungsteinzeit B (PPNB). Besonders eindrucksvoll sind die verputzten menschlichen Schädel, die auf frühe künstlerische und rituelle Praktiken hindeuten. Tell es-Sultan liefert unschätzbare Einblicke in die frühe Urbanisierung, in die soziale Komplexität und in die kulturelle Entwicklung der Region des südlichen Levante.
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Tipp: Besucher sollten sich für den Besuch die kühleren Monate vornehmen, um der intensiven Sommerhitze zu entgehen. Wo möglich, empfiehlt es sich, geführte Touren oder Eintrittskarten im Voraus zu buchen – besonders in der Hochsaison. Für Studierende und Gruppen können Rabatte verfügbar sein. Bequeme Wanderschuhe sind empfehlenswert, da das Gelände uneben sein kann. Ein Besuch am frühen Morgen sorgt oft für eine ruhigere, nachdenklichere Atmosphäre inmitten der antiken Ruinen.
Interessante Fakten
- •Der steinerne Turm in Tell es-Sultan, erbaut um 8300 v. Chr., war das höchste von Menschenhand geschaffene Bauwerk, bis die Pyramide von Djoser.
- •Tell es-Sultan gilt als einer der ältesten durchgehend bewohnten Orte der Welt – mit Siedlungsnachweisen, die bis ins Jahr 10.000 v. Chr. zurückreichen.
- •Auf der Stätte finden sich verputzte menschliche Schädel aus der Phase der Keramiklosen Jungsteinzeit B – Beispiele für sehr frühe Formen von Porträtkunst oder rituellen Objekten.
- •Die massive Steinmauer, die die PPNA-Siedlung umgibt, deutet auf frühe Formen sozialer Organisation und eine Arbeitsteilung in der Menschheitsgeschichte hin.
Geschichte
Tell es-Sultan ist seit dem 10.
Jahrtausend v.
Chr.
bewohnt.
Zunächst entstand dort ein natufisches Lager von Jägern und Sammlern.
Um 8500–7500 v.
Chr., in der Zeit der Keramiklosen Jungsteinzeit A, entwickelte es sich zu einer befestigten Proto-Stadt mit einer mächtigen Steinmauer und einem Turm.
Diese Siedlung wurde für mehrere Jahrhunderte aufgegeben, bevor um 6800 v.
Chr.
die Phase der Keramiklosen Jungsteinzeit B begann – mit neuen kulturellen Elementen wie verputzten Schädeln.
Über Jahrtausende hinweg war Tell es-Sultan ein zentraler Bezugspunkt für die Archäologie des Levante und das Verständnis früher menschlicher Siedlungsmuster.
Ortsführer
Der Steinturmca. 8300 v. Chr.
Ein zentraler Steinturm, der um 8300 v. Chr. errichtet wurde. Er ragte damals als höchstes Bauwerk heraus und steht zugleich für frühe architektonische Errungenschaften sowie für soziale Komplexität.
Siedlung der Keramiklosen Jungsteinzeit Aca. 8500–7500 v. Chr.
Die Reste kreisrunder Häuser aus Lehmziegeln aus der PPNA-Zeit zeigen frühes sesshaftes Leben und frühe Stadtplanung – allerdings noch ohne Straßen.
Verputzte menschliche Schädelca. 6800 v. Chr.
Zehn verputzte Schädel aus der Phase der Keramiklosen Jungsteinzeit B. Sie wurden bemalt, um die Gesichtszüge wiederherzustellen – möglicherweise als Objekte für häusliche Rituale oder als frühe Form von Porträtkunst genutzt.