
Wallfahrtsstätte Święta Lipka
Warmińsko-mazurskie
Die Wallfahrtsstätte Święta Lipka im Woiwodschaft Ermland-Masuren (Polen) ist eine prachtvolle barocke Marien-Wallfahrtskirche mit Ursprüngen, die bis ins frühe 14. Jahrhundert zurückreichen. Die Entstehung der Wallfahrtsstätte geht auf eine lokale Legende zurück: Ein Gefangener soll begnadigt worden sein, nachdem er eine Marienstatue auf eine Linde gestellt hatte. Die heutige barocke Basilika wurde zwischen 1688 und 1693 von den Jesuiten errichtet. Sie besticht durch eine reich verzierte Innenausstattung mit Polychrommalereien von Maciej Jan Meyer sowie einem prachtvollen Hauptaltar. Dort ist ein verehrtes Gemälde von 1640 mit der Jungfrau Maria zu sehen, geschaffen von Bartłomiej Penc. Architektonisch handelt es sich um eine dreischiffige Basilika, die von einem viereckigen Kreuzgang mit Eckkapellen umgeben ist. In diesen befinden sich 44 Skulpturen, die die Vorfahren Jesu darstellen – gefertigt von Krzysztof Perwanger. Zwei Zwillingstürme mit spitzen Helmen und Zifferblättern/Uhren tragen zusätzlich zur eindrucksvollen Gesamtwirkung bei. Die Wallfahrtsstätte ist bis heute ein aktiver Pilgerort: Messen, Orgelkonzerte und religiöse Zeremonien finden hier regelmäßig statt. So verkörpert sie eine tiefe spirituelle und kulturelle Tradition. Seit 2018 hat sie den Status eines historischen Denkmals und zieht auch weiterhin jährlich Tausende von Besuchern an.
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Tipp: Besucher werden gebeten, auf der offiziellen Website der Wallfahrtsstätte die Öffnungszeiten zu prüfen, da sie je nach Jahreszeit variieren. Außerdem lohnt es sich, im Voraus geführte Touren zu buchen, die auf Polnisch, Deutsch und Englisch angeboten werden. Orgelkonzerte finden regelmäßig statt, werden jedoch nicht an Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag präsentiert. Pilger und Touristen können davon profitieren, Tickets im Voraus für Gruppenbesuche zu kaufen, um den Zugang zu den Orgelvorführungen zu sichern. Die beste Zeit für einen Besuch ist von Mai bis September: Dann ist die Wallfahrtsstätte länger geöffnet und das Café hat länger geöffnet.
Interessante Fakten
- •Das Hauptaltarbild mit der Jungfrau Maria ist eine Kopie von 1640 der Madonna della Neve aus Rom, aus der Santa Maria Maggiore.
- •Im Kreuzgang der Wallfahrtsstätte befinden sich 44 Skulpturen, die die Vorfahren Jesu Christi darstellen. Sie wurden von Krzysztof Perwanger zwischen 1744 und 1748 geschaffen.
- •Zur Fassade gehört eine bemerkenswerte Skulptur „Jungfrau Maria auf der Linde“ von Jan Christian Schmidt.
- •Die Wallfahrtsstätte war ein bedeutender Pilgerort, den König Jan Kazimierz sowie weitere prominente historische Persönlichkeiten besuchten.
- •Orgelkonzerte sind eine gefeierte Tradition: In der Hochsaison gibt es mehrere Darbietungen pro Tag.
Geschichte
Der Marienkult in Święta Lipka begann im frühen 14.
Jahrhundert – angeregt durch die Legende von einem Gefangenen, der begnadigt wurde, nachdem er eine Statue auf eine Linde gestellt hatte.
In der zweiten Hälfte des 15.
Jahrhunderts wurde eine Kapelle errichtet, die bald zu einer Wallfahrtsstätte wurde.
Besucht wurde sie unter anderem von bedeutenden Persönlichkeiten wie dem Großmeister Albrecht Hohenzollern im Jahr 1519.
Nach der Säkularisierung in Preußen im Jahr 1525 wurde die Kapelle zerstört, doch geheime Wallfahrten gingen weiter.
1618 wurde das Land von Stefan Sadorski gekauft, der 1624 eine neue Kirche gründete und sie den Jesuiten anvertraute.
Die heutige barocke Kirche wurde zwischen 1688 und 1693 erbaut; die Fassade wurde 1730 fertiggestellt, weitere Ergänzungen folgten bis 1754.
Die Jesuiten wurden im Zuge der Unterdrückung ihres Ordens vertrieben, die Wallfahrtstätigkeit ging zurück, lebte jedoch im 20.
Jahrhundert wieder auf – mit der Rückkehr der Jesuiten im Jahr 1932.
2018 erhielt die Wallfahrtsstätte den Status eines historischen Denkmals.
Ortsführer
Innenraum der Hauptbasilika1688–1693
Eine reich verzierte dreischiffige barocke Basilika mit Polychrommalereien von Maciej Jan Meyer (1722–1737), die die Litanei von Loreto darstellen – mit Figuren von Heiligen und polnischem Hochadel.
Hauptaltar1712–1714
Ein prachtvoller Altar, der zwischen 1712 und 1714 von Krzysztof Peucker und Jan Doble errichtet wurde. Er zeigt das verehrte 1640er Gemälde mit der Jungfrau Maria sowie silberne Verzierungen, gefertigt von Samuel Grew.
Kreuzgang und Eckkapellen1694–1708 (Kapellen), 1744–1748 (Skulpturen)
Ein viereckiger Kreuzgang rund um die Kirche mit vier Eckkapellen, verziert mit 44 Skulpturen der Vorfahren Jesu von Krzysztof Perwanger (1744–1748).
Zwillingstürme und Fassade1725–1730 (Fassade), 1740 (Uhren)
Die Fassade, die zwischen 1725 und 1729 fertiggestellt wurde, wird von zwei Türmen mit spitzen Helmen und Uhren gerahmt. Die Uhren wurden 1740 von Johann Albrecht gefertigt. Zu sehen sind außerdem Skulpturen jesuitischer Heiliger sowie die Jungfrau Maria auf der Linde.