Hirtenfeld

Hirtenfeld

Bethlehem

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Die Kapelle am Hirtenfeld, in Beit Sahour nahe Bethlehem im Westjordanland, ist eine römisch-katholische Stätte des Glaubens, die an das biblische Ereignis erinnert, bei dem Engel Jesus’ Geburt den Hirten verkündeten. Die 1953 von den Franziskanern erbaute und vom Architekten Antonio Barluzzi entworfene Kapelle imitiert mit ihrer Bauform ein Nomadenzelt – fünf graue Apsiden stehen dabei symbolisch für den Lebensstil der Hirten. Hinter der Kapelle erhebt sich eine Grotte und verstärkt die spirituelle Atmosphäre. Das Gelände hat tiefe historische Wurzeln: Archäologische Funde belegen eine Besiedlung aus der herodianischen und römischen Zeit – darunter Höhlen und antike Ölpresse. Über diesen Überresten wurde im 4. Jahrhundert ein byzantinisches Kloster gegründet, im 6. Jahrhundert erweitert, jedoch in der frühen 7. Jahrhundert zerstört und später im 8. Jahrhundert entstellt. Die Kapelle ist außerdem der „Unsere Liebe Frau von Fátima“ gewidmet und trägt Inschriften mit den Worten des Engels an die Hirten in Gold sowie Bilddarstellungen von der Geburt Jesu und der Anbetung durch die Hirten. Die Umgebung wird traditionell als „Tal des Boas“ bezeichnet und knüpft damit an Erzählungen des Alten Testaments an. Diese Mischung aus archäologischer Bedeutung, religiöser Symbolik und architektonischer Besonderheit macht die Kapelle am Hirtenfeld zu einem lohnenden Pilgerziel.

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Tipp: Besucher werden empfohlen, während der Tageslichtstunden zu kommen, um die architektonischen Details der Kapelle sowie die umliegenden archäologischen Stätten in ihrer ganzen Schönheit zu erleben. Wer Tickets kauft oder Besuche im Voraus über die franziskanischen Verwalter organisiert, kann die Erfahrung zusätzlich verbessern. Bescheidene Kleidung wird als Zeichen des Respekts empfohlen. Das Gelände ist das ganze Jahr über zugänglich, doch Frühling und Herbst bieten mildere Temperaturen für Erkundungen.

Interessante Fakten

  • Die Gestaltung der Kapelle imitiert ein Nomadenzelt und symbolisiert damit den Lebensstil der Hirten.
  • Bei archäologischen Ausgrabungen wurden Höhlen entdeckt, die in der herodianischen und römischen Zeit genutzt wurden – das stützt die Tradition, dass die Hirten hier lebten.
  • Der Ort umfasst Überreste eines byzantinischen Klosters, das 614 von persischen Eindringlingen zerstört wurde.
  • Die Kapelle ist der „Unsere Liebe Frau von Fátima“ gewidmet und stellt damit eine Verbindung zu der katholischen Marienverehrung des 20. Jahrhunderts her.

Geschichte

Der Ort der Kapelle am Hirtenfeld hat eine reiche Geschichte, die bis in die herodianische und römische Zeit zurückreicht.

Das geht unter anderem aus archäologischen Grabungen hervor, die Höhlen und antike Ölpresse zutage förderten.

Im späten 4.

Jahrhundert wurde auf diesen Resten ein byzantinisches Kloster errichtet und später im 6.

Jahrhundert erweitert.

614

Dieses Kloster wurde 614 von persischen Truppen zerstört und danach nicht wieder besiedelt.

Im 8.

Jahrhundert entstellten muslimische Eroberer christliche Symbole an der Stätte.

1953

Die heutige Kapelle wurde 1953 von den Franziskanern erbaut, um an das biblische Ereignis der Verkündigung an die Hirten zu erinnern – und spiegelt damit die Schichten religiöser und kultureller Geschichte wider.

Ortsführer

1
Hauptkapelle1953
Antonio Barluzzi

Der zentrale Bereich für den Gottesdienst, entworfen von Antonio Barluzzi. Mit fünf Apsiden in Form eines Nomadenzeltes sowie goldenen Inschriften mit der Botschaft des Engels an die Hirten.

2
Grotte hinter der Kapelle

Eine natürliche Höhle, die sich hinter der Kapelle erhebt – sie verstärkt die spirituelle Atmosphäre und verbindet die Stätte mit den Wohnsiedlungen der Hirten in der Antike.

3
Archäologische Ausgrabungen4. Jahrhundert bis zur römischen Zeit
Virgilio Canio Corbo

Überreste von Höhlen und antiken Ölpresse aus der herodianischen und römischen Zeit, die bei Grabungen im 20. Jahrhundert entdeckt wurden – geleitet vom franziskanischen Archäologen Virgilio Canio Corbo.